Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

835
Geradführung
führenden Konstrultionsteil verbundenen Büchsen
bewegen sich auf festen Stangen. Im letztern Falle
sind meist zwei Stangen (Leitstangen) vorgesehen,
auf welchen ein mit dem zwischen den Leitstangen
liegenden gerade zu führenden Teile verbundenes
Mittelstück (Traverse) mittels zweier Büchsen gleitet.
Aus der letztern Anordnung entwickelt sich die für
stärkere Beanspruchungen zweckmäßigere Pris-
menführung, wenn die erwähnten festen Leit-
stangen eine prismatische Form erhalten' bierbei
werden die beweglichen Büchsen zu Gleitstücken
(Gleitllötzen, 5)uerhä'uptern oder Kreuzköpfen), die
auf entsprechenden ebenen Flächen der Prismen
(Gleitschienen, Gleitbahnen, Coulissen oder Füh-
rungsgleisen) gleiten. Fig. 1 zeigt
eine G. für die Kolbenstange einer
Kalifornia-Pumpe. Die Stange a
trägt die Traverse d und wird
durch die Stopfbüchse c einerseits
und die am Gestell feste Bücbse ä
andererseits gerade gesührt. An
der Traverse d greift die hier ge-
gabelte Pleuelstange 6 an. Eine
Prismensührung für den Krem-
topf einer Dampfmaschine ist in
Artikel Kreuzkopf beschrieben. In
etwas anderer Anordnung finden
sich Prismenführungen an einer
Anzahl von Werkzeugmaschinen
für die Bearbeitung von .holz und
Metall zur geradlinigen Verschie-
bung des Arbeitsstahls gegen das
Werkstück oder des Werkstücks gegen
den Arbeitsstahl, z.V. der Sup-
port auf dem Bett einer Drehbank,
die Tischplatte einer Hobelmaschine
auf dem Gestell derselben. Für
mancheZwecke empfiehlt es sich, die
gleitende Reibung durch die rol-
lende zu ersetzen, in welchen Fällen
die weniger häufig vorkommende
Rollenführung durch Anwen-
Fiq. i. düng von Rollen statt der Gleit-
backcn,bez. derFahrungsgleise ent-
steht, wie dies bei den Vlockwagen der Sägegatter,
den Druckplatten derBuchdruckschnsllpressen u. s. w.
geschieht.
Eine andere Art von G. sind die Gelenk süh-
rungen oder Lenker. Es sind dies zwangläufige
Mechanismen, deren einer Punkt eine Gerade oder
gewöhnlich eine Kurve (Lemniskoidc, Konchoidc) be-
schreibt, welche sich in einem gewissen Stück einer
geraden Linie für praktifche Anwendung genügend
annähert. Man unterscheidet Ellipsenlenker, Drei-
eckslenker, Konchoidenlenker, Lemniskoidenlenker.
Der Ellipsenlenker beruht auf einer Um-
kehrung des Satzes, daß jeder Punkt einer Geraden,
deren Endpunkte auf den Schenkeln eines rechten
Winkels geführt werden, eine Ellipse und der Mittel-
punkt der Geraden speciell einen Kreis beschreibt.
Man hat demnach von einer geraden Stange nur
ihren Mittelpunkt in einem Kreise von der halben
stangenlange als Radius (bez. auch einen andern
Punkt in einem entsprechend zu wählenden Kreise"
und den einen Endpunkt auf einer Geraden, die
rurck den Kreismittelpunkt geht, zu führen, um bei
dcr Bewegung des Mechanismus die Bahn des
andern Endpunktes zu einer Geraden zu machen.
Durch Ersatz der dabei vorausgesetzten geraden
Führung des einen Endpunktes durch einen stachen
Kreisbogen erhält man den sog. Evans schen (an-
genäherten) Ellipsenlenker. Dieser wird, w^
/
Fig. 3.
Fiss. 2.
auch in Fig. 2 gezeichnet, vielfach als G. für Indika-
toren (Tbompson-Indikator, s. Indikator) gebraucht.
Der parallel zur Indikatorcylinderachse gerade zu
fübreude Punkt ist a (der Schreibstift). Die Punkte !>
und (.' sind am Apparate fest. Der Hebel aä wird
Hauptlenker, <^> Gegenlenker genannt. Bei
der Bewegung des Ge-
triebes lbeim Indika-
tor durcb Antrieb vom
Punkte t' der Stange aä
aus) beschreibt 6 einen
Kreisbogen um d,ä einen
sebr flachen Kreisbogen
um c und H eine Kurve,
welche innerhalb des ge-
brauckten Teils (hier
der Trommelhöhe ent-
sprechend) außerordent-
lich wenig von einer Geraden abweicht und mit einer
Geraden im allgemeinen drei und bei besonderer
Konstruktion fünf Punkte gemeinfam hat.
Der Dreieckslen-
kcr, der bei Pumpen
in Anwendung gekom-
men ist, beruht auf fol-
gendem ^atze: Wenn
man ein Dreieck so ver-
sckiebt, daß zwei Eck-
puntte stets auf zwei
Geraden bleiben, so be-
schreibt der dritte Eck-
punkt dann eine gerade '
Linie, wenn der Winkel
au ibm gleich dem Win-
tel ist, den die beiden
Führungsgcraden bil-
den. Die zwei Geraden
für die Führung zweier
Dreiecks - Eckpunkte
werden durch flache
Kreisbögen erfetzt, und
es wird so in dieser Robertschen Dreiecks-
führung nur eine angenäherte, aber für die prak-
tische Ausführung genügende G. erhalten. Aus der
schematischen Fig. 3 ist das Dreieck ade ersichtlich,
dessen Punkte d und c durch die Hebel dä und c6
in Kreisbögen um die festen Punkte <l und 6 geführt
53^
Fig. 4.