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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Harald - Harari
kommen, und ein ehrenvolles Begräbnis war ihm
gesichert. Die Ausführung des H., das als Strafe
erfolgte, war mit einem bestimmten, ziemlich schwie-
rigen Ceremoniell verbunden, mit welchem sich der
Kriegerstand von Jugend auf vertraut machte.
Häusig wurde in diesem Falle das Vermögen des
Betreffenden konfisziert. Der Akt konnte in Tem-
peln, in Gärten, unter freiem Himmel oder im
Häuft stattfinden; in letzterm Falle war das Ge-
mach weiß drapiert (weiß ist die Trauerfarbe der
Japaner) und nur schwach erleuchtet, da die Cere-
monie in der Regel nachts stattfand. Das Gesicht
gegen Norden gewendet, kniete der Verurteilte
in der Mitte des Zimmers auf einem erhöhten
Platze nieder, von einigen Freunden und den
designierten Zeugen der Handlung unigeben. Nach
Verlesung des Urteils durch einen Beamten und
Überreichung eines Dolches von 9^ Zoll Länge
in weißer Scheide auf weißem Taburett, führte der
Betreffende den Schnitt unter der Nabelgegend
aus, worauf ihm von einem dabeistehenden Freunde,
dem Xaisdakunin, der Kopf mit einem einzigen
Schlage vom Rumpf getrennt wurde. - Vgl. Mit-
fords Geschichten aus Alt-Japan (aus dem Eng-
lischen von Kohl, Bd. 2, Lpz. 1875).
Harald Hildetand (d. i. Kriegszahn), König
in Dänemark, ein Enkel Iwars Widfame (Weit-
sassender), welcher im 7. Jahrh, dort eine neue Dy-
nastie gestiftet hatte. Die nordische Sage berichtet
von H. viele Kriegszüge und Abenteuer, aus denen
jedoch kein Ereignis sich mit Sicherheit feststellen
läßt. Er soll in der Schlacht auf der Bräwalla-
Heide in Smäland gegen Ring, den König der Go-
ten, gefallen fein, der sich dann seines Königreichs,
der dän. Inseln, bemächtigte.
Harald Klag, Halfdans Sohn, Prinz von
Dänemark, bemächtigte sich nach dem Tode des
Dänenkönigs Gottfrid, welcher ein Zeitgenosse
ztarls d. Gr. war, der Herrschaft im westl. Däne-
mark, die er dann bald mit den Söhnen Gottfrids
teilte, bald im Kampfe gegen sie verlor. Wiederholt
kam er als Flüchtling ins Frankenreich und wurde
so einmal, als er 826 sich in Ingelheim hatte taufen
lassen, von Kaiser Ludwig dem Frommen mit dem
fries. Gau Rustringen, als er auch dieses an Gott-
srids Sohn Horich verlor, 839 mit Duurstcde und
oom Kaiser Lothar I. 841 mit der Insel Walcheren
belehnt, sodaß er als frank. Vasall starb.
Harald Blaatand (d. i. Blauzahn), König von
Dänemark (935 - 985), Sohn Gorms des Alten,
machte sich zum Oberherrn Norwegens, indem er die
dortigen Wirren nach dem Tode Harald Graafelds
benutzte. Schon im Anfang seiner Regierung vom
Bischof Poppo gctanft, war er seitdem ein eifriger
Beförderer des Christentums. zu den deutschen
Kaisern Otto 1. und II. stand er im feindlichen Ver-
hältnis; der letztere eroberte 973 Danevirke und
drang, der Sage nach, bis Lmijjm-dcn hinauf. H.?i
gleichzeitig getaufter Sohn Swcn Tyvestaeg (Gabel-
bart) siel wieder von dem Christentum ab und geriet
dadurch in Kampf mit seinem Vater. Dieser wurde
nach der Sage von Palnatole, dein nordischen Tell,
tödlich verwundet und starb 98(5.
Harald Hein, König von Dänemark (1076
-80), s. Dänemark, Geschichte (Bd. 4, S. 765d).
Harald, Könige von England, s. Harold.
