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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Girbaden; Girgeh; Girgenti; Girieren; Girl; Girlitz; Girndt

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Girbaden – Girndt

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Giraud (Pierre François Eugène)'

nach Paris zurück. 1844 bereiste er Spanien, 1847 den Orient. Zu seinen bekanntesten Gemälden gehören: Rettung des Dauphins Karl durch Stephan Marcel 1358 (1836), Übergang der Armee Condés und Colignys über die Loire (1837), Tanz in einer Posada zu Granada (1853), Tänzerin in Kairo (1866), Der sterbende Matador (1869; im Luxembourg zu Paris), Juwelenhändlerin im Harem (1874), Büchertrödler (1875), Blumenmarkt unter dem Direktorium (1876), Rückkehr aus der Schenke (1877). G. starb 29. Dez. 1881 in Paris.

Charles G., Maler, Bruder des vorigen, geb. 18. Jan. 1819 zu Paris, studierte seit 1835 auf der École des beaux-arts und bereiste 1843–47 Westindien, 1856 mit dem Prinzen Napoleon den europ. Norden. Unter seinen Gemälden sind hervorzuheben: Erinnerung an Haïti (1853), Seehundsfang (1857), Rückkehr des Jägers, Spinnerinnen in der Bretagne (1873), Landungsplatz in Brienz (1874), Vlämisches Intérieur (1876), Apfelernte (1877). Er starb 1892 in Paris.

Girbaden, Burgruine bei Grendelbruch (s. d.) im Unterelsaß.

Girgeh, Dschirdscheh, Provinz Oberägyptens, zwischen Siut im N. und Kenneh im S., 15703 qkm und 521413 fast durchweg seßhafte E. Der Boden ist sehr gut kultiviert.

Die Stadt G., links am Nil, 33 km im SO. von der Hauptstadt Sauaki, zählt (1882) 14819 E. Außerhalb der Stadt liegt das älteste röm.-kath. Kloster im Nilthale. 17 km südlicher die Ruinen von Abydos. G. war Hauptort Oberägyptens.

Girgenti (spr. dschirdschénti). 1) Provinz des Königreichs Italien, an der Südwestküste der Insel Sicilien, grenzt im W. an die Provinz Trapani, im N. an Palermo, im O. an Caltanissetta und im S. an das Mittelländische Meer, hat 3861,72 (nach Strelbitskij 3019) qkm, (1881) 312487 E., d. i. 81 auf 1 qkm, und zerfällt in die 3 Kreise Bivona (63634 E.), G. (189603 E.) und Sciacca (59250 E.) mit zusammen 41 Gemeinden. Die Provinz ist sehr gebirgig, besonders im Norden, wo sich der Monte-Cammarata zu 1576 m Höhe erhebt, die wenigen Flüsse Belice, Verdura, Magazzolo, Platani, Naro und Salso sind klein und versiegen zum Teil im Sommer. Das Land liefert Getreide, Hülsenfrüchte, Mandeln, Öl, Süßholz, Johannisbrot und Wein, ferner Soda, Schwefel, Steinsalz und Marmor; zur Ausfuhr gelangen Getreide, Südfrüchte, Schwefel, Salz und Fische. Von Porto Empedocle an der Küste führt eine Bahnlinie über die Hauptstadt G. bis zur Nordküste der Insel, ebenso führt von der weiter östlich gelegenen Küstenstadt Licata eine Linie nach Caltanissetta; beide sind durch eine Bahn von Canicatti nach Caldare miteinander verbunden, eine Küstenbahn ist im Bau. –

