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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hohes Neujahr - Hohladern

besonderer Vorliebe von den Herrnhutern ausgeführt und mit anderm Schutt aus den Zeiten der Reformationstheologie von neuern Theologen wieder hervorgezogen. Die neuere wissenschaftliche Auslegung des Buches hat sich bemüht, in dem H. L. ein Drama oder Singspiel zu finden. Es ist dies von vornherein dadurch ausgeschlossen, daß die Juden eine Bühne gar nicht besessen haben. -Vgl. Hengstenberg, Das H. L. ausgelegt (Berl. 1853); desgleichen von Hitzig (Lpz. 1855); Sticket, Das H. L. in seiner Einheit und dramat. Gliederung (Berl. 1888); Castelli, Il cantico dei cantici (Flor. 1892).

Hohes Neujahr, das Fest Epiphania (s. d.) als das nächste nach Neujahr.

Hohes Rad, s. Riesengebirge.

Hohes Venn, auch Hohe Veen (eigentlich Fenn, d. i. Sumpf), Hochfläche des westniederrhein. Bergsystems, teils zur preuß. Rheinprovinz, kleinernteils zu Belgien gehörig, hängt im SO. durch den im Weißenstein 710 m hohen Zitterwald mit der Eifel zusammen und reicht südwärts bis an die Warche, im O. bis an die Roer. Im N. fällt das Plateau mit scharfem Rande in die Tiefebene ab. Es ist eine gipfel- und waldlose öde Hochfläche voller Torfmoore, 1800 qkm groß, deren Lager 1-6, sogar bis 8 m mächtig sind. Das H. V. im engern Sinne, mit den Quellen der Roer und der Helle, liegt zwischen Eupen, Montjoie und Malmedy, sendet Zweige nach Belgien und hat 28 km Länge und 6-8 km Breite. Sein höchster Punkt ist die Botrange von 695 m absoluter, aber geringer relativer Höhe. Südlich von Montjoie liegt die Straße nach Bütgenbach, die das Wolfsvenn durchschneidet, 3,7 km im Süden von Kalterherberg 573 m und bei Elsenborn 620 m hoch. Dem 656 m hohen Stela bei Mützenich, nördlich von Montjoie, schließt sich das bis zum Olbertshart reichende Montjoier Venn und das Brack-Venn, zusammen 700 qkm, an. Im nördl. Rande des Gebirges liegt der Aachener Wald südlich und der Lousberg (253 m) nördlich von Aachen. Hier trifft man Sandstein, Thon, Kalkbänke und Mergel der Kreideformation. Auch finden sich an der Nordseite des H. V. Zink- und Bleierze in großen Lagern im Eifelkalkstein. Der Hauptbestandteil ist aber versteinerungsloser, krystallinischer Ardennenschiefer mit eingelagerten Torfmooren.

Hohe Tatarei, s. Ostturkestan.

Hohe Tátra, Ungarns höchster Gebirgszug. Sie erhebt sich zwischen den Flüssen Waag oder Dunajec und deren Zuflüssen Arva und Popper (Poprad) und bildet als Teil der Centralkarpaten und Hochkarpaten in westöstl. Hauptrichtung ein Rückengebirge, dessen nördlicherer Teil auch die Galizische Tatra genannt wird. Der östl. Teil ist die eigentliche H. T., die ostwärts durch den Zdjarpaß (1072 m) von der Zipser Magura geschieden wird, während die umgebenden 600-800 m hohen Thalebenen das unmittelbar aus ihnen ohne Vorberge aufsteigende Gebirge nur um so imposanter erscheinen lassen. Der Hauptstock besteht aus Granit, der auch die höchsten Spitzen bildet und in eigentümlichen Schichtungen von Osten nach Westen streicht. Daneben tritt auch Gneis in massigen Schichten an den Wänden des Gebirges auf. In denselben findet man an der Oberseite roten Sandstein und Liaskalk eingekeilt. Der Urgebirgsstock ist von kolossalen Kalkgebirgsterrassen umsäumt, denen sich dann die spätern Ablagerungen anschließen. Spuren von Gletschern zeigen sich an den Thalrändern, doch ist jetzt trotz der Erhebung über die Schneegrenze keine Gletscherbildung vorhanden. Nur in den abgelagerten Schluchten trifft man Firnschnee. Die H. T. ist 50 km lang, 15-25 km breit, hat bis zum Lilijovepaß eine mittlere Kammhöhe von 1900 m, im Osten vom Kriván bis zur Kesmarker Spitze von 2250 von 2300 m. Die Gipfel erheben sich von 2300 bis 2663 m, in der Galizischen Tatra von 1950 bis 2293 m. Die höchsten Gipfel sind die Gerlsdorfer Spitze (2663 m), die Lomnitzer Spitze (2634 m), die Eisthaler Spitze (2630 m), die Kesmarker Spitze (2559 m), die Tatraspitze oder Hohe Visoka (2555 m), die Meeraugen-Spitze (2508 m), der Kriván (2496 m) und die Schlagendorfer Spitze (2453 m). Der Hauptkamm dieses an Naturschönheiten überreichen Hochgebirges ist ungemein steil und unzugänglich, mit nur im Hochsommer schneefreien Gipfeln. Einen besondern Reiz verleihen dem Gebirge die (112) Hochgebirgsseen, Meeraugen genannt, darunter der bedeutendste der Große Fischsee. Die H. T. ist unbewohnt, die angrenzenden Ebenen werden im N. von Polen, im O. von Deutschen (Zipsern) und im S. von Slowaken bewohnt; es liegen hier an ihrem südl. Fuße die Kurorte Alt- und Neu-Schmecks (1018 und 1005 m), ferner eine Sommerfrisch- und Badeanstalt am Csorbasee (1351 m). Südlich schließt sich die Niedere (Nizna-) Tatra an; es ist ein breiter massiger Gebirgszug zwischen der obern Waag und Gran. Ihre Länge von O. nach W. beträgt 75, die Breite 25-30 km. Sie ist größtenteils bewaldet, selbst in den höchsten Kuppen noch mit Gras bedeckt und kulminiert im Djumbir (2045 m) und in der Kralova hora (oder Königsalm, 1943 m), wo Waag und Gran entspringen. (S. Karpaten.) - Vgl. Szontagh, Illustrierter Führer in die Tatrabäder und die H. T. (Igló 1885); Kolbenheyer, Die H. T. (8. Aufl., Teschen 1891); Denes, Wegweiser durch die ungar. Karpaten (Iglö 1892).

Hohe Tauern, s. Ostalpen und Tauern.

Hohe Veen, s. Hohes Venn.

Hohe Warte, s. Döbling.

Hohgant, Bergstock der Emmegruppe in den Berner Alpen (s. Westalpen), vom Brienzergrat durch das Quellthal der Großen Emme geschieden. Der H. besteht aus Kalkstein der Kreideformation und Quarzsandstein der Nummulitenformation, stürzt nördlich mit kahlen Kalkwänden ab und trägt auf dem Südabfall steinige Alpweiden und Waldungen. Die wichtigsten Erhebungen sind das Widderfeld (2071 m), das Trogenhorn (2038 m) und der eigentliche H. (2199 m) am Ostende des Grates.

Hohkirchen, s. Hochkirch.

Hohkönigsburg, Burgruine bei Kestenholz (s. d.).

Hohladern oder Hohlvenen (Venae cavae), die beiden starken, klappenlosen Blutaderstämme, durch welche das Blut aus dem Körper zum Herzen zurückkehrt. Die obere Hohlader (Venca cava superior), die das Blut aus der obern Körperhälfte sammelt und etwa 7 cm lang ist, entsteht durch die Vereinigung der beiden Venae anonymae, verläuft rechts von der aufsteigenden Aorta und mündet, vor den großen Gefäßen der rechten Lunge herabsteigend, in die rechte Vorderkammer des Herzens; die untere Hohlader (Vena cava inferior), die das Blut der untern Körperhälfte aufnimmt und eine Länge von 24 cm besitzt, wird in der Gegend des fünften Lendenwirbels durch den Zusammenfluß der beiden Hüftvenen gebildet, verläuft rechts von