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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Grenaille; Grenat; Grendelbruch; Grenelle; Grenets Flaschenelement; Grenié; Grenier; Grenna; Grenoble

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Grenaille - Grenoble

fruchtbare Inseln vulkanischen Charakters. Von S. nach N. folgen aufeinander Hillsborough oder Carriacou mit 27,99 qkm und 6031 E., Union Cannouan, Moustique, Bequia. Gebaut werden Zuckerrohr und Baumwolle. Sie gehören teils zu St. Vincent, teils zu Grenada.

Grenaille (Grainaille, frz., spr. gränáj), kleine Körnchen, z. B. Vogeldunst; in der Mehrzahl: gekörntes Metall; grenaillieren (grainaillieren), Metall körnen, s. Granulieren.

Grenāt, Grenadine, ein rotbrauner Farbstoff, der aus den Rückständen der Fuchsinfabrikation gewonnen wird und zum größten Teil verunreinigtes Fuchsin ist.

Grendelbruch, Dorf im Kanton Rosheim, Kreis Molsheim des Bezirks Unterelsaß, hochgelegen in einem Seitenthale des Breuschthals, 17 km im SW. von Molsheim, hat (1890) 1441 meist kath. E., Postagentur, Telegraph, kath. Pfarrei und ist besuchter Luftkurort. – 3 km östlich die Trümmer des Schlosses Girbaden (565 m), eine der größten Burgruinen des Elsasses, vielleicht auf röm. Resten erbaut, im 10. Jahrh. urkundlich erwähnt, damals den Grafen von Egisheim-Dagsburg, dann verschiedenen Herren, im 17. Jahrh. den Rohan gehörend, vermutlich Anfang des 18. Jahrh. zerstört.

Grenelle (spr. -néll), ehemals Dorf bei Paris, jetzt Teil vom 15. Arrondissement der Hauptstadt, an der Pariser Gürtelbahn, bekannt durch seinen Bohrbrunnen (s. d., Bd. 3, S. 236 b).

Grenets Flaschenelement, s. Galvanisches Element (Bd. 7, S. 508 a).

Grenié, Gabr. Jos., geb. 1756 zu Bordeaux, gest. 3. Sept. 1837 in Paris, erfand 1810 die mit frei schwingenden Zungen konstruierte Orgue expressif, Expressivorgel, jetzt Harmonium (s. d.) genannt. Die Idee dazu kam ihm durch ein primitiveres Instrument dieser Art, das er 1790 bei einem Freunde kennen lernte. Vervollkommnet ward die Expressivorgel 1824 durch Séb. Erard.

Grenier (spr. -nĭeh), Edouard, franz. Dichter, geb. 1819 zu Baume-les-Dames (Doubs), ward Gesandtschaftssekretär und widmete sich dann dichterischen Arbeiten, die eine günstige Aufnahme fanden. Es sind: «Petits poèmes» (1859; 4. Aufl. 1871; 1860 von der Akademie gekrönt), «Poèmes dramatiques» (1861), «Amicis» (1868), «Séméia» (1869), «Marcel» (1874), «Pensoroso» (1886), «Poèmes épars» (1889) u. s. w. Er verfaßte auch ein Buchdrama «Jacqueline Bonhomme» (1879) und übersetzte in Versen den «Reineke Fuchs» von Goethe (1858; mit den Kaulbachschen Zeichnungen 1860).

Grenna, Stadt im schwed. Län Jönköping, unweit des östl. Ufers des Wettern, schön gelegen, hat (1891) 1136 E.und eine berühmte Wagenfabrik.

Grenoble (spr. -nóbl). 1) Arrondissement des franz. Depart. Isère, hat 4106,40 qkm, (1891) 229103 E., 213 Gemeinden und zerfällt in die 20 Kantone Allevard (216,34 qkm, 7512 E.), Le Bourg-d’Oisans (815,62 qkm, 12926 E.), Clelles (190,24 qkm, 3374 E.), Corps (122,66 qkm, 4620 E.), Domène (176,48 qkm, 9797 E.), Goncelin (133,08 qkm, 10111 E.), Grenoble-Est (103,61 qkm, 28268 E.), Grenoble-Nord (81,52 qkm, 25171 E.), Grenoble-Sud (45,12 qkm, 26049 E.), Mens (261,44 qkm, 5735 E.), Monestier-de-Clermont (218,33 qkm, 3633 E.), La Mure (180,92 qkm, 12694 E.), St. Laurent-du-Pont (245,69 qkm, 9274 E.), Sassenage (101,83 qkm, 6340 E.), Le Touvet (157,77 qkm, 10335 E.), Valbonnais (365,56 qkm, 4874 E.), Vif (133,86 qkm, 8664 E.), Villard-de-Lans (233,09 qkm, 5062 E.), Vizille (171,43 qkm, 13198 E.), Voiron (151,81 qkm, 21466 E.). – 2) Hauptstadt des Arrondissements G. des Depart. Isère und des Dauphiné, liegt an der Isère in 214 m Höhe, unfern der Mündung des Drac, im großartigen Alpenthale Grésivaudan, von hohen Bergen umschlossen, an den Linien Lyon-G. (121 km), Valence-G.-Chambéry, G.-Marseille der Mittelmeerbahn. G. ist Sitz eines Bischofs, eines Appellhofs, Gerichts erster Instanz und Assisenhofs, Handels- und Friedensgerichts, des Kommandos des 14. Armeekorps, der 27. Infanteriedivision, der 53. Infanterie- und 14. Artilleriebrigade, hat (1891) 46024, als Gemeinde 60439 E., in Garnison das 140. Infanterie-, 2. Feldartillerie-, 4. Genieregiment (7., 8., 13., 14. und 15. Bataillon), das 12. Festungsartillerie-, das 14., 28., 30. und einen Teil des 12. Jägerbataillons.

Der Hauptteil der Stadt, auf dem linken Ufer, besitzt im ältern Viertel enge Gassen und wenig schöne Bauwerke; ein prächtiger Stadtteil ist am Bahnhof erstanden. Rechts von der überbrückten Isère erhebt sich der Mont-Rochais (1057 m), an dessen Fuß sich eine Reihe Quais hinziehen. Zahlreich sind die Plätze, wie Place Grenette mit Fontäne,St. André mit Bayarddenkmal und dem schönen Justizpalast, der Jardin de Ville, der Konstitutionsplatz mit der modernen Präfektur, der Artillerieschule, der Kommandantur und dem Museum und der Platz Vaucanson mit der Bronzestatue des gleichnamigen Mechanikers und der Hauptpost. Die Kathedrale mit modernem roman. Portal und einem Tabernakel aus Stein (14 m) stammt aus dem 14. bis 16. Jahrh. Sehr alt ist die St. Laurentkirche mit Krypta aus dem 6. Jahrh. Den Fluß begleiten neue Quaianlagen; die Brücken (zwei Stein-, eine Hängebrücke) gewähren eine herrliche Aussicht in die Berge bis zum Montblanc. In der Nähe das Kartäuserkloster La Chartreuse (s. d.). G. ist Festung ersten Ranges, ist von einer jetzt bedeutend erweiterten Enceinte und von vorgeschobenen Forts umgeben. Im N. auf dem Hügel liegen Fort Rabot und Bastille, weiter entfernt St. Eynard und Bourcet, im SW. Fort Murier, im S. Des Quatre Seigneurs und Montavie. An Unterrichtsanstalten besitzt G. eine Akademie mit jurist., mathem.-naturwissenschaftlicher und philos. Fakultät (501 Studierende), eine Vorbereitungsschule für Mediziner, Lyceum, Lehrerseminar, eine Artillerieschule mit Luftschifferabteilung, ein bischöfl. Seminar, Taubstummenanstalt, Zeichen- und Bauschule, einen botan. Garten (am Boulevard des Alpes), eine Bibliothek (170000 Bände, 7307 kostbare Manuskripte) und ein großes Museum mit vielen wertvollen Gemälden und Skulpturen. Außerdem bestehen Gewerbe- und Handelskammer, zahlreiche Gesellschaften für Musik, Kunst und Wissenschaft, Statistik und Landwirtschaft. G. besitzt ein Theater und 5 Zeitungen, ein Irrenhaus, mehrere Hospitäler und ein Waisenhaus. G. hat ausgebreitete Lederhandschuhfabrikation, die in der Stadt etwa 6000, in der nähern Umgebung etwa 25000 Personen beschäftigt. In Zusammenhang damit stehen Gerberei, Färberei und chem. Industrie. Wichtig