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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Genua (Stadt)
1287 m, Monte-Antola 1598 m, Molüe-Vue 1803 m,
Monte-Penna 1735 m und Monte-Gottero 1639 m).
Von den im allgemeinen kurzen und unbedeuten-
den Flüssen münden Centa, Polcevera, Bisaa.no,
Entella und Magra mit Vara in das Ligurische
Meer, während Trebbia, Scrivia und Vormida nach
N. dem Po zufließen. Das Klima ist mild und ge-
sund, im Sommer heiß, mit wechselnden Winden.
Das Land liefert Früchte, Oliven, Getreide, Kar-
toffeln und Gemüse; wichtig ist die Fischerei sowie
die Vieh-, Bienen- und Seidenraupenzucht. Die be-
deutende Industrie erstreckt sich auf Schiffbau und
Fabrikation von Maschinen, Eiseilwaren, Seiden-,
Woll- und Baumwollwaren, Gold- und Silber-
waren, Papier, Sack- und Segeltuch, Holzkohlen,
Mühlsteinen, Seife, Konserven und Nudeln; der
Bergbau fördert Kupfer, Kali, Gips, Alabaster,
Marmor und Schiefer. Der Handel ist bedeutend
und wird durch die Häfen G., <^pczia, Savona und
Albenga unterstützt.
2) G., ital. <^6uovn; frz. 6ön68, Hauptstadt der
Provinz G. und Festung, ehe-
mals feste Hauptstadt der Re-
publik G. (1788: 5000 <ikm,
400000 E.) fowie des spätern
Herzogtums G., liegt unter
44° 24' nördl. Br. und 8° 54'
östl. Länge von Greenwich, im
O. und N. des Golfs von
G. (Hierzu ein Plan: Genua.)
Die mittlere Temperatur be-
trägt im Januar 7,8, im Juli 24,0, im Jahr 15,<,° ('.
In weitem Halbkreis baut sich die Stadt, ihrer
Lage und ihrer Marmorpaläste wegeil "^ 8ui)6i-d^>
(die Prächtige) genannt, an den steilen Abhängen
des Ligurischen Apennins zwischen den beiden tiefen
Thälern des Visagno im O. und Polcevera im
W. zu bedeutender Höhe amphitheatralisch auf.
Die ausgedehnten Befestigungen, aus dem An-
fang des 17. Jahrh, herrührend, sind in neuerer
Zeit ergänzt worden. Auf der Landseite hat die
Stadt eine doppelte Befestigung, die innere Stadt-
mauer und den breiten äußern Wall (15 km); letz-
terer zieht sich von dem Leuchtturm an der Westseite
die Höhe hinauf, am Forte Vegato (493 m) vor-
über zum Forte dello Sperone (510 m), dem höch-
sten und Schlüsselpunkte der ganzen Position, und
senkt sich über das Forte Castellaccio (382 m) bis
zur Mündung des Visagno im O. der Stadt. Dieser
Wall, mit befestigten Türmen versehen, steht in Ver-
bindung mit den 10 Außenforts auf den umliegen-
den Höhen und macht zusammen mit den Hafen-
befestigungen G. zu einer der stärksten Festungen Ita-
liens. Der geräumige und befestigte Hafen (2041,li
Gesamtfläche), einer der bedeutendsten des Mittel-
meers, mit zahlreichen Quais oder Dämmen von
6 kin Länge, bildet einen etwa 10 km großen
Halbkreis und besteht aus dem Vorhafen (Avam-
porto Vittorio Emanuele), dem neuen Hafen (Nuovo
Porto) und dem innern Hafen (Porto). Von den
mächtigen, zum Schutze des Hafens errichteten
Dämmen sind die äußersten der Molo Giano im
O. und der durch ein Geschenk des Herzogs von
Galliera (gest. 1876) von 20 Mill. Lire erbaute
Neue Hafcndamm (Molo Nuovo) im W. mit seiner
südl. Fortsetzung, dem Molo Duca di Galliera,
welche den Hafen gegen den gefährlichen Südwind
(UdLccio) fchützen soll. Auf der felsigen Halbinsel
Capo Faro erhebt sich der große Leuchtturm (lau-
tsi-na), dessen Licht (125 in über dem Meeres-
spiegel) fast 20 Seemeilen weit leuchtet, und in der
Nähe das Fort San Benigno. Ostlich von diesen
beiden schiebt sich der Alte Hafendamm (Molo
Vecchio) mit einem 1550 von Gal. Alessi erbauten
Thor, Porta del Molo, von O. nach W. in den
Hafen hinein. An der Nordostfeite des Hafens be-
findet sich der frühere königl. Kriegshafen (Darsena
Reale), wo 1547 Fiesco (s. d.) ertrank, an der Ost-
seite der Freihafen (Porto Franco) mit der Dogana,
ehemals Gebäude der Bank von San Giorgio,
vielen Magazinen (Freilager, Deposito Franco)
und Gleisverbindung mit dem Bahnhöfe.
