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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Göppert (Heinr. Rob., Jurist); Göppingen; Gora; Goragebirge; Gorakhpur; Goral; Goralczyk; Goralen; Gorazda; Gorbatow; Görbersdorf

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Göppert (Heinr. Rob., Jurist) – Görbersdorf

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Göppert (Heinr. Rob., Botaniker)'

untern Kohlenformation» (Jena 1860), «Die fossile Flora der Permischen Formation» (Cass. 1864–65), «Über Strukturverhältnisse der Steinkohle» (Bresl. 1867), «Die Flora des Bernsteins» (Bd. 1, Lpz. 1883). Eine Zusammenstellung aller bis 1850 bekannter fossiler Pflanzen mit vollständiger Synonymik lieferte er in Bronns «Index palaeontologicus» (2 Bde., Stuttg. 1848–50).

Göppert, Heinr. Rob., Jurist, Sohn des vorigen, geb. 14. März 1838 zu Breslau, studierte daselbst, zu Berlin und zu Heidelberg die Rechte, habilitierte sich 1863 zu Breslau für röm. Recht, wurde 1865 zum ausserord., 1868 zum ord. Professor ernannt und 1874 als vortragender Rat ins Ministerium für geistliche und Unterrichtsangelegenheiten berufen, wo er das Ressort der Universitäten verwaltete. Er starb 18. Mai 1882 in Berlin. G. schrieb «Beiträge zur Lehre vom Miteigentum» (Halle 1864), «Über die organischen Erzeugnisse» (ebd. 1869), «Über einheitliche, zusammengesetzte und Gesamtsachen» (ebd. 1871), «Das Princip: Gesetze haben keine rückwirkende Kraft, geschichtlich und dogmatisch entwickelt» (in den «Jahrbüchern für die Dogmatik des Privatrechts», Bd. 22, Jena 1884).


Textfigur:

Göppingen. 1) Oberamt im württemb. Donaukreis, hat (1890) 44855 (21115 männl., 23740 weibl.) E., darunter 6439 Katholiken und 314 Israeliten, in 1 Stadt und 33 Landgemeinden. –

2) Oberamtsstadt im Oberamt G., rechts an der Fils, in 316 m Höhe, an der Linie Ulm-Stuttgart der Württemb. Staatsbahnen, Sitz des Oberamtes, eines Amtsgerichts (Landgericht Ulm) und Hauptsteueramtes, hat (1890) 14352 (6896 männl., 7456 weibl.) E., darunter 1878 Katholiken und 271 Israeliten, Post zweiter Klasse, Telegraph, Reichsbanknebenstelle: zwei evang. und eine kath. Kirche sowie eine Synagoge, ein vom Herzog Christoph 1559–67 erbautes Schloß, königl. paritätische Realanstalt (Rektor Hertter, 17 Lehrer, 8 Klassen, 327 Schüler, 2 Elementarklassen, 111 Schüler), königl. Paritätische höhere Mädchenschule, Fortbildungsschule, Frauenarbeitsschule und Gewerbebank. G. ist eine der bedeutendsten Fabrik- und Industriestädte des Landes, besonders in Baumwollweberei, Metallwaren-, Korsett- und Maschinenfabrikation. In der Nähe das seit 1852 zu einer Irrenanstalt umgewandelte Christophsbad G. – Vgl. Pfeiffer, Beschreibung und Geschichte der Stadt G. (Göppingen 1885).

Gora, czech. Hora, in slaw. Sprachen Bezeichnung für Berg, Gebirge.

Goragebirge, s. Bautschi.

Gorakhpur, Hauptstadt des Distrikts G. der Division Benares der brit.-ind. Lieutenant-Gouverneurschaft der Nordwestprovinzen, liegt unter 26° 44' nördl. Br. und 83° 24' östl. L., auf dem linken Ufer der hier schiffbaren Rapti, hat (1891) 63820 (1881: 57922) E., darunter 37710 Hindu, 20031 Mohammedaner, 125 Christen, eine schöne Moschee, Imam-Bara, die vom Nabob von Audh im 17. Jahrh. erbaut wurde, und starke Befestigungen. Die Westseite der Stadt enthält die Kantonnements der Garnison. Der Handel mit Getreide und Holz ist lebhaft.

Goral (Antilope goral Hardw.), eine der Gemse verwandte Antilope aus den Hochgebirgen Nepals. ↔

Góralczyk (spr.-tschük), Kasimir, Pseudonym des poln. Schriftstellers W. L. Anczyc (s. d.).

Goralen (vom poln. góra, Gebirge), Gebirgsleute, heißen die Karpatenbewohner in Galizien, zumal die Polen der Beskiden (Bezirk Neu-Sandec, Limanowa, Myslenice u. a.), während die Polen der Tatra Podhalanie, die östlich (jenseits Poprad) wohnenden Kleinrussen in Lemken (s. d.), Bojken (s. d.) und Huzulen (s. d.) sich sondern. Die G. sind hoch und kräftig gewachsen, von lebhafter und energischer Art; ihren Haupterwerb bildet die Schafzucht, daneben steigen sie in die Ebenen (bis nach russ. Polen und Ungarn) als Mäher, Weinleser u. dgl. herab; aus ihnen rekrutiert sich auch meist der Dorfklerus von ganz Westgalizien. Die Kleidung der Männer besteht aus einem langen Überwurfe, groben Hemde, weißen Beinkleidern und Schnürschuhen (Kierpzen); die Weiber tragen Hemd, Mieder, Rock und Vortuch, an Festtagen bunte Stiefel und verzierte Pelze. Die Lebensweise ist einfach und mäßig.

Gorazda (spr. -aschda), Marktflecken im Bezirk Čajnica des bosn. Kreises Serajewo, links am Oberlauf der Drina, in 348 m Höhe, in der Mitte Weges zwischen Serajewo und Plevlje im Sandschak Novipazar, Sitz einer Expositur, einer Geniedirektion und eines Platzkommandos, hat (1885) 1226 meist mohammed. E. (274 Griechisch-, 69 Römisch-Katholische), in Garnison (360 Mann) das 1. Bataillon des 73. böhm. Infanterieregiments «Herzog Wilhelm von Württemberg», lebhaften Getreidehandel und ist strategisch bedeutend.

Gorbatow. 1) Kreis im westl. Teil des russ. Gouvernements Nishegorod, im S. eben, nach N. zur Oka zu hügelig, mit vorwiegend Lehmboden, hat 3630,6 qkm, 118673 E., Ackerbau (Roggen, Hafer), Wald- und besonders Hausindustrie (Metall-, Spezerei-, Seilereiwaren, Gerberei und Lederarbeiten). –

2) Kreisstadt im Kreis G., 77 km westsüdwestlich von Nishnij-Nowgorod, am rechten, hohen Ufer der Oka, und 13 km südlich von Gorbatowka, Station der Linie Moskau-Nishnij-Nowgorod der Großen Russ. Eisenbahn, hat (1888) 3216 E., Post und Telegraph, 2 Kirchen, Gartenbau, Fischerei, Tau-, Stahlwarenfabriken, Handel mit Schmiede- und Schlosserarbeiten.

Görbersdorf, Dorf im Kreis Waldenburg des preuß. Reg.-Bez. Breslau, 6 km nordöstlich von Friedland (s. d.) und 9 km südwestlich von Dittersbach (s. d.), in 584 m Höhe, in einem engen Thale desjenigen Teils der Sudeten gelegen, welcher das Riesengebirge mit dem Eulengebirge verbindet, hat (1890) 948 E., Post, Telegraph und ist durch die Heilanstalten für Lungenkranke berühmt. Hier gründete 1854 Dr. Brehmer (gest. 22. Dez. 1889) seine Heilanstalt. Seine Methode ist begründet auf der geschützten Lage im Gebirge, wo Schwindsucht, wie er nachgewiesen hat, nicht mehr vorkommt; ferner auf steter ärztlicher Überwachung und Regelung der Lebensweise, dem Genuß von frischer Bergesluft und fettreicher Kost, auf Abreibungen, Douchen u. s. w. Die mit der Anstalt verbundenen zweckmäßigen Anlagen unterstützen die Heilung wesentlich. Von den ungefähr 700 Patienten, die jährlich G. besuchen, bleiben viele daselbst auch im Winter. Große erwärmte Wintergärten gestatten den Kranken jederzeit Bewegung. Eine zweite Heilanstalt, von Dr. Römpler, besteht seit 1875. Die Promenadenwege in einer Ausdehnung von 7 km werden auch im Winter schneefrei erhalten. Die das Thal um-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 163.