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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hainasches Gebirge - Hainsberg
l858, thatsächlich aber erst seit 1876 den Fremden
geöffnet. 189l kamen an 150 deutfche Dampfer (mit
85212 t), 70 dänische (mit 31473 t), 34 französische
(mit 25423 t), 24 britische (mit 24535 Y, 0 nieder-
ländische (mit 7548 t) und 3 schwedische und nor-
wegische (mit 1335 t). Der Wert der Einfuhr fremder
Waaren (befonders Baumwollgarne, Opium, Shir-
ting und Petroleum) betrug 1891: 858347 Taels,
der der Ausfuhr (namentlich Schweine, Zucker, Betcl-
nüsse und Sesamsamen) 945119 Taels. - Vgl.
Mayers, IliLtorical ami ßtatiZtica.! "ketcii ot' tne
islÄncl. ok H.; Swinhoe, '1^6 HdoriFLnes nt U. (im
^8ig,tic soeiet^)), ^l. 8., VII, Shang-Hai 1873);
Scott, Land und Leute auf H. (deutsch, Ilfeld 1886);
F. Hirth, Chinef. Studien, Bd. 1 (Münch. 1890).
Hainasches Gebirge, Teil des Sauerlandes
(s. d.), der östlichste Vorsprung des rhein. Schiefer-
gcbirges zwifchen Eder, Wohra und Schwalm, ist
reich an Laubhölzern und erreicht im Kellerwald
673, im Hohen Lohr 655 und im Ieust 581 in Höhe.
Hainau, offiziell Haynau, Stadt im Kreis
Goldberg-Hainau des preuß. Reg.-Bez. Liegnitz,
l9 km im WNW. von Liegnitz, an der Schnellen
Deichsel und der Linie Kohlfurth-Liegnitz der Preuß.
Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Land-
gericht Liegnitz) und Steueramtcs, hat (1890) 8115
(3997 männl., 4118 weibl.) E., darunter 1053 Ka-
tholiken und 123 Israeliten, Post erster Klasse, Tele-
graph, evang. und kath. Kirche, Synagoge, altes
Herzogsschlotz; Wasserleitung, Kanalisation, Gas-
anstalt, Schlachthaus; bedeutende Glaceledergerbe-
reien und -Färbereien, Eifeligießcrei, Fabrikation
von landwirtschaftlichen Maschinen, Handschuhen,
Malz, Papier, Blechwaren, Raubticrfallcn, Zucker,
Kunststeinen und Thonwaren sowie Viehmärkte. H.
ist durch das Gefecht der Preußen und Franzosen
26. Mai 1813 geschichtlich geworden, in welchem
der Oberst von Dolfs die franz. Division Maison
schlug. - Vgl. Scholz, Chronik von H.
Ha.iliant (spr. ä'noh), offizieller franz. Name der
bclg. Provinz Hennegau (s. d.).
Hainbuche oder Haine, f. Hornbaum.
Hainbund, s. Göttinger Dichterbnnd.
Hainburg oder Haimburg, Stadt in der
österr. Vezirkshauptmannschaft Brück a. d. Leitha
in Niederösterreich, 41 km unterhalb Wien und
4 km von der ungar. Grenze, füdlich an der Donau,
Station der Dampfschiffe, an der Linie Brück-H.
^90 i^ui) der Ofterr.-Nngar. Staatsbahn, (Hitz eines
Bezirksgerichts (195,66 qkm, 15 Gemeinden und
Ortschaften, 13098 deutsche kath. E.), ist nach dem
Brande von 1827 neu aufgebaut und hat (1890)
5075 E., Post, Telegraph, alte Mauern, Thore mit
zwei starken Türmen, altes Rathaus mit einem
röm. Altar, einen sog. Römerturm, eine Pionier-
kadettenschule, eine noch im Betrieb befindliche röm.
Wasserleitung, eine ärarische Tabatsabrik (über
1500 Arbeiter und Arbeiterinnen), die größte des
Reichs, und eine Nadelfabrik. Die ältere Burg ist
die im Nibelungenliede (Strophe 1316) genannte
Heimburc, die Grenzfeste des Hunnenlandes, und
wurde 1042 von Kaifcr Heinrich III. den Ungarn
entrissen. Die jüngere Burg (12. Jahrh.) am Fuße
des Bergs und jetzt von den Häufern der Stadt um-
geben, war zeitweiliger Aufenthalt derVabenbergi-
schen Herzöge. Außerhalb der Stadt auf einem aus
der Donau ragenden Felfen die Ruine Rothenstein.
