Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

769
Generalinspektion des Militärerziehungs- und Bildungswesens - Generaloberst
rale erhalten für diese Inspizierung vorübergehend
den Titel Generalinfpecteur.
G. werden in einzelnen Ländern die höhern Eisen-
bahn-Anfsichtsbchörden genannt, z.V. in Öster-
reich-Ungarn und Italien (s. Eisenbahnbehörden).
GeneralinspektiondesMilitärerziehungs
und Vildungswefens, militär. Behörde, die
nnter einem Generalinspecteur mit dem Range eines
kommandierenden Generals stebt und ihren Sitz in
Berlin bat. Der G. d. M. u. B. sind nnterstellt:
l) die Ober-Militärstudienkommission, 2) die Ober-
Z) die Inspektion
der Kriegsschulen, 4) das Kadettenkorps.
Generalintendant, Chef des Feld-Intcndan-
wrwescns, steht im Kriege unter dem Gcneral-
inspecteur des Etappen- und Eisenbahn-
wesens und hat die allgemeine Leitnng der Feld-,
Verpslegungs - und Verwaltungsangelcgenheiten.
l^. Intendantur.) - G. ist auch der Titel einer Hof -
charge, z. B. G. der Theater, der Hofmusik u. s. w.
Generalisation (lat.), Verallgemeinerung, d. b.
Übergang von einzelnen und besondern Erfahrung^-
ftitzen zu allgcnlcinen; sie deckt sich also mit dem Ver-
fahren der (unvollständigen) Induktion (s. d.). G c -
neralisieren, verallgemeinern; allgemeine Regeln
aufstellen.
Generalissimus (lat.), früher in Frankreich, im
Deutschen Reiche, in Osterreich und Rnsiland die
höchste Generalscharge. Der G. war als Stell-
vertreter des Kaisers mit besonderer Machtvoll-
kommenheit, oft auch in polit. Beziebung, bekleidet,
z. B. Wallenstein, Prinz Engen von Savoven.
Generalität (lat.), Allgemeinheit, im Gegensatz
zn Specialität', serner die Gesamtheit der Generale.
Generalitätslande, s. Seeland (niederländ.).
Generalkapitän war in der ehemaligen Re-
publik Venedig der nur für den Kriegsfall ernannte
Oberbefehlshaber der im Felde stehenden Hceres-
macht, in Frankreich im 17. Jahrh, eine Rangstnfe
zwischen den Marschällen und Generallieutenants.
In Spanien ist G. gegenwärtig der höcbstkomman-
dierende General in einem bestimmten Landesteil.
Die span. Monarchie zerfällt in 17 Generalkapi-
tanate, wovon 11 auf Spanien, je 1 auf die Va-
learcn, Afrika, Canarische Inseln, Cuba, Portoriko
und Philippinen entfallen. Endlich ist G. Titel der
mit hohen Generalen besetzten Commandeurstellen
der Arcierenleibgarde (s. d.) in Osterreich und der
.hartschiere (s. d.) in Bayern.
Generalkommando, im deutschen Heere die Ve-
zeichnnng der Kommando- und Verwaltungsbehörde
eines Armeekorps, desfen Befehlshaber den Dienst -
titel K ommandierender General fübrt. Letz-
term stebt für die Leitnng der militär. Angelegen-
heiten ein Stab zur Seite, der aus einem Chef des
Generalstabes des Armeekorps, einigen General-
stabsoffizieren und Adjntanten bestebt und im Kriege
außerdem den Commandeur der Artillerie des Korps
mit feinem Adjntanten und einen höbern Ingenieur-
offizier mit feinem Adjutanten zu Mitgliedern zählt.
Für die Leitung der
verfügt der kommandierende General über die
Korps-Intendantur, an deren Spitze ein Inten-
dant stebt, ferner über eilien Korps-Anditeur, einen
Korps-Generalarzt, einen Militär-Oberpfarrer und
einen Korps-Roßarzt. Die Gefamtheit der genann-
ten Perfonen bildet das G.
Generalkommission, die erstinstanzliche kol-
legiale Behörde für Gemeinheitsteilungen (s.d.) und
Vrockhauc'' Konvcrsations Lcxiton. 11. Anst.. VII.
