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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Fulvius - Funaria
fung. Als Konsul besiegte er 179 v. Chr. die Li-
gurer. 174 wurde er Censor. Er endete geisteskrank
durch Selbstmord.
Marcus Fulvius Flaccus, der als Konsul
125 v. Chr. die die Massilicr bedrängenden Salluvrcr
besiegte, war einer der entschiedensten Anhänger der
Gracchen. Als Konsul versuchte er vergeblich den
ital. Bundesgenossen das Bürgerrecht zu verschaffen;
dasselbe Schicksal hatte ein ähnlicher Antrag, den
er 122 v. Chr. mit Gajus Gracchus einbrackte,
nachdem er sich, obwohl schon Konsular, nochmals
zum Tribunen hatte wählen lassen. Als der Konsul
Opimius 121 v. Chr. es unternahm, die Gracchischen
Bestrebungen zu unterdrücken, organisierte Fulvius
den Widerstand auf dem Aventin. Nach der Er-
stürmung des Aventin wurde Fulvius mit seinem
ältern Sohne ergriffen und niedergemacht. Auch sein
jüngerer Sohn, der zweimal um zu verhandeln an
Opimius gesandt und verhaftet worden war, wurde
Fulvlüs, s. Fulvier. ^umgebracht.
Fulwa, eines der Vassiafette (s. d.).
Oumagalli, Adolfo, ital. Pianist, geb. 19. Okt.
1828 zu Inzago (Oberitalien), besuchte das Konser-
vatorium in Mailand und fand seit 1848 auf Kunst-
reisen in Italien, Frankreich und Belgien außer-
ordentlichen Beifall, starb aber schon 3. Mai 1850
zu Florenz. F. schrieb viele, auf große Fertigkeit
berechnete Klavierstücke.
I'u.lnäFo 2'A?., Pilzgattung aus der Gruppe
der Ascomyceten (s. d.). Die Arten gehören zu den
Rußtaupilzen. (S. Nußtau.)
I'nina.ria. ^., Pflanzengattung aus der Familie
der Fumariaceen (s. d.) mit gegen 10 Arten, die
meist einjährige krautartige Pflanzen und der Mehr-
zahl nach in Europa und den Mittelmeerlä'ndern
zu Hause sind. Sie haben saftige, zerbrechliche, oft
kletternde und schlingende Stengel, sehr zarte, viel-
fach in kleine Zipfel zerteilte Blätter und enoständige
Trauben meist lilafarbener niedlicher Blüten. Die
Frucht ist als ein einsamiges Nüßchen entwickelt.
Die veroreitetste Art ist der gemeine Erdrauch
oder die Feld raute (t'. owciullliL ^.), ein überall
vorkommendes Unkraut, das wegen seines Gehalts
an Pottasche früher auch zum Geld- und Grünfärben
diente. Das Kraut schmeckt bitter und war offizinell.
Fumariaceen, Pstanzenfamilie aus der Ord-
nung der Nhöadinen (s. d.) mit gegen 100 Arten,
größtenteils in der nördl. gemäßigten Zone. Es
sind trautartige Gewächse, nicht selten mit knolligem
Rhizom, stark verteilten Blättern und unregel-
mäßigen zwitterigen, in der Regel lebhaft gefärbten
Blüten, die aus 2 Kelchblättern, 4 Blumenblättern,
4 oder 6 symmetrisch angeordneten Staubgefäßen
bestehen. Die Frucht ist gewöhnlich als eine mehr-
samige schotenförmige Kapsel, seltener als ein ein-
samigcs Nüßchen ausgebildet.
Fümarm, ein krystallisierendes Alkaloid unbe-
kannter Zusammensetzung aus den Pflanzen der
Gattung ^uinNi-ig..
Fumarölen (ital.), Ausströmungen von reinem
oder mit Gasen gemischtem Wasserdampf in vul-
kanischen Gegenden. Viele F. enthalten Schwefel-
wasserstoff, diejenigen von Sasso in Toscana und
von der Insel Vulcano Borsäure beigemengt. Hier-
her gehören auch die Dampfstrahlen, die aus den
Kratcrwänden und aus Klüften frischer, noch nicht
völlig erstarrter Lava hervorbrechen.
Fümarfäure, Boletsäure, eine zweibasische
organische Säure von der Zusammensetzung C4II404,
die zu den ungesättigten Verbindungen gehört.
Sie ist ziemlich verbreitet im Pflanzenreich, findet
sich z. B. in I^nmNi-ik olKcinaiig !>., in Pilzen und
Flechten (daher früher auch Flechten säure ge-
nannt) und entsteht unter Wasserabspaltung neben
Male'i'nsäure aus der Apselsäure (s. d.). Die F.
krystallisiert in kleinen Prismen und ist fast unlös-
lich in Wasser. Durch Reduktion mittels nascieren-
den Wasserstoffs liefert sie Vernsteinsäure. Beim
Erhitzen auf 200° verflüchtigt sie sich zum Teil un-
zersetzt, zum Teil geht sie dabei in das Anhydrid
der mit ihr isomeren Maleinsäure (s. d.) über. Aus
letzterer Säure entsteht sie umgekehrt bei manchen
chem. Reaktionen und stebt mit derselben in einem
eigentümlichen, theoretisch wichtigen Isomeriever-
hältnis, das sich nur durch verschiedene räumliche
Anordnung der Kohlenstoffatome im Molekül er-
klären läßt (räumliche Isomerie, s. Isomer). In
den gebräuchlichen Strukturformeln läßt sich dieses
Verhältnis folgendermaßen andeuten:
000H-0.II 110000II H-0-0(X
l! l! !! 0
11-0-00011 11-0.00011 11-0.00^
Fumarsäure Maleinsäure Malemsäureanhydrid.
Es geht aus diesen Formeln zugleich hervor, daß
die F. nicht wie die Maleinsäure ein Anhydrid zu
bilden im stände ist. Das gleiche Isomerieverhält-
nis wiederholt sich bei sehr vielen Verbindungen
mit doppelter Bindung von Kohlenstoffatomen. .
Fumay (spr. füma'h), Hauptort des Kantons F.
(1l)2,io likm, 7 Gemeinden, 13454 E.) im Arron-
dissement Nocroi des franz. Depart. Ardennes, auf
einer Halbinsel der Maas, an der Linie Reims-
Givet der Ostbahn, hat (1891) 5005 E., neue got.
Kirche; Schieferbrüche, Eifengießerei und Brauerei.
Fumbina, Land im Westsudan, s. Adamaua.
I"uinet (frz., spr. fümeh), Duft (von Speifen),
Wildgeruch, die Blume des Weins.
Fumi, Vmceslao, ital. Komponist, geb. 30. Okt.
1826 zu Montepulciano, studierte in Florenz unter
Giorgetti und war dann Orchesterdirigent in ver-
schiedenen Städten Italiens, später auch in Kon-
stantinopcl, Nio de Janeiro, Montevideo nnd
Buenos-Aires. In letzterer Stadt führte er 1862
feine Oper "^t^" auf. Nach Florenz zurückgekehrt,
wandte er sich der Instrumentalmusik zu und kom-
ponirte mehrere sog. sinfonische Dichtungen ("1^
3i68tH llsila 86ii0rit:i", "^VII' oindra. cle' I^Iinixi",
"11 80FN0 äi t-i-6tc1i6iin). F. starb 20. Nov. 1880
in Florenz.
Fumigation(lat.), Räucherung, in der Heilkunde
medikamentöse Näucherung oder Rauchbad, wobei
der ganze Körper oder einzelne Teile desselben mit
Dämpfen in Berührung kommen, die durch lang-
same Erhitzung oder Verbrennung von Harzen und
andern trocknen Arzneistoffen entsteben, früher als
erweichendes und harntreibendes Mittel oft ange-
wendet, jetzt aber als völlig wirkungslos außer Ge-
brauch. Fumigieren, räuchern, beräuchern.
I'ninoir (frz., fpr. fümoahr), Rauchzimmer.
Fu-mult, chinef. Name für Bocca-Tigris (s. d.).
Funacsa (spr. -natscha), auch Fonäcza,ungar.
Klein-Gemeinde im Bihargedirge (s. d.).
I'rzna.rla. F^-eb., Drehmoos, Moosgattung
aus der Gruppe der Laubmoose (s. d.), Familie der
Bryaceen, kleine einjährige Moose mit meist un-
verzweigtem Stengel und breiten mit Mittelrippe
versehenen Blättern. Die Kapsel ist gewöhnlich
birnförmig, die Haube kapuzenförmig. Die Stiele