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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Haustelephonanlagen - Haustorien
kommt. Dadurch hebt sich die Nase u und läßt die
Schneide 8 des Winkelhebels frei, wodurch die nach
links geneigte Scheibe 8, noch unterstützt durch das
Gewicht des Hebelarms r, in die beim linken Fall-
werk gezeichnete Lage fällt, und dadurch vor das be-
treffende Fenster des Tableaus gelangt. Durch eine
mit Stiften K besetzte und außerhalb des Tableau-
Niq. 3.
l5'g-
kastens mit einen: Griff 6 (f. auch Fig. 1) versehene
Stange werden die gefallenen Scheiben aufgerichtet.
Anstatt des gewöhnlichen, an der Wand befestig-
ten Druckknopfes hat man in Wohnungen auch be-
wegliche Kontakte und zwar:
^ birnförmige von der Decke her-
abhängende Kontakte (Fig. 3);
Preßkontakte (Fig. 4), eben-
falls hängend, die durch Zu-
sammendrücken der cylindri-
schen Hülfe in Wirksamkeit tre-
ten; auf dem Tisch anzubrin-
gende Kontaktplatten (Fig. 5)
sowie auch Trctkontakte(Fig.6),
die unter dem Tisch ange-
bracht werden und unbemerkt
in Thätigkeit gesetzt werden
können.
Die Sicherheitstelegraphen enthalten
Meldesignale, die das unbefugte Eindringen in
einen Raum melden sollen, und werden durch selbst-
thätig wirkende Kontakte ausgelöst. Die Thür- und
Fensterkontakte, die das Öffnen einer Thür oder eines
Mrsters anzeigen, haben eine einfache Einrichtung,
ebenso der Kontakt für Rollläden. Auch hat man,
besonders für Geldschränke, sog. Fadenkontakte, die
sofort in Wirkfamkeit treten, wenn durch Berührung
dos Schrankes
die Spannung
eines um den-
selben gelegten
unsichtbaren
Fadens nur
wenig verän-
dert wird. Doch
wirken diese
Fadentontakte
wegen ihrer
großen Em-
pfindlichkeit oft
auch zur un-
rechtcnZeitund
sind auch schwer
einzustellen.
Zu den H.
sind auch die Haustelephonanlagen (s. Telephon-
anlagen II) sowie die mit einer Signalpfeife ver-
sehenen Sprachrohre (f. d.> zu rechnen. - Vgl.
Erfmth, Haustelegraphie, Tolcphonie und Bütz-
Fig. 5.
Fig. 6.
ableiter (2. Aufl., Verl. 1883); Mix und Genest, An-
leitung zum Bau elektrischer Haustelegraphen-,
Telephon- und Blitzableiteranlagen (ebd. 1890).
Haustelephonanlagen, s. Telephonanlagen II.
Haustiere, Tiere, die des Nutzens oder Ver-
gnügens halber vom Menschen gezüchtet werden.
Die wichtigsten sind^Hund, Katze, Schwein, Rind,
Büffel, Dak, Zebu, ^chaf, Ziege, Renntier, Kamel,
Elefant, Lama, Pferd, Maultier, Esel, Kaninchen,
Hühner, Enten, Gänse, Tauben, Pfauen, verschiedene
Singvögel, Goldfisch, Biene, Cochenille, Seiden-
raupe. Die Zucht der gegenwärtig häufigsten H. ist
sebr alt. Sie war zwar dem Menschen der Diluvial-
zeit noch unbekannt, aber schon in der jüngern Stein-
zeit findet sich der Hund, der überhaupt fast überall
zuerst gezähmt worden ist, die Ziege, das Rind und
das Schaf, fpäter erst das Schwein und das Pferd.
Seit jener Zeit ist die Domestikation sowohl quanti-
tativ als auch qualitativ weiter fortgeschritten und
hat eine Anzahl selbständiger Arten entwickelt, die
ihren Ursprung nur selten durch Rückschläge an-
deuten. Heute wird die Zucht der H. nach wissen-
schaftlichen Grundsätzen betrieben und ist ein wich-
tiger Zweig der Landwirtschaft. Viele H., wie das
Kamel und das Renntier, sind auf bestimmte Zonen
beschränkt, andere, besonders der Hund, finden sich
überall. Auch die wirtschaftliche Bedeutung der
einzelnen H. ist in den Verschiedellen Ländern ver-
schieden. - Vgl. Charles Darwin, ^d" vln-iatiou
ok auiinHig anä piautg uuäer äoiutiätication (2 Bde.,
Lond. 1868 u. ö.; deutsch von Carus, 2. Aufl., Stuttg.
1873); Wilckens, Grundzüge der Naturgeschichte der
H. (Dresd. 1880). - Bezüglich der Haftung für
Mängel beim Verkauf der H. s. Empfangbarkeit der
Ware, Gewährsfristen, Gewährleistung und Ge-
währsmängel; bezüglich der Haftung für den durch
fremde H. angerichteten Schaden f. Tiere.
Haustiergarten, von Julius Kühn 1866 am
landwirtschaftlichen Institut der Universität zu Halle
a. S. ins Leben gerufen, bietet ein Hilfsmittel
für die Forschung und den Unterricht auf dem Ge-
biete d^r landwirtschaftlichen Tierzucht dar, wie
solches all keiner andern Stätte existiert. Der H.
hat den Zweck, die wissenschaftlichen Fragen hin-
sichtlich der Züchtung ihrer Lösung entgegenzuführen
und die verfchiedenen Arten und Rassen der Haus-
tiere in lebenden Exemplaren zur Anschauung zu
bringen und damit den Unterricht in der specielleil
Tierzucht zu unterstützen. Der H. leistet auf dem
Gebiete der Rasscnkunde und der züchterischen For-
schung ganz dasselbe wie der ökonomisch-botan.
Garten auf dem Gebiete des landwirtschaftlichen
Pflanzenbaues. Der H. in Halle a. S. enthält nahe
an 600 Tiere, durch welche die wichtigsten Nassen
des Rindes, Schafes, Esels und Pferdes in typischen
Exemplaren vertreten sind. Julius Kühn hat durch
die in Halle ausgeführten Züchtungsversuche na-
mentlich die Fragen nach dem Grade der Verwandt-
schaft der zu einer Gattung gehörenden, mit den
Haustieren verwandten und teils wild lebenden Ar-
ten, nach der Vererbungsfähigkeit derselben bei
Paarung mit den Haustieren teils gelöst, teils ihrer
Lösung erheblich näher gebracht.
Haustorien (neulat.), bei parasitisch lebenden
Pflanzen die Fortsätze, die der Schmarotzer in das
Gewebe des Wirtes hineinsendet, um aus diesem die
nötigen^ährstoffe zu schöpfen. Je nach der systema-
tischen Stellung dcr Parasiten sind auch die H. ver-
schieden gebaut: bei endophyten Pilzen, wie beiden
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