Ablösungssachen (s. Reallastcn) in Preußen (zweite
Instanz: Oberlandeskulturgericht). G. bestehen für
Brandenburg (einschließlich Berlin) und Pommern
in Franksurt a. O.; für Hannover und Schleswig-
Holstein in Hannover; für Hessen-Nassau, die Für-
stentümer Waldect,Pyrmont und Schaumburg-Lippe
in Cassct; für Oft- und Westpreusien und Posen in
Vromberg; für die Rheinprovinz (soweit nicht Mün-
ster) in Düsseldorf; sür die Provinz Sachsen, die
Herzogtümer Anhalt und Sachsen-Meiningen, die
schwarzburgischen Fürstentümer inMerseburg; für
Schlesien in Vreslau; für Westfalen und die Kreife
Duisburg, Essen, Mülheim a. d. Ruhr, Ruhrort
und Rees in Münster. - Als M ititärbehörde
in Dänemark (seit 18. März 1891) hat die G. den
Zweck, Gutachten über Fragen abzugeben, welche
die Mobilmachung, Zusammensetzung, Versamm-
lnng und Dislokation des Heers im Falle der
Kriegsbereitschaft betreffen. Sie besteht aus dem
Kronprinzen als Vorsitzenden, dem Chef des Gencral-
stabes, den Generalinspecteuren der Fußtruppeu und
der Reiterei, dem General der Artillerie und dem Ge-
neral der Ingcnieurtruppen als festen Mitgliedern.
Generalkonferenz der deutschen Eisen-
bahnen, s. Eisenbahntarife (Bd. 5, S. 89!) ll).
Generalkonsul, s. Konful.
Gcnerallieutenant, die Generalscharge (s. Ge-
neral), dessen Träger früher der Stellvertreter des
Kriegs- oder Feldherrn war; in Asterreich-Ungarn
beißt ein Divisionsgeneral noch gegenwärtig Feld-
marschalllieutenant (s. d.), d. h. Stellvertreter
des Marschalls. - Jetzt befehligt ein G. im deutscheu
nnd russ. Heere eine Division.
Generalmajor, die niedrigste Generalscharge
(s. General), mit der in Deutschland und Österreich
gewöbnlich das Kommando einer Brigade verbunden
ist und die aus diesem Grunde auch in einzelnen
Armeen mit der Vezeichnnng Brigadegeneral
benannt ist, so z. V. in Frankreich, wo der (^Liior^i
äs IniFado dem Range und den Befugnissen nach
dem G. entspricht. Die unterste Stufe der Genera-
lität dieß in ftübern Zeiten Generalwachtmeister, wie
die unterste ^tufe der Stabsoffiziere: Oberftwacht-
meister. Als für die unterste Stabsoffizierstufe der
Titel Major aufkam, wurde er unlogischerweise auch
in den Titel Generalwachtmeister hineingebracht,
sodasi nun der G. eine niedere Stufe ist als der
Generallieutenant.
Generalmarfch, das Horn- oder Trommel-
signal zum Alarm (s. d.).
Generalmilitärkasse, diejenige Kasse, welche
die großen Zahlungen für die deutsche Armee zu
leisten hat; sie ist Korpszahlungsstelle für das
Gardetorps und für das 3. Armeekorps, hat ihren
Sitz in Berlin und ist dem Kriegsnnnisterium unter-
stellt. (S. Kricgszahlmeister.)
Generalnenner, s. Bruch (mathem.).
Generaloberst, im 10. und 17. Jahrh, noch
Feld ob erst genannt, war später der Titel des
Führers größerer Heere. In neuerer Zeit giebt es
in einzelnen Armeen, z. B. in der deutschen, G.,
deren Cbarge der des Generalfeldmarschalls gleich-
gestellt ist und die für einzelne Waffen ernannt wer-
den. Sie tragen als Gradabzeichen auf Epauletten
nnd Achfelstücken drei Gradsterne. Die dcutscheArmee
zählt gegenwärtig (1895) vier G., die G. der Kaval-
lerie: Großherzöge von Baden und Sachsen, Fürst
Bi^marck und Freiherr von Loe, Oberbefehlshaber
in den Marken und Gouverneur von Berlin.
49