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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hyperinose - Hypersthen

1877), Baiter und Sauppe in den "Oratores attici" (Fascikel VIII, Zür. 1848) und Comparetti (Pisa 1861, 1869); alles Erhaltene findet sich in Müllers "Oratores attici", Bd. 2 (Par. 1858), und ist zuletzt hg. von Blaß (2. Aufl., Lpz. 1881); eine deutsche Übersetzung lieferte Teuffel (Stuttg. 1865; 2. Aufl. 1882). - Vgl. Schäfer, Demosthenes und seine Zeit, Bd. 2 (2. Aufl., Lpz. 1886); Böhnecke, Demosthenes Lykurgos, H. und ihr Zeitalter, Bd. 1 (Berl. 1864); Girard, Ètudes sur l'éloquence attique. Lysias, Hypéride, Demosthène (Par. 1874); Bassi, Le quattro arazioni di Iperide (Tur. 1888).

Hyperinose (grch.), krankhafte Vermehrung des Faserstoffs im Blute.

Hyperion (grch.), d. h. der oben (am Himmel) Wandelnde, ist der Name eines der Titanen und der Beiname des Sonnengottes Helios (s. d.), der nach Hesiod H.s Sohn ist. - H. heißt auch einer der Saturnmonde.

Hyperius, Andr. Gerhard, prot. Theolog, geb. 16. Mai 1511 in Ypern, studierte in Paris Philosophie und Theologie und wurde 1541 Professor der Theologie in Marburg, wo er 1. Febr. 1564 starb. H. gehörte der milden Melanchthonschen Richtung an. Seine "Methodi theologiae libri tres" (Bas. 1566) geben eine (unvollendete) systematische Entwicklung der christl. Lehre. Die Schrift "De formandis concionibus sacris" (Marb. 1553) ist die verbreitetste Homiletik des 16. Jahrh. In dem Buche "De recte formando theologiae studio libri IV" (Bas. 1556) giebt H. die erste wissenschaftliche Encyklopädie und Methodologie der Theologie. Die beiden letztern Schriften wurden von dem span. Augustiner Villavicencio als kath. Lehrbücher neu herausgegeben (Antw. 1565). Dem H. verdankt die Hess. Kirche die große Landesagende von 1566.

Hyperjodsaure, soviel wie Überjodsäure (s.d.).

Hyperkatalektisch, s. Katalexis.

Hyperkinese (grch.), Muskelkrampf.

Hyperkritik (grch.), übertriebene, zu strenge Kritik.

Hyperlogisch (grch.), über die Vernunft hinausgehend.

Hypermangansaures Kalium (Kalium hypermanganicum), übermangansaures Kalium, s. Kaliumpermanganat.

Hypermetamorphose (grch.), s. Metamorphose.

Hypermeter (grch.), ein Vers mit einer überzähligen Silbe am Schlusse.

Hypermetropie (grch.), s. Hyperopie.

Hypermnestra, eine Danaide (s. Danaos).

Hyperocha (grch., "Überschuß"), der dem Pfandschuldner zurückzugewährende Überschuß des Erlöses aus dem Pfandverkaufe, welcher nach Befriedigung des Gläubigers verbleibt.

Hyperodapedon, s. Brückenechsen.

Hyperoodontidae, Familie der Delphine mit nur einem oder zwei Zähnen in jeder Unterkieferhälfte, schnabelartig verlängerter Schnauze und zu einem Spritzloche vereinigten Nasenlöchern. Von den 12 Arten ist der Dögling (s. Delphine) die bekannteste.

Hyperopie, Hypermetropie (grch.) oder Übersichtigkeit, eine Form der Ametropie, d. h. des von der Norm abweichenden Refraktionszustandes des Auges, bei der im Ruhezustände der Accommodation parallel einfallende Lichtstrahlen nicht, wie beim normalen Auge, auf der Netzhaut, sondern erst hinter derselben ihre Vereinigung in einem Punkte finden. Ein hyperopisches Auge vermag während der Accommodationsruhe also nur konvergent einfallende Strahlen zu einem scharfen Bildpunkte auf seiner Netzhaut zu vereinigen. Während das normale Auge beim Sehen in die Ferne seine Accommodation ruhen läßt, muß das hyperopische dieselbe unter allen Umständen, für Ferne und Nähe, in einem mit dem Grade der H. proportional wachsenden Maße gebrauchen: dies führt zur Asthenopie (s. d.), die durch Tragen derjenigen Konvexgläser als Brillen zu vermeiden ist, die den Grad der H. ausdrücken. Diese Refraktionsanomalie ist meist der Grund der Entwicklung des Schielens nach innen. So kann die Accommodationsanspannung, deren der an H. Leidende zum deutlichen Sehen bedarf, häufig nur mit Einleitung einer vermehrten, nicht mehr durch die Lage des Gesichtsobjekts, sondern lediglich durch das Accomodationsbedürfnis bestimmten Konvergenz erreicht werden. Es ergiebt sich hieraus, daß die die H. korrigierenden Konvexgläser in sehr vielen Fällen ein ausgezeichnetes Mittel zur nicht operativen Beseitigung der in Rede stehenden Form des Schielens bilden.

Hyperorthodox (grch., "überrechtgläubig"), in Bezug auf dogmatische Ansichten die orthodoxe Lehre noch überbietend.

Hyperosmie (grch.), krankhaft verstärkter Geruch.

Hyperostose (grch.), die Hypertrophie der Knochen, tritt entweder als eine umschriebene, rundliche oder höckerige Geschwulst, als Exostose (s. d.) oder als eine gleichmäßige diffuse Verdickung des ganzen Knochens (H. im engern Sinne) auf; im letztern Falle betrifft die Knochenbildung häufig nur die Oberfläche des Knochens, sie kann aber auch die Markräume im Innern des Knochens befallen und die letztern durch neugebildetes Knochengewebe mehr oder minder vollständig zum Verschwinden bringen, wodurch der vorher schwammige (spongiöse) Knochen in eine kompakte, feste, elfenbeinharte Masse verwandelt wird (Sklerose, Eburneation oder Verhärtung des Knochens). Die H., welche am häufigsten die großen Röhrenknochen des Körpers sowie die Schädelknochen ergreift, ist meist die Folge einer schleichenden Knochen- oder Knochenhautentzündung, tritt nicht selten im Verlaufe der konstitutionellen Syphilis auf und pflegt, wenn sie einmal einen bestimmten Grad erreicht hat, sich nicht wieder zurückzubilden.

Hyperoxyde, s. Oxyde.

Hyperphysisch (grch.), über das Natürliche hinausgehend, übernatürlich.

Hyperplasie (grch.), s. Hypertrophie.

Hypersophie (grch.), Überweisheit, Superklugheit.

Hypersthen, ein rhombisches Mineral, das insofern ein Glied der Pyroxengruppe bildet, als es ebenfalls ein Prisma von 93 ½° und 86 ½° Kantenwinkel besitzt und chemisch ein Bisilikat darstellt. Gewöhnlich ist der H. nur derb und eingesprengt; frei ausgebildete Krystalle sind nur auf Hohlräumen trachytischer Gesteine am Mont-Dore (Auvergne) und von Persien, in Auswürflingen des Laachersees und in dem Breitenbacher Meteoreisen bekannt. Die Spaltbarkeit ist nach der Längsfläche sehr vollkommen - hier erscheint ein metallartig, oft kupferrot schillernder Glanz -, nach dem Prisma deutlich; die bräunlichschwarze Farbe wird durch eingewachsene braune mikroskopische Lamellen hervorgebracht. Die Härte beträgt 6, das spec. Gewicht 3,3. Chemisch besteht der H. aus Kieselsäure, Magnesia und Eisenoxydul (Mg,Fe)SiO2; in meh-^[folgende Seite]