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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Gelage - Gelb
G. starb 456 v. Chr. der Tragödiendichter Äschylus.
- Vgl. Holm, Geschichte Siciliens (2 Bde., Lpz.
Gelage, s. Gastmähler. "870-74).
Gela Insel, s. Guadalcanar.
Gelände, die Erdoberfläche mit allen darauf be-
findlichen Gewäsfern, Wegen, Vodeilbedeckungen,
Anbauverhältniffen und Bodenformen; für letztere
im besondern wird auch oft der Ausdrnck Terrain
(s. d.) angewendet, der früber namentlich in der Mili-
tärsprache fast ansfchliesilich fürG. gebraucht wurde.
Geländer, die aus Holz, Stein oder Eisen in
durchbrochener Arbeit hergestellte Schutzvorrichtung
an Treppen, Balkons, Terrassen, Brücken u. s. w.
(S. Balustrade, Brüstung.)
Gelasius, Name mehrerer Päpste und Bischöfe.
- G.I., derHeilige, ein Afrikaner (492-49l;), arbei-
tete mit Erfolg an derBefeftigung des röm. Primats.
Er erhob den Anspruch, der rom. Stuhl dürfe Appel-
lationen aus jedem Teil der Welt entgegennehmen,
dagegen könne von ihm nicht weiter appelliert wer-
den. Ein eifriger Verteidiger der rechtgläubigen
Lehre, verfolgte er mit Strenge Manichäer und
Pelagianer und verfluchte auch 495 die morgen-
länd. Kirche, sofern sie nicht der Verdammung des
Patriarchen Acacius von Konstantinopel als eines
Monophysiten Zustimme. In dem "DLcretnin äe
1idri8 r6cipi6uäi8 6t noil i'^< ipionäi"" sührt G.
den Unterschied der kanonischen von den apokry-
phischen Büchern streng durch und unterscheidet
auch unter den Schriften der Väter die anders-
gläubigen Schriften voll den rechtgläubigen. Die
Feier der heidn. Luperkalieu schaffte G. in Rom ab
und führte dafür da5 kirchliche Fest Maria Reini-
gung ein. Bemerkenswert sind die Abhandlungen:
"O6äuadu8 in Okri^to naNn-is" gegen Eutyches und
Nestorius, und "8lwi-kM6iitai-nim", enthaltend die
Mehliturgie. Die Briefe und Abhandlungen des G.
sind gesammelt von Thiel in den "NpiFtolae Ilnma-
noruin pontiücmm 6tc." (Nraullschw. 18l>7), deutsch
von Wenzlowsty, "Briefe der Päpste", Bd. 7 (in
der "Bibliothek der Kirchenväter", Kempten 1880).
- Vgl. Friedrich, Die Uncchtheit der Dekretale des
G. (in den "Sitzungsberichten" der ^Nünchener
Akademie, 1888). -' G. II. (N18 -19), früber
Johann von Gae'ta, Bencdiktinermönch von
Monte Cassino und päpstl. Kanzler, wnrde von
den Gegnern Heinrichs V. auf den päpstl. Stuhl er-
hoben. Sofort nach der Wahl von Anhängern des
Kaisers gefangen genommen, aber vom Volke be-
freit, floh er bei der Annäherung der taiserl. Trup-
pen uach Gae'ta, sprach den Bann über.Heinrich V.
und den von ihm aufgestellten Gegenpapst Gre-
gor V11I. aus, kehrte wieder nach Rom zurück und ent-
ging neuen Mißhandlungen nur durch die Flucht
uach Frankreich, wo er im.Nlostcr Cluny starb. -
G., seit 367 Bischof von Eäsarea in Palästina, ein
Gegner der Arianer, gest. 395, setzte die Kirchenge-
schichte des Eusebius fort. - G. von Kyziko5,
Sohn eines Priesters daselbst, um 476 Bischof von
Cäsarea in Vithynien, schrieb eine "Geschichte deo
Nicänischen Konzils" (griechisch und lateinisch hg.
von Balfour, Par. 1599). j trampf.
Gelasmus (grch.), krampfhaftes dachen, Lach-
Gelattne (lat.), s. Gallerte, Glutin und Leim.
Chinesische oder japanische G., s. Agar-Agar.