2) G., das Akragas der Griechen, das Agrigentum (s. Agrigent) der Römer, Hauptstadt der Provinz und des Kreises G., 9 km von der Südwestküste der Insel Sicilien, in 330 m Höhe, am Zusammenfluß des Drago (Hypsas) und San Biagio (Agragas), welche den Fluß G. Bilden, und an der von Porto Empedocle, dem Hafen für G., nach Termini führenden Eisenbahnlinie, in fruchtbarer Umgebung, von finsterm und schmutzigem Aussehen, ist Sitz des Präfekten, eines Bischofs, Kriminalgerichtshofs, eines Divisionskommandos der Carabinieri, eines Militärdistrikts, einer Handelskammer und eines deutschen Konsuls und hatte 1881: 21274, 1893 (nach Berechnung): 24500 E., in Garnison das 58. Infanterieregiment, Mauern ↔ und Türme aus dem Mittelalter, 4 Thore, zahlreiche Kirchen, darunter die hochliegende große Kathedrale aus dem 14. Jahrh., später sehr modernisiert, in der sich ein antiker Sarkophag mit Reliefdarstellungen aus der Geschichte des Hippolytus und der Phädra, jetzt als Taufbecken dienend, befindet; ferner ein Lyceum, Gymnasium, bischöfl. Seminar, eine technische Schule, bedeutende Bibliothek (die Lucchesiana mit 18724 Bänden und 227 Handschriften), 1765 vom Bischof Lucchesi gestiftet, ein Museum mit Altertümern, eine mit Benutzung antiker Reste erbaute Wasserleitung und in der Umgebung zahlreiche Schwefelminen. 9 km entfernt der Hafenort Porto Empedocle, früher Molo di G. genannt, mit (1881) 7908 E. und den großen in Fels gehauenen Magazinen der Schwefel- und Kornhändler von G. Der Hafen (0,7 ha groß, bis 7,9 m tief) ist durch einen 1885 m langen, aus den Werkstücken alter Tempelreste ausgeführten Molo geschützt und mit einem Leuchtturm versehen. Die Ausfuhr erstreckt sich auf Getreide, Olivenöl, Mandeln und sicil. Schwefel (etwa 1/6 der Ausfuhr von ganz Sicilien). – 828 bemächtigten sich die Saracenen der seit 535 zum griech. Kaiserreich gehörigen Stadt; 1086 nahm sie Graf Roger I. ein und gründete hier 1093 ein reiches Bistum, dessen erster Bischof der heil. Gerlando war. – Vgl. Picone, Memorie storiche agrigentine (2. Aufl., Girgenti 1865).

Girieren, ein Giro (s. d.) geben.

Girl (kleinruss., eigentlich Girlo, «Hals»), in Südrußland Meerenge, Kanal, eigentlich die Rinne, die ein Fluß nach der Mündung in seinem submarinen Delta bildet, also gewöhnlich soviel wie sein Fahrwasser; fälschlich auch die Mündung selbst.


Textfigur:

Girlitz (Serinus hortulanus Koch, s. nachstehende Figur), ein finkenartiger Singvogel mit kurzem, dickem, stumpfspitzigem Schnabel, kurzen Füßen mit mittelmäßig langen Zehen und kleinen, spitzen Nägeln, spitzen Flügeln und tief ausgeschnittenem Schwanze. Die Hauptfärbung ist grün, auf der Unterseite gelblich, mit schwärzlichen Flecken und Streifen und schwarzbraunen Schwing- und Steuerfedern. Der G. bewohnt ganz Südeuropa, dehnt aber sein Verbreitungsgebiet immer weiter nach Norden aus. In Mitteleuropa ist er Zugvogel, hält sich gern in Baumgärten auf, baut ein kunstreiches Nest und nährt sich fast nur von Sämereien. Sein nächster Verwandter ist der Canarienvogel (s.d.).

Girndt, Otto, Schriftsteller, geb. 6. Febr. 1835 in Landsberg a. W., studierte erst die Rechte, später Philosophie und Geschichte in Berlin und Heidelberg. Durch das Lustspiel «Y 1» ward sein Ruf als Lustspieldichter begründet (1865); auch die folgenden Komödien «Und», «Polit. Grundsätze», «Am andern Tage», «Strafrecht» fanden Anklang. Mit «Orient. Wirren» gewann er 1877 den zweiten Laube-Preis in Wien, sodann 1880 den Münchener Preis von 1877 mit seinem Trauerspiel «Danckel-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 19.