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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Haik - Hai-nan
Ha'ik (arab.), der aus weißem Baumwollstoff ver-
fertigte Überwurf der Frauen in den ehemaligen
Barbareskenländern. Masse (Bd. ^, S. 525 d).
Hailtsuck, Indianerstamm, s. Amerikanische
Haimburg, österr. Stadt, s. Hainburg.
Haime, Jules, s. ^cki). st ^.
Haiminsfeld, von, s. Goldast, Melchior.
Haimo, Angelsachse, kirchlicher Schriftsteller,
geb. um 778, war Schüler Alkuins, Mönch zu Fulda,
dann Lehrer zu Hersfeld und von 840 bis zu seinem
Tode 853 Bischof von Halberstadt. Seine Zahlreichen
theol. Schriften, die ihn als kenntnisreichen und für
damalige Zeit unbefangenen Geistlichen ausweisen,
finden sich bei Migne, I^trolo^iae cui-gus compls-
W8. 861-163 II, Mr68 iHtini, Bd. 116-118 (Par.
1844-55; 2. Aufl. 1873 fg.).
Haimon(Hämon), Sohn des Kreon,desKönigs
von Theben, der Verlobte der Antigone (s. d.).
Haimonskinder, die vier Kinder Zaimons
oder Aymons, Grafen von Dordogne, Adelhart,
Ritsart, Witsart und Rainald von Vcontalban
Ward, Richard, Guichard und Renaut de Mont-
auban), sind, vornehmlich der letztere, die Haupt-
belden einer der bekanntesten Sagen des karoling.
Sagenkreises, welche deren 5iämpfe mit ihrem Lehns-
herrn Karl d. Gr. zum Gegenstande hatte und ur-
sprünglich Frankreich angehört. In ihrem geschicht-
lichen Kern führt die Sage auf den heil. Reinoldus
lgest. um 750) zurück, auf Eudo, König von Vas-
conien und Karl Martell, dessen Stelle in der Dich-
tung Karl d. Gr. einnimmt (vgl. Longnon, 1^63 Huati-6
tÜ8 X)^M011, M der "I^6VU6 668 <HlI63ti0I13 di8t0-
I'i(in68", Bd. 25). Die erste bekannte dichterische
Bearbeitung des Gegenstandes ist die altfranz.
Cbanson de Geste "I^LQ^ut äs N0nta,ud3.u" (hg. von
Michelant, Stuttg. 1862) aus dem 12. Jahrh. Wie
andere Gedichte wurde auch das von den H. in Prosa
aufgelöst und zum Volksbuche, zuerst gedruckt in Lyon
1493. Eine deutsche Übersetzung dieses franz. Buchs
erschien 1535 zu Simmern. Das gangbare deutsche
Volksbuch aber: Schöne Historie von den vier H.
samt ihrem Roß Bayart u. s. w., über das Görres'
Schrift "Die deutschen Volksbücher" (Heidelb. 1807)
ausführlich spricht und das Tieck in "Peter Lebrechts
Volksmärchen" (Bd. 2) bearbeitet hat, ist aus dem
Niederländischen hervorgegangen und stimmt mit
dem niederländ. Volksbuche von den vier Hems-
kindern (Antw. 1619) überein, wie denn auch der
deutsche Rainald von Montalban ihg. von Pfaff in
der "Bibliothek des Litterarischen Vereins", Stuttg.
1886) aus dem Niederländischen im 15. Jahrh, über-
tragen ist. Neue Bearbeitungen enthalten die Deut-
schen Volksbücher von lHimrock (Heft 9, Frankf. a. M.
1845), Marbach (Heft 9, Lpz. 1838) und Schwad
(Stuttg. 1859 u. ö.). Eine engl. Bearbeitung erschien
1554 (London), eine spanische 1536 u. ö.
Haimora, Fisch, s. Piraya.
Haimos (Hämus), Sohn des Boreas und der
Oreithyia, Gemahl der Rhodope, Vater des Hebros,
wird als König von Thrazien bezeichnet, der aber
wie seine Gattin in ein Gebirge verwandelt worden
sei, weil sie sich Zeus und Hera genannt hätten.
Hain, Beiname des Todes, s. Hein.
Hain, gehegtes Gehölz von mäßigem Umfang,
im Altertum häufig den Göttern und religiösen
Ceremonien geweiht und deshalb heilig. - H. ist auch
der Name für die Logen des Druidenordens (s. d.).
Hain oder H. in der Dreieich, Hess. Stadt,
s. Dreieichenhain.