Gelatine-Dynamit, auch Neudynamit ge-
nannt, eins der wirksamsten Sprengmittel, gehört
zur Klasse der Abelite (s. d.). Es besteht aus 65
oder 45 Teilen dünner Sprenggelatine (s. d.) und
35 oder 55 Teilen eines Zusatzpulvers, welches
seinerseits aus 75 Teilen Kalisalpeter, 24 Teilen
Holzmehl und l Teil Soda hergestellt wird. Das
G. sieht dein Kieselgur-Dynamit sebr ähnlich, doch
ist es stärker in der Wirkimg, unempfindlicher gegen
hohe und niedrige Temperaturen, sowie durch Schlag
uud Stoß kanm je zur Explosion zu bringen. Auch
Wasser entzieht ihm nicht das Nitroglycerin, son-
dern nur nach und nach den Salpeter und schwächt
daher das G. in seiner Wirkung nnr unbedentend.
Es dient vielfach als Zundpatrone zur Entzündung
vou Sprenggelatine.
Gelatlnographie, im allgemeinen Benennuug
für diejenigen Manieren, bei welchen die Gelatine
direkt zur Herstellung von Druckplatten und zum
Druck benutzt wird. So fertigt man glatte und ge-
musterte Platten, die sich bequem auf der Buchdruck-
Presse drucken laffen. Man erzeugt z. V. derartige
Platten mit glatten Oberflächen, indem man eine
Schicht der geschmolzenen Gelatinemasse auf eine
fein polierte Metall- oder Steinplatte preßt, auf
der man die gewünschte Größe durch eine Begrenzung
von Holz- oder Bleistegen oder auch von Glaserkitt
bestimmt. Platte und Stege (Leisten) müssen da,
wo sie mit der Masse in Berührung kommen, leicht
eingeölt werden. Gemusterte Platten erzeugt man,
indem man z. V. Tüll über die Metallplatte spannt,
gleichfalls einölt und dann die Maffe daraufgießt.
Es genügt schon eine dünne Schicht von 8 bis 10 min,
die auf einer Holzunterlage befestigt wird. Im spe-
cielleil ist G. ein von Sand erdachtes Verfahren zur
Anfertigung typogr. Druckplatteu. Sand überzieht
eine glatte Platte (Metall oder Glas u. s. w.) mit
einem Gips, dem er etwas Alaun und schwefelsaures
Baryt zugesetzt und den er mit Wasser zu einem
dünnen Brei eingerührt hat. Der mit einem breiten
Haarpinsel aufgetragene Überzug bekommt eine Dicke
von 1 mm, muß gut trockneil und erhält dann durch
eine senkrecht zu führende Radiernadel die in die
Schicht einznradierendeZeichnung. Hierauf wird die
Platte ulit dem erwähnten Rande verseheil und die
geschmolzene Gelatincmasse dann eingegossen. Der
so gewonnene Abguß wird, um die Oberfläche wider-
standsfähiger zu machen, mit einer dünnen, Li^vma.
von chromsaurem Kalium überstrichen und dann mit
Leim auf einem Holzfuß befestigt. Für alle vor-
stehend beschriebenen Manieren dient am besten die
in den Buchdruckereien für die Druckwalzen benutzte
Gelalinewalzeniilaffe.
(Heläuf, in der Jägersprache das Laufen de5
Federwildes. Bei Hunden spricht man von gutem
oder schlechtem G., je nachdem die Verhältnisse
ihr Fortkommen erleichtern oder erschweren.
Geläuf, in der Turfsprache die eigentliche,
von den Rennpferden zu durchlaufende Bahn eines
Rennplatzes oder einer Arbeitsbahn. Sie ist der
Regel nach durch wechselseitig eingegrabene Stan-
gen abgegrenzt und gekennzeichnet. Das beste G.
bildet ein dichter, elastischer Rascnuntergrund.
Geläute, in der Jägersprache das mehrstimmige
Gebell jagender Hunde.
Gelb, im Spektrum (s. d.) die zwischen Orange
und Grün gelegeile Farbe (s. Farbenlehre). Über
gelbe Malerfarb en s. d. Über die in der Färberei
zum Gelb färben benutzten Farbstoffe s. Färberei
(Bd. 6, S. 573d). - Seifenechtos G. ^ nn
Azofarbstoff, der durch Diazotieren von in-Amido-
benM'säure und Kombinieren mit Diphenylamin
erhalten wird. Er färbt Wolle orange.