Harald I. Harfagr (d. t). Schönhaar), König
der Norwege r (800 -930), ein Sohn Halfdans de^
Schwarzen, au>? dem Geschlecht der Unglinger, ver-
einigte durch Eroberung die einzelnen, unter eigenen
Stammeshäuptern stehenden Landschaften Norwe-
gens (s. d.) zu einem Reiche. Die Stammeshäupter,
die sich ihm nicht unterwerfen wollten, wanderten
meist nach Island aus. Um 930 teilte er das Reich
unter seine Söhne, setzte aber den ältesten, Erik
Blodöx sd.h.Vlutaxt) zum Oberkönig ein. H.starb933.
HaraldII. Graafeld (d.i. Graufell),König der
Norweger (950-963), ein Sohn Erik Vlodür', fiel
am Limfjord meuchlerisch durch Gullharald, worauf
König Harald Blaatand von Dänemark Norwegen
in Besitz nahm, es aber bald wieder verlor.
HaraldIII.Hardraade(d.h.derHarte),König
vonNorwegen (1046-66), war der Sohn Sigurd
Syrs, Häuptlings von Ringerige, der von Harald 1.
abstammte. Er diente seit 1033 in der kaiserl. Leib-
wache zu Byzanz, machte in diesem Korps den See-
krieg gegen die afrik. Seeräuber mit, die Sicilien
verwüsteten, und besuchte 1035 Jerusalem. Sobald
er Anführer der kaiserl. Leibgarde geworden, er-
oberte er mehrere Städte Siciliens, verlegte den
Kriegsschauplatz nach Asrika und besiegte die Sara-
cenen in 18 Schlachten. 1042 nach Vyzanz zurück-
gekehrt, verlangte er, als er die Nachricht erhielt, daß
sein Neffe Magnus Norwegen und Dänemark ge-
erbt babe, seine Entlassung und wurde, da er zu
bleiben sich weigerte, gefangen gesetzt. Glücklich ent-
kam er jedoch zum russ. Großfürsten Iaroslaw, ver-
mählte sich in Nowgorod mit dessen Tochter Elisa-
beth und langte 1045 beim Könige von Schweden,
einem Verwandten seiner Gemahlin, an. Von
Magnus erhielt er später die Hälfte des Reichs und
1048, knrz vor dessen Tode, das ganze. Er zog 1066
mit Tostig, dem rebellischen Bruder des engl. Königs
Harald, zur Eroberung Englands aus, siel aber
25. Sept. in der Schlacht bei Stamford Bridge.
Haram (arab.), das Geweihte, seinem Ursprung
nach derselbe Begriff wie der des Tabu. In ört-
licher Beziehung nennen die Mohammedaner die
geweihten, geheiligten Orte H. (daher auch Harem),
zunächst das heilige Gebiet von Mekka, dann auch
das von Medina; die beiden pflegt man als Al-
haramejn, d. i. die beiden H., zusammenzufassen,
und es ist eins der wichtigsten Attribute des osman.
Sultans als Chalifen, daß er "Beschützer der beiden
H." ist. Auch der Tempelplatz in Jerusalem wird
von den Mohammedanern "Al-Haram al-schenf",
"das edle H.", genannt.
Harambascha (türk.), bei den Südslawen Unter-
offizier der Grenzfoldaten, Freiwilligen oder Feld-
wächter, auch Räuberhanptmann.
Harannen hießen ehedem diejenigen nngar.
Nationalmilizen, denen die Bewachung der Grenze
in Krain und dem westlichen kroat.-slawon. Küsten-
gebiete anvertraut war.
Haran oder Eharan hieß im Altertume eine
Stadt in Mesopotamien, woselbst Tarah, der Vater
Abrahams, längere Zeit sich aufgehalten haben und
gestorben sein soll. Bei den Griechen und Römern
hieß die Stadt Karrbü (s. d.).
Haran, in der israel. Patriarchensage Bruder
Abrahams und Vater Lots.
Na.ra.n3us (frz., spr. aräng'), feierliche Rede,
Anrede; davon haranguieren, eine solche Rede
halten, viel und mit Emphase sprechen; Haran-
guenr (spr. -göhr), Wortführer, auch Schwätzer.
Harar, Landschaft in Ostafrika, s. Harrar.
Harari, Sprache von Harrar (s. d.). DasH. ist ein
vorgeschobener, längst ganz abgeschnittener Posten