Vwclhaus' Konversationslexikon. 14. Aufl. VIII.
Haina, Dorf im Kreis Frankenberg des preuß.
Neg.-Bez. Cassel, an der obern Wohra, hat (1890)
890 E., Postagentur, Telegraph, ein ehemaliges
Cistercienserkloster mit gut erhaltener got. Hallen-
kirche, 1201 gegründet und 1533 zu einem Hospital
eingerichtet, eine Vezirkspsieganstalt für unheilbare
männliche Irre. - Vgl. Iusti, Das Hospital zu H.
(Marb. 1803); Dehn-'Rotfelser und Lotz, Die Bau-
denkmäler im Reg.-Bez. Cassel (Cass. 1870).
Hai-nan (chines. Hai - nan - tao, d. h. See-
Süd-Weg,jetzt offiziell Khiung-tschou-fu), chines.
Insel, durch die 15 km breite Hai-nan-Straße
von dem südlichsten Teile des festländischen China,
derHalbinselLai-tschou, getrennt, ist34100<i1iin groß
und hat birnenförmige Gestalt. Die Küsten sind im
N. und N. flach, im'S. und O. steiler und felsiger,
mit trefflichen Buchten. Das Innere wird von SW.
gegen NO. von einem Wutfchi-schan ("Füns-Finger-
Berg") genannten, bis zu 2000 m hohen, hauptsäch-
lich granitischen Gebirge durchzogen, aus dem über
100 Gipfel emporragen. Die Bewässerung geschieht
durch etwa 100 größere und kleinere Flüsse, von
denen die bei Khiung-tschou und unterhalb Wön-
tschang mündenden für flachkielige Boote schiffbar
sind. Der Boden ist sehr fruchtbar, namentlich in
der westl. Hälfte. Die Flora ist eine tropische, der
hinterindischen nahe stehende. Kokos- und Vetel-
palmcn gedeihen in Menge; Kulturpflanzen sind
Reis, Indigo, Zuckerrohr, Baumwolle, Tabak sowie
viele Gemüse- und Obstarten (Litschibaum ^Xepkß-
linu^, Ananas). Die Wälder liefern vortreffliches
Holz in Menge (Adlerholz, Lack). Die Fauna ist
wenig erforscht, die meisten bekannten Arten stim-
men mit südchincsischen oder indischen überein. Von
24 Arten Säugetieren ist nur ein Hase der Insel
eigentümlich, von 130 Arten Landvögeln nur 20
und von 42 Arten Wasservögeln gar keine. Das
Meer bietet längs der Küste großen Fischreichtum
(auch Walfische). Honig und Wachs wird durch
Bienenzucht erhalten. Außerdem finden sich in H.
Kupfer, Gold, Silber und mehrere Edelsteinarten,
an der Küste wird Seesalz gewonnen. Das Klima
ist heiß, wird aber durch die Seewinde abgekühlt.
Die stachen Niederungen im mittlern Teile gelten
für ungesund; die höhern Gegenden sind gesünder.
Wirbelstürme suchen häufig die Küsten, Erdbeben
öfter das Innere heim. Die Bevölkerung, gegen-
wärtig auf etwa 2 Mill. geschätzt, besteht zu mehr
als der Halste aus eingewanderten Chinesen. Die
Ureinwohner, Li genannt, wohnen teils unabhängig
im unbekannten Innern, teils in der Nähe der
Chinesen. Sie sind ihrer Sprache nach mit den Lao,
Siamesen und Lolo des südl. China verwandt, doch
sollen einige Stämme im Innern (die eigentlichen
Ureinwohner) anderer Abkunft sein.
H. gehört zur Provinz Kwang-tung und wird zu-
sammen mit der Halbinsel Lai-tschou von einem
Tao-tai verwaltet, der seinen Sitz in Khiung-tschou
hat. Die Insel, als VezirkKhiung-tschou-fu genannt,
zerfällt in 3 Unterbezirke, Tan-tschou im NW., Iai-
tschou (Ai-tschou, Ngai-tschou) im S. und Wan-
tschou im SO. mit den gleichnamigen Städten. Die
Hauptstadt, Khiung-tschou, ist von einer hohen
Mauer umgeben und soll 40000 E. haben, die sich
hauptsächlich durch Handel und Gewerbe (Kokos-
schnitzerei) ernähren. In der Nähe eine kath. Mission.
Der Hafen, Hoi-Hau, d. h. Seemündung, liegt 6 km
im N. der Stadt, hat besondere Verwaltung und
ein Fremdenzollamt. Er ist vertragsmäßig seit
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