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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Fügeeisen - Fugger
Diele miteinander verbunden. Das so gebildete
Ganze heißt Fügelade.
Fügeeifen oder Kröseleisen, ein hakenähn-
liches Werkzeng der Glaser, mn kleine Teile von
den Rändern der Glasscheiben wegzubrechen.
Fugeisen (Fugkelle), s. Ausfugen.
Fügelade, s. Fügebock.
Fügemafchine, eine Abrichtmaschine (s. Hobel-
maschinen), dient zum Abrichten der Kanten langer
Bretter. Mittels dieser Maschine ist man im stände,
eine genaue Leimfuge zu machen, ohne daß eine
Nacharbeitung von .Hand nötig ist. Das Gestell der
F. ist aus Holz, die Messerwelle laust in zwei La-
gern, die Messerbreite ist 150 inm. Speciell zum
Fügen von Kistenbrettern ist diese Maschine von
großem Vorteil. (S. vorstehende Abbildung.) In
der Faßfabrikation (s. d.) kommt eine besondere
Daubensügemaschine zur Anwendung.
Fügen, das geradlinige Bearbeiten eines Kör-
pers zum Behuf der Verbindung mit einem andern,
namentlich vor den: Zusammenleimen zweier Bretter.
(S. Fügemaschine und Fügebock.)
Fügen, Ort im Zillerthal (s. d.).
Füger, Heinrich, Historienmaler, geb. 8. Dez.
1751 zu Heilbronn, begann unter Guibal in Stutt-
gart seine Kunststudien, ging aber dann 1768 nach
Halle, um die Rechte zu studieren. Doch trat er auch
da 1770 in die Schule Äsers ein und erschien nach
kurzem Aufentbalt in Dresden wieder im Atelier
Guibals zu Stuttgart. 1774 ging er nach Wien
und ward hierauf von der Kaiserin Maria Tberesia
als Pensionär nach Rom geschickt. Nach sieben-
jährigen Studien daselbst wandte er sich 1782 nach
Neapel, wo er in dem Bibliotheksaale der Königin
Karoline zu Caserta acht allegorische Bilder in Freslo
ausführte. F. folgte 1783 dem Rufe als Vicedirck-
tor der Kunstakademie nach Wien, wo er nacheinan-
der Professor, Rat und 1795 wirtlicher Direktor,
zuletzt auch Direktor der Velvederegalerie wurde und
5. Nov. 1818 starb.
Nach seiner Rückkehr nach Wien lieferte er anfangs
säst nur Miniaturgemälde, unter denen namentlich
das des Kaisers Joseph 11., das einzige ähnliche
dieses Monarchen, und das Gesamtbild der Familie
Maria Tberesias zu erwähuen sind und die sich sonst
größtenteils in der Sammlung der Wiener Akade-
mie befinden. Bald indes bildete er sich in Wien
mit bestem Erfolg auch in der Ölmalerei aus. Seine
vorzüglichsten Arbeiten bierin sind das Bildnis sei-
nes Vaters Gab. F. (1789; Wiener Akademie), die
Porträte Kaiser Josephs II., der Erzherzogin Elisa-
beth und Loudons, sämtlich 1790 gemalt, das letz-
tere von I. Pichler gestochen, von I. Selb lithogra-
phiert, und sein Selbstbildnis (1807^ Wiener Akade-
mie). Von den histor. Gemälden sind zu nennen:
Der sterbende Germaniens (1789; Wiener Akademie),
Beweinnng Abels (1799), Johannes der Täufer
(1811), Heil. Magdalena (1816) und Allegorie auf
den Frieden von 1815 (sämtlich im Hofmuseum zu
Wien), Coriolans Abschicd von seiner Mutter (Ga-
lerie Czernin in Wien), Die Musen der Tragödie
und Komödie, Orpheus und Eurydice, Prometheus
mit der Fackel (1790; sämtlich in der Liechtenstein-
Galerie zu Wien). Zu seinen besten Arbeiten ge-
hören ferner die Handzeichnungen, welche er nach
Klopstocks "Messias" ans blauem Papier mit Kreide
und Tusche und nachher auch in Gemälden (Akade-
mische Galerie in Wien) ausführte. Bei großer tech-
nischer Gewandtheit vertritt F. die durch L. David
in Frankreich angebahnte Richtung des akademischen
Klassicismus.
Fühesäge, s. Faßfabrikation.
Fugger, fürstl. und gräfl. Geschlecht in Schwa-
ben, hat den Webermeister JohannesF. zu Graben
unweit Augsburg, der mit Maria Meißner aus
Kirchheim verheiratet war, zum Ahnherrn. - Dessen
ältester Sohn Johannes F., ebenfalls Weber-
meister, erheiratete 1370 mit Klara Widolss das
Bürgerrecht zu Augsburg und fing neben der We-
berei einen Leinwandhandel an. Nach seiner ersten
Gattin Tode ehelichte er 1382 Elisabeth Gfatter-
mann, eines Ratsherrn Tochter. Er wurde in der
Weberzunft einer der Zwölfer, die mit im Rate
saßen, Frcischöffe der westfäl. Feme und starb 1409.
Sein ältester Sohn, Andreas F., "der reiche F.",
stiftete mit seiner Gattin Barbara, aus dem alten
Geschlecht der Stammler vom Ast, die adlige Linie
der F. vom Reh, so genannt von dem Wappen,
das Kaiser Friedrich III. 1462 dessen Söhnen gab.
Diese Linie starb in Augsburg mit dem Bürger-
meister Ulrich F. 1586 aus. Des Johannes F.
zweiter Sohn, Jakob F., der Weberzunft Vorgeher
und Zwölfer, trieb schon ausgebreitete Handels-
geschäfte. Er starb 23. März 1469. Von seinen
sieben Söhnen erweiterten Ulrich, Georg und
Jakob II. ihre Handelsgeschäfte außerordentlich
und legten den Grund zu der großen Blüte der
Familie. Sie verheirateten sich mit Frauen aus den
edelsten Geschlechtern und erbieltcn 1473 vom Kai-
ser Friedrich einen Wappenbrief. Ulrich F., geb.
9. Okt. 1441, gest. 19. April 1510, widmete sich ins-
besondere dem Handel, selbst Albrccbt Dürers Kunst-
werke gingen durch seine Hand nach Italien. Seine
Söhne Ulri ch und Hieronymus starben 1525 und
1538 ohne Erben. Jakob II. F., geb. 6. März 1459,
hatte sich erst dem geistlichen Stande gewidmet, trat
aber dann dem Geschäft der Brüder bei, lernte in
Venedig und auf Reisen den Handel kennen, trieb
aber hauptsächlich Bankgeschäfte und Bergbau, pach-
tete Bergwerte in Spanien, Tirol, Ungarn und Kärn-
ten und gewann dadurch außerordentlichen Reich-
tum; auch die Einfubr von Waren auf dem neuent-
deckten Seeweg nach Ostindien brachte ibm großen
Gewinn. Er ist der Begründer des F.schcn Fami-
lienfideikommisses.Von ihm rührt auch das prächtige
Schloß Fuggerau in Kärnten und vor allem die sog.
Fuggerei her. Die drei Gebrüder batten näm-
lich in der Iakober Vorstadt in Augsburg Häuser
gekauft, sie niederreißen und 1519 dafür 53 kleinere
mit je 2 Wohnungen bauen lassen, die sie armen
Bürgern gegen geringen Zins (jährlich 1 Gulden
rheinisch) überließen. Dieser kleine, heute noch
bestehende Stadtteil hat eine Kirche, seine eigenen
Thore, sechs Straßen, in welchen unbemittelte kath.