Daß die Festungslinien des alten Carnuntum (s. d.)
bis an das heutige H. reichen, ist durch Nachgra-
bungen festgestellt. H. wurde 1477 von den Ungarn
belagert, 1482 von Matthias Corvinus erobert und
7. Juli 1683 nach der Niederlage der Kaiserlichen
durch die Türken verheert.
Haindorf, Dorf in der österr. Bezirkshaupt-
mannschaft und dem Gerichtsbezirk Friedland in
Böhmen, in 370m Höhe, hat (1890) 2919 deutsche E.,
Post, Telegraph, ein Franziskanerklostcr(169l) mit
Wallfahrtskirche (1722), darin ein seit 12N ver-
ehrtes Marienbild und die Familiengrust der (5lam-
Gallas, Fortbildungsschule, Spar-und Vorschuß-
verein; 1 Baumwollspinnerei, 2 mechan. Webereien,
2 Porzellanfabriken, 15 Drechslereien, 30 Schuh-
machereien, Papier- und Wurstfabrikation, Glas-
fchleiferci, 2 Mahl-, 3 Schneidemühlen, 2 Ziegeleien,
2 Lohmühlen.
Haine (spr. ähn), Fluß in der belg. Provinz
Hennegau, entspringt 13 km westlich von Charleroi,
fließt zuerst in nördl., dann in westl. Richtung an
Mons vorbei, wo sie links die Trouille aufnimmt,
und mündet 70 km lang rechts in die Schelde bei
Conds. Den Unterlauf begleitet ein Kanal.
Hainen, f. Hackwaldbetrieb.
Hainewalde, Dorf in der Amtshauptmannschaft
Zittau der fächs. Kreishauptmannschaft Bautzen,
8 km westlich von Zittau, an der Mandau und an
der Linie Bischofswerda-Zittau dcr ^äch^. Staats-
bahnen, hat (1890) 2535 E., darunter 89 Katholiken,
Postagentur, Telegraph, schönes Bergschlosi und
Park; Siebmacherei und Haarsiebbodenweberei.
Hainfeld, Markt in der österr. Bezirkshaupt-
mannschaft St. Polten in Niederöftcrreich, am Ein-
flnß der Ramsau in die Gölsen, in 420 m Höbe, an
der Linie St. Pölten-Leobersdorf der Österr. Staats-
bahnen, Sitz eines Bezirksgerichts (331,5i <ikm,
6 Gemeinden, 47 Ortschaften, 10473 deutscke kath.
E.), hat (1890) 1953, als Gemeinde 3201 (5., Post,
Telegraph; Eisenwareufabriken und Sägemühlen.
Hainichen, Stadt in der Amtshauptmannschaft
Döbeln der fächs. Kreishauptmannschajt Leipzig, an
der Kleinen Striegis und der Linie Chemnitz-H.
(26,i^km) und der Nebenlinie H.-Roßwein (19.9 km)
der <^ächs. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts
(Landgericht Freiberg), hat (1890) 8260 (3932
mäunl., 4328weidl.) E., Post erster Klasse, Tele-
graph, schönes Rathaus,Bronzestandbild von Gellert
(1865), städtische Web-, private Handelsschule; meh-
rere Gerbereien, Chenillefabrik sowie Fabrikationvon
Flanell, Nadeln, Holz- und Woll-Phautasiewaren.
H.ist die Geburtsstadt von Chr. Fürchtegott Gellert.
- Vgl. Külz, Nachrichten über H. (Hainicken 1889).
Hainleite, Hochfläche am Ostende des Eichs-
feldes, westlich von Sondcrshaufen, meist im
schwarzburgischen Gebiet, setzt den Duen (s. d.)
nach O. fort und erstreckt sich 40 km weit in südöstl.
Richtung bis zur Unstrut, wo sie mit der gegenüber
liegenden Schmücke (s. d.) die "Thüringer Pforte"
bildet. Die höchsten Punkte find dieWetternburg
(465 m) zwifchen Immenrode und Wernrode und
der aussichtsreiche Possen (461 m) südlich von
Sondershausen.
Hainsberg, Dorf in der Amtshauptmannschaft
Dresden-Altstadt der sächs. Kreishauptmannschaft
Dresden, im westl. Teile des Plauenfchen Grundes,
an der Vereinigung der Noten und Wilden Weiße-
ritz, an der Linie Dresden-Chemmtz-Reichendach und
der Nebenlinie H.-Kipsdorf (25,5 km) der Sächs.
Etaatsbahnen, hat (1890) 1188 E., darunter 60