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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Inns of Court

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Inns of Court

Statthalters, das kaiserl. Absteigequartier und einen Riesensaal mit schönen Fresken; die 1425 erbaute Fürstenburg auf dem Stadtplatze mit einem reichen spätgot. marmornen Erker und vergoldetem Kupferdach, das berühmte Goldene Dach (Goldene Dachl), angeblich von Friedrich Ⅳ. mit der leeren Tasche für 30000 Dukaten erbaut; das Landhaus, das Palais Taxis, jetzt Post, die jetzt im Privatbesitz befindliche Ottoburg (1234), das Stadttheater (1846), die Triumphpforte am Ende der Maria-Theresienstraße (Neustadt), 1765 anläßlich der in I. gefeierten Vermählung des Großherzogs, spätern Kaisers Leopold Ⅱ. mit der Infantin Maria Ludovika errichtet, die große Infanteriekaserne neben dem Hofgarten, die prächtigen neuen Stadtsäle (1889), das Waisenhaus, von I. von Sieberer mit einem Stiftungskapitale von 550000 Fl. 1889 gegründet; in der Universitätstraße das Theresianum, früher Ritterakademie, jetzt Gymnasium, in der Museumstraße der stattliche Renaissancebau des Ferdinandeums oder Tiroler Landesmuseums, nach seinem ersten Protektor Kaiser Ferdinand Ⅰ. benannt, 1842 begonnen, 1884‒86 erhöht; an der Façade 22 Büsten hervorragender Künstler und Gelehrten des Landes (s. unten), die neue Landes-Geburtsklinik und die Universitätsinstitute. Auf dem Margaretenplatz erinnert der 1863‒77 erbaute Rudolfsbrunnen mit dem 3 m hohen Standbild des Herzogs Rudolf Ⅳ. an die 500jährige Vereinigung Tirols mit Österreich; die Annasäule wurde 1706 zum Gedächtnis der Räumung Tirols durch die bayr. und franz. Truppen (1703) errichtet. Im neuen Stadtpark befindet sich ein in Zinkguß ausgeführtes Denkmal Walters von der Vogelweide. Der neue Friedhof, 1857 eröffnet, enthält schöne Monumente von Knabl, J. Gasser, J. Müller, A. Grissemann u. a. Hierher wurde auch das früher auf dem alten, am Stadtspital gelegenen, jetzt abgetragenen Friedhof befindliche Grabmal Colins, von ihm selbst gearbeitet, übertragen.

Unterrichts- und Bildungswesen. Die Leopold-Franzens-Universität, 1677 durch Kaiser Leopold Ⅰ. gestiftet, von Kaiser Joseph Ⅱ. 1782 in ein Lyceum verwandelt, 1792 von Leopold Ⅱ. wiederhergestellt, 1810 von der bayr. Regierung gänzlich aufgehoben, wurde 1826 von der österr. Regierung mit der jurist. und philos. Fakultät wieder eröffnet, 1857 durch die theol. und 1869 durch die mediz. Fakultät vervollständigt. Die Zahl der Professoren und Lehrer beträgt (1893) 88, die der Studierenden 960, darunter etwa 250 Theologen, meist Ausländer. Die Universitätsbibliothek ist aus der 1745 von Maria Theresia gegründeten Hauptbibliothek entstanden, welcher die Bücher der aufgelösten Jesuitenkollegien zu I. 1776, Hall 1780 und Brixen einverleibt wurden. Sie enthält 100000 Bände und 1027 Handschriften. Das Archiv der Statthalterei ist eins der bedeutendsten Österreichs. Ferner bestehen ein Staatsgymnasium, 1562 von Kaiser Ferdinand Ⅰ. errichtet, eine Staatsrealschule (1853), Lehrer- und Lehrerinnenbildungsanstalt, Staatsgewerbeschule mit Filiale in Hall, eine Infