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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Hu-pe; Hueppe; Hunyadi-Janos-Bitterwasser; Hunyady; Hunze; Huon-Golf; Hupe; Hupfeld; Hüpferling; Hüpfmäuse; Hüpfspinnen

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Hunyadi-János-Bitterwasser – Hueppe

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Hunyad'

baut; an den höher gelegenen Stellen trifft man nur Alpenweiden und Waldungen. Die Viehzucht bildet den Hauptzweig der Erwerbsthätigkeit; außerdem noch Agrikultur, Bergbau und Kleingewerbe.

Hunyadi-János-Bitterwasser (spr. húnnjaddi jahnosch), s. Budapest (Bd. 3, S. 692b) und Bitterwässer.

Hunyady (spr. húnnjaddi), Johann, ungar. Held, der Sohn eines Walachen Woyk, der vom König Sigismund für seine Dienste 1409 mit andern Verwandten die Burg Hunyad in Siebenbürgen erhalten hatte, wurde von König Albrecht II. 1438 zum Banus von Severin, von Albrechts Nachfolger Wladislaw I. zum Woiwoden von Siebenbürgen ernannt. 1442 erfocht er zwei glänzende Siege über die Türken. Mit noch größerm Ruhm kämpfte er gegen diese 1443, indem er sie über den Balkan zurückdrängte. Der Papst meinte nun, die Türken aus ganz Europa vertreiben zu können; aber Wladislaw I. schloß mit ihnen einen zehnjährigen Waffenstillstand, den auch H. billigte. Der päpstl. Legat fand darin einen Verrat an der Christenheit, und der Waffenstillstand wurde gebrochen. H. führte das ungar. Heer bis Varna am Schwarzen Meer. Die Schlacht, die er hier 10. Nov. 1444 lieferte, ging verloren. Wladislaw I. fiel, und H. übernahm als Reichsstatthalter für den nachgeborenen Sohn Albrechts II. und der Königin Witwe Elisabeth, Ladislaus V. Posthumus, die Verwaltung Ungarns, das er mit großem Geschick gegen die wiederholten Einfälle der Türken verteidigte. Zwar wurde er 19. Okt. 1448 auf dem Amselfelde (s. d.) in Serbien gänzlich geschlagen und dann vom serb. Despoten Georg Brankowitsch längere Zeit gefangen gehalten. Nachdem er aber auf Fürsprache der ungar. Stände seine Freiheit wiedererlangt hatte, ließ er zunächst den serb. Despoten seine ganze Rache empfinden, bis die Stände 1451 einen Frieden vermittelten. Nachdem Ladislaus V. 1453 die Regierung selbst übernommen hatte, sah sich H. in arge Händel mit dem ihm feindlichen Grafen von Cilli verwickelt. Indessen bewährte er noch einmal seinen alten Ruhm gegen die Türken durch die heldenmütige Verteidigung Belgrads und einen kühnen Überfall des türk. Lagers, der den Sultan Mohammed II. zum Rückzug zwang. H. starb 11. Aug. 1456 zu Semlin an der Pest. – Sein ältester Sohn Ladislaus H. wurde, weil er den Erzfeind seines Vaters, den Grafen Ulrich von Cilli, getötet hatte, 16. März 1457 zu Ofen hingerichtet. Der zweite Sohn, Matthias H., gelangte 1458 als Matthias I. (s. d.) Corvinus auf den ungar. Thron. – Vgl. Teleki, A Hundyadiak Kora Maygarországon (Das Zeitalter der Hunyady, Pest 1852–57).

Hunze, niederländ. Fluß, s. Hunse.

Huon-Golf (spr. üóng), Meerbusen an der Ostküste Neuguineas, im SO. der deutschen Kolonie Kaiser-Wilhelms-Land, wurde 7. bis 13. Okt. durch den Landeshauptmann von Schleinitz und Nov. 1886 durch Hauptmann Dreger genauer erforscht. Er enthält zahlreiche Einbuchtungen, darunter die Preußen-Reede, in die der Markhamfluß mündet. An der Südküste kommen ausschließlich Urgestein und metamorphische Gesteine sowie ältere sedimentäre und vulkanische Formationen vor, woraus auf leichtere Zugänglichkeit des Innern geschlossen werden kann. Der gebirgigen Westküste lagern kleine Inselgruppen vor. Im ganzen sind die Ufer nur spärlich bewohnt. ↔

Hupe, Signalpfeife, s. Feuerwehrausrüstung.