Straßen, Plätze, Denkmäler. Wegen des
beschränkten Raums, den die Stadt einnimmt, und
infolge ihrer Lage an den Felsabhängen, sind viele
Straßen sehr eng, unregelmäßig, durch die viel-
stöckigen Häuser düster und sehr steil, aber mit
Steinplatten belegt und reinlich; zuweilen sind sie
durch Marmortreppen oder aber durch Brücken mit-
einander verbunden. Merkwürdig ist die von der Fa-
milie Sauli erbaute, zur Kirche gleichen Namens füh-
rende Straßenüberbrückung (30 m) Ponte Carignano
im S. der Stadt. In neuerer Zeit sind jedoch zahl-
reiche schöne und breite Straßen angelegt, wie die
Via Noma nebst ihrer Fortsetzung, der Via Assarotti,
und die jener parallele, glasbedeckte Galleria Maz-
zini. Die am Hafen entlang führende Via Carlo
Alberto und die südlich daranstoßende Piazza di
Caricamento sind durch den Abbruch (1885) der
Bogenmauer mit Marmorterrasse erheblich verbrei-
tert worden und gewähren einen schönen überblick
über das bewegte Leben des Hafens. Eine fchöne
Promenade im NO. der Stadt mit herrlicher Aus-
sicht bietet die 1876 auf der innern Befestigung all-
gelegte Via di Circonvallazione a monte, die sich, bei
der Piazza Manin beginnend, unter verschiedenen
Namen (Corso Solferino, Corso Paganini u. s. w.)
bis zum Armenhaus (Albergo dei Poveri) im N. er-
streckt. Die schönste alte Straße ist die Via Nuova,
jetzt Via Garibaldi, welche nebst der sich anschließen-
den Via Cairoli und Via Valbi zugleich die Haupt-
verkehrsstraße zwischen der Innenstadt und dem im
NW. gelegenen Hauptbahnhof bildet und gleich wie
letztere mit zahlreichen alten Palästen besetzt ist.
Auf der Piazza Acquaverde im NW. der Stadt am
Hauptbahnhof erhebt sich das Marmordenkmal des
Columbus (1862) von M. Canzio auf einem mit
Schiffsschnäbeln verzierten Sockel; auf der Piazza
Corvetto inmitten der Stadt das bronzene Neitcr-
denkmal Victor Emanuels auf einem Granitsockel,
18.Juli 1885 enthüllt; östlich davon der hochgelegene
Park von Acquasola (42 m), 1821-37 aus einem
Theile der ehemaligen innern Stadtbefestigung an-
gelegt, mit schöner Aussicht auf die Stadt und das
Meer; nordwestlich von diesem die städtische Villetta
di Negro mit prächtigem Garten und einem natur-
geschichtlichen Museum, zwischen beiden das Mar-
morstandbild Mazzinis von Costa (am Sockel zwei
allegorische Gestalten, Gedanke und That), 22. Juni
1882 enthüllt; die Piazza Fontane Morose, Piazza
Defcrrari, Piazza dei Vanchi mit der Börse, Piazza
Nuova, wo die Wochenmärkte abgehalten werden
und andere kleinere Plätze.
Bevölkerung. G. tMi^i) 179515 C'.; hier-
von kommen auf die eigentliche Stadt 139366, auf
die zur Gemeinde gehörigen Ortschaften 40149 E.
Nach einer Berechnung betrug (l.893) die Gesamt-