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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Huszt; Hut; Hutaffe; Hutcheson

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Huszt - Hutcheson

fahrt mit Nordstrand, Pellworm und dem Seebad Wyk auf Föhr verbunden,ist Sitz des Landratsamtes, eines Amtsgerichts (Landgericht Flensburg), Nebenzollamtes erster Klasse und einer Wasserbauinspektion und hat (1890) 6761 (3252 männl., 3509 weibl.) E., darunter 59 Katholiken, Postamt erster Klasse, Telegraph, stattliches Rathaus (17. Jahrh.), einen kleinen Hafen, ein Schloß, schönen Stadtpark, ein königl. Gymnasium, 1527 gestiftet (Direktor Dr. Kehr, 13 Lehrer, 7 Klassen, 143 Schüler), eine Bürgerschule, Volksbank, Spar- und Leihkasse; Handel und Gewerbe, Ackerbau und Viehzucht. Bedeutend sind die Viehmärkte sowie die Bassins im W. der Stadt zur Aufbewahrung der auf den schlesw. Bänken gefangenen Austern. H. ist Geburtsort des Dichters Theodor Storm. – H. erhielt im 16. Jahrh. Wisbyer Seerecht und ward 1582, als Herzog Adolf den Bau des Schlosses beendigte, zum Marktflecken und 1608 zur Stadt erhoben; 1634 und 1717 wurde es durch Wasserfluten verheert.

Huszt, Marktflecken und Hauptort des Stuhlbezirks H. (41147 E.) des ungar. Komitats Mármaros, an der Linie Szerencs-Mármaros-Sziget der Ungar. Staatsbahnen, Sitz eines Bezirksgerichts und Steueramtes, hat (1890) 7461 ruth. und magyar. E. (1513 Deutsche), darunter 4333 Griechisch-, 1094 Römisch-Katholische, 473 Evangelische und 1560 Israeliten, Post, Telegraph; Getreide- und Flachsbau. In der Nähe auf einem Bergkegel die Ruine der 1766 durch Blitzschlag zerstörten Feste H. (1191 von Bela Ⅲ. erbaut).

Hut, s. Hutfabrikation. Die Sitte, den Kopf zu bedecken, stammt schon aus dem frühesten Altertum. Die Griechen gingen meist barhaupt, der Handwerker aber setzte die runde Kappe, den Pilos auf. Auf Reisen, im Kriege und auf der Jagd trug auch der vornehme Grieche den breitrandigen Petasos, die Kausia, die beim Nichtgebrauche an einer Schnur hängend auf den Rücken fiel. Runde, auch spitze H. kamen bei den Römern in Gebrauch, die sie bei Schauspielen, Festen und bei Begehung heiliger Gebräuche trugen und die den H. zum Symbol der Freiheit erhoben, weshalb auch die Sklaven bei ihrer Freilassung einen H. erhielten. Nach Cäsars Ermordung setzten Brutus und Cassius den H. als Zeichen der Freiheit zwischen zwei Dolchen auf Münzen, was später die Republik der Vereinigten Niederlande nach der Abwerfung des span. Jochs nachahmte. Allgemeiner wurde die Sitte, H. zu tragen, bei den Römern nach Neros Tode. In Deutschland kommen die H. zuerst im 10. Jahrh. vor, der Strohhut ist ein Abzeichen des Sachsenstammes; mannigfaltig war ihre Form bereits im 12. und 13. Jahrh., und 1360 gab es in Nürnberg Hutmacher; etwas später werden sie in Frankreich erwähnt. In Deutschland, Holland und der Schweiz trug man im 16. Jahrh. und noch später hohe, spitz zulaufende H. mit breiter Krempe, wie man sie in der Schweiz und in Tirol noch gegenwärtig findet. Aber auch die jetzige Form unsers Cylinders findet sich bereits im 16. Jahrh. und früher. In Frankreich, wo der H. unter den vornehmen Ständen um diese Zeit ebenfalls schon etwas Gewöhnliches war, wurde bereits seit Heinrichs Ⅳ. Zeit die eine Krempe aufgeschlagen. Als man unter Ludwig ⅩⅣ. auch die andere Krempe aufzuschlagen anfing, entstanden nun die sog. dreieckigen H., die fast ein ganzes Jahrhundert in der Mode blieben, allgemeine Verbreitung fanden und allmählich in den geschmacklosen H. à l’Androsman übergingen, der sich zum Napoleonshut verkleinerte. ^[Spaltenwechsel]

Wie die Kleidung überhaupt, ist auch die Form und Farbe der H., namentlich in neuerer Zeit, oft das Symbol polit. Parteien gewesen. Eine polit. Partei in Schweden führte den Namen der Hüte (s. d.) und schon vor 1848 galten hellgraue Filzhüte mit breitem Rande als das Kennzeichen demokratischer Gesinnung. Besonders war das Tragen der sog. Heckerhüte, von meist heller Farbe, breiter Krempe und kleinem runden oder spitzen Kegel, nach 1849 Gegenstand polizeilicher Verfolgung.

Geweihte H., vom Papst in der Christnacht geweiht, wurden ehedem von demselben an Fürsten und Feldherren, die sich Verdienste um die röm. Kirche erworben hatten, oder die man für dieselbe zu gewinnen suchte, gleich den geweihten goldenen Rosen verschenkt. Den letzten erhielt nach der Schlacht bei Hochkirch 1758 der General Daun. – Bankrottierer wurden sonst in Frankreich mit grünen, in Deutschland mit gelben H. ausgestellt; auch die Juden mußten sonst in Spanien und anderwärts gelbe spitze H. tragen. – In der Heraldik nennt man H. diejenige Wappenverzierung, die bei bestimmten geistlichen sowohl als weltlichen Ständen die Stelle des Helms oder der Krone vertritt.

Beim katholischen Klerus führen die Protonotarien der päpstl. Kurie schwarze H. mit Quasten; die Kardinäle rote H. mit 15 Quasten. Der Erzbischof führt einen solchen mit 4, der Bischof mit 3, der Abt mit 2 Quasten.

Bei weltlichen Herren ist der Fürstenhut (s. Fürstenkrone) ausgezeichnet, der zwischen der Grafen- und Königskrone mitteninne steht. Das Zeichen der deutschen Kurfürsten, der Kurhut, wich von dem Fürstenhut insofern ab, als an demselben keine Metallspangen waren. (S. Toque.)

Hut, eiserner, s. Erzlagerstätten (Bd. 6, S. 341 a).

Hutaffe (Macacus sinicus Geoff.; s. Tafel: Affen der Alten Welt Ⅳ, Fig. 6), Malbruk, ein Affe aus der Gattung Makako (s. d.) von 50 cm Länge mit ebenso langem Schwanze. Auf dem Kopf ist das Haar verlängert und bildet eine Art Perücke oder Hut. Der Pelz ist oben grünlichgrau, unten graulichweiß. Die Hände und Ohren sind schwarz, die übrigen nackten Hautstellen sind fleischfarben, bleifarben überhaucht. Die Heimat ist Malabar. Der H. gehört zu den gewöhnlichsten Erscheinungen auf dem europ. Tiermarkt und sein Preis ist sehr niedrig. Für 10 M. kann man ein kleines Exemplar haben, größere für 20‒30 M. Sie machen wenig Ansprüche und pflegen gut auszudauern.

Hutcheson (spr. höttschĕs’n), Francis, der bedeutendste Vertreter der Schule der sog. Schottischen Philosophie, geb. 8. Aug. 1694 im nördl. Irland, studierte in Glasgow, ging dann nach Irland zurück, wo er einige Zeit als Prediger einer Dissentergemeinde wirkte, und wendete sich hierauf nach Dublin, um eine Lehranstalt zu gründen. 1729 wurde er Professor zu Glasgow, wo er 1747 starb. H. suchte darzuthun, daß, während wir unter den unsern Willen bestimmenden Motiven die beiden großen Gruppen der selbstsüchtigen und der wohlwollenden unterscheiden, wir nur den letztern und den aus ihnen hervorgegangenen Handlungen unsern Beifall geben, und daß dies nur auf einem ursprünglichen, von der Natur uns eingepflanzten «moralischen Sinn» beruhen kann. Dies Princip ist verwandt mit dem von Shaftesbury begrün- ^[folgende Seite]