Hu-pe (d. h. Norden des Sees), chines. Provinz am mittlern Jang-tse-kiang, 185000 qkm umfassend, wird im N. von Schen-si und Ho-nan, im O. von Ngan-Hwei, im S. von Kiang-si und Hu-nan und im W. von Sze-tschwan und Schen-si begrenzt. H. bildet teilweise mit Hu-nan (s. d.) eine vorzüglich bewässerte und fruchtbare Tiefebene, die nach einem chines. Sprichwort der Kornspeicher des Reichs ist. Begrenzt ist dieselbe durch Hügelland, das sich im W. an das von Sze-tschwan, im N. an das Tsin-ling-, im O. an das Hwai-Gebirge anschließt. Von W. nach O. wird H. vom Jang-tse-kiang und von NW. nach SO. von seinem ebenfalls schiffbaren Nebenfluß Han-kiang durchströmt. Um die Mündung des letztern findet sich eine große Anzahl von Seen. Zu den Bodenerzeugnissen gehören Thee und Baumwolle. Die Bevölkerung wird auf 30 Mill. geschätzt. H. besteht aus 10 Bezirken, einem unabhängigen Distrikt und 67 Kreisen. Hauptstadt ist Wu-tschang (s. d.). Sonstige bemerkenswerte Orte sind, außer den von Wu-tschang nur durch den Jang-tse-kiang und Han-kiang getrennten Han-jang und Han-kou (s. d.), der den Fremden geöffnete Stromhafen I-tschang (s. d.), King-tschou zwischen diesem und Han-kou und Siang-jang-fu am Han-kiang, mit dem gegenüberliegenden Fan-tschöng. H. ist Sitz eines apostolischen Vikars, unter dem ital. Franziskaner wirken. – Vgl. von Richthofen, China, Bd. 1, S. XXXVI fg.; Bd. 2 (Berl. 1877, 1882), S. 41.

Hupfeld, Hermann, prot. Theolog und Orientalist, geb. 31. März 1796 zu Marburg, studierte daselbst, war 1819–22 Professor am Gymnasium zu Hanau, habilitierte sich 1824 bei der philos. Fakultät zu Halle, wurde 1825 in Marburg außerord. Professor der Theologie, 1827 ord. Professor der orient. Sprachen und 1830 auch der Theologie daselbst, 1843 Gesenius' Nachfolger in Halle; er starb 24. April 1866. Sein exegetisch-kritisches Hauptwerk ist die «Übersetzung und Auslegung der Psalmen» (4 Bde., Gotha 1855-61; 3. Aufl., hg. von Nowack, 2 Bde., 1888); außerdem sind zu nennen: «Exercitationes aethiopica» (Lpz. 1825), «De emendanda ratione lexicographiae semiticae commentatio» (Marburg 1827), die unvollendete «Ausführliche hebr. Grammatik» (Tl. 1, Cass. 1841), «Über Begriff und Methode der sog. biblischen Einleitung» (Marburg 1844), "Die Quellen der Genesis" (Berl. 1853), «Commentatio qua festorum memoriae apud rerum hebraicarum scriptores cum legibus mosaicis collatae examinantur» (4 Hefte, Halle 1852–65), «Die heutige theosophische und mytholog. Theologie und Schrifterklärung» (Berl. 1861). – Vgl. Riehm, Dr. Hermann H. Lebens- und Charakterbild (Halle 1867).

Hüpferling, s. Copepoden.

Hüpfmäuse, s. Springmäuse.

Hüpfspinnen (Attidiae), Familie der Springspinnen (s. d.) mit 8 in 3 Querreihen stehenden Augen, die mittlern der ersten Querreihe ansehnlich, die der zweiten am kleinsten. Das Kopfbruststück ist hoch gewölbt, die Gliedmaßen sind kurz, aber kräftig. Die H. weben keine Netze, aber höhlenartige Schlupfnester, welche sie zeitweilig verlassen, um auf Raub auszugehen; auf ihre Beute stürzen sie sich mit einem Sprunge.

Hueppe, Ferdinand, Hygieiniker und Bakteriolog, geb. 24. Aug. 1852 zu Heddesdorf in der preuß. Rheinprovinz, wurde 1889 als Professor der Hygieine

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 446.