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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Injektionsexhaustor; Injektionstheorie; Injektoren

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Injektionsexhaustor - Injektoren

Atropin, Ergotin, Äther, Kampfer, Kokaïn, Strychnin, Sublimat u. a.). Man wendet sie an, wenn man auf einen bestimmten Punkt unter der Haut, z. B. auf einen bestimmten Nerven bei Neuralgien, einwirken will, oder wenn man eine recht schnelle allgemeine Wirkung wünscht (bei Vergiftungen), namentlich wenn die Einverleibung in anderer Weise (durch den Mund oder After) unmöglich ist. Die subkutane I. wird ausgeführt mit einer kleinen nur 1 g Flüssigkeit fassenden Spritze von Glas mit einer Fassung von Hartgummi, Silber oder Neusilber (s. beistehende Figur, a), deren Stempelstange mit 10 Teilstrichen versehen ist und so eine ganz genaue Dosierung der einzuspritzenden Flüssigkeit gestattet; auf die Spitze der Spritze wird eine feine, lanzenförmig zugespitzte Kanüle oder Hohlnadel (b) aufgesetzt, deren Spitze sehr scharf ist und ohne besondere Schmerzen in die Haut eingestochen werden kann. Man pflegt diese Spritzen als Pravazsche Spritzen zu bezeichnen, weil sie zuerst von dem franz. Arzt Pravaz (gest. 24. Juni 1853 zu Lyon), wenn auch zu einem andern Zwecke, angegeben wurden. Die Schnelligkeit und Sicherheit der Wirkung sowie die Möglichkeit einer genauen Dosierung haben dieser Methode die ausgedehnteste Anwendung verschafft.

^[Abb.]

Nach starken Blutverlusten, wie sie während der Entbindung, bei innern Blutungen oder nach Verwundungen vorkommen, hat man auch mit großem Erfolg Blut in die Adern gespritzt. (S. Transfusion.) Bei der Cholera werden Einspritzungen von großen Mengen einer schwachen Kochsalzlösung in die Adern oder unter die Haut empfohlen, um der drohenden Eindickung des Blutes vorzubeugen. Eine andere, gleichfalls häufig geübte Form der Einspritzung ist die sog. parenchymatöse I., bei welcher arzneiliche Stoffe (Jodlösungen, verdünnte Säuren, Höllensteinlösungen u. a.) durch Haut und Unterhautzellgewebe hindurch direkt in darunter gelegene Gewebe (Parenchyme) und Organe, besonders in krankhafte Geschwülste, eingespritzt werden, um dieselben auf chem. Wege zu zerstören und zum Absterben zu bringen.

Vgl. Eulenburg, Die hypodermatische I. der Arzneimittel (Berl. 1865; 3. Aufl. 1875).

Injektionsexhaustor, s. Exhaustor.

Injektionstheorie, s. Erzlagerstätten (Bd. 6, S. 341 b).

Injektoren (lat., "Einspritzer"), Strahlapparate, die zum Fördern von Flüssigkeiten, insbesondere zum Speisen von Dampfkesseln mittels des Kesseldampfes, ferner auch zur Entleerung der Abwässer in das Kanalsystem (z. B. der Injektor von Shone) u. s. w. dienen. Wegen der Dampfwirkung heißen sie auch Dampfstrahlinjektoren oder Dampfstrahlpumpen. Über die ebenfalls mit Dampf betriebenen Dampfstrahlgebläse s. Strahlapparate.

Der erste brauchbare Injektor wurde 1858 von Giffard verwendet. Bei diesem geschah die Dampfzuleitung durch eine Dampfdüse, deren Öffnungsweite durch eine sog. Dampfspindel, mit einem Konus am Ende, von außen regulierbar war. Der aus der Dampfdüse strömende Dampf wurde durch eine zweite, die Kondensationsdüse, hindurchgeleitet, wobei das Wasser aus dem die Dampfdüse umgebenden Wassersaugraum mitgerissen, der Dampf kondensiert und so dem Gemisch eine größere Geschwindigkeit erteilt wurde; hierauf wurde der Strahl in der Fang- oder Überdruckdüse aufgefangen und fortgeleitet. Zwischen der Misch- und der Fangdüse befand sich der sog. Überfallraum, in welchen dasjenige Wasser auslief, welches nicht die genügende Geschwindigkeit hatte, um durch die Fangdüse abzuströmen. Die spätern Injektorensysteme lassen die genannten Hauptteile mit einigen Abänderungen wiedererkennen. In manchen Fällen blieb die Dampfspindel weg; einige umgingen durch ihre Konstruktion den Überfallraum, die Grundanordnung blieb jedoch stets dieselbe.

Die nachstehenden Fig. 1 u. 2 bringen eine jetzt sehr gebräuchliche Konstruktion, den Körtingschen Universalinjektor, Modell 1889, und zwar Fig. 1 im Querschnitt, Fig. 2 in der Ansicht, zur Anschauung. Während man I. hat, die überhaupt nicht im stande sind, das Wasser anzusaugen, wenn dasselbe nicht bis zum Saugraum selbstthätig zufließt, ermöglicht der Universalinjektor bei der gewöhnlichen Anordnung der Düsen eine Saughöhe von 2 m, die sich auf 7 m steigern läßt. Der Apparat bildet, wie Fig. 1 zeigt, eine Kombination von zwei I., die in einem Gehäuse eingeschlossen sind. Der Dampf, dessen Spannung hier mindestens 1 ¼ Atmosphären betragen muß, strömt bei H ein und tritt, nachdem man beim Anlassen durch eine geringe Drehung des Handbebels B das unten gelegene Ventil V geöffnet hat, durch dieses in die erste Düse F, die Mischdüse, wobei er die zu hebende Flüssigkeit, deren Leitung bei J angeschlossen ist, mit sich reißt und zugleich kondensiert wird. Die Mischung wird durch den Raum M und den in der betreffenden Stellung des Handhebels B nach M hin offenen Hahn E hindurch, der beim Anheben des Handhebels zugleich gedreht wurde, nach außen getrieben, bis durch weitere Drehung des Handhebels durch den Hahn E der Kanal M geschlossen wird und das Wasser unter Druck über M1 nach der zweiten Düse F1 steigt. Gleichzeitig mit dem Schluß von E ist aber das andere, oben befindliche Dampfventil V1 geöffnet worden, sodaß die Flüssigkeit nochmals angesaugt und mit beschleunigter Bewegung durch F1 dem Austrittsventil (Rückschlagventil) G zugeführt wird, welches sich durch den Überdruck öffnet und die Flüssigkeit nach der Leitung K strömen läßt.

^[Abb.: Fig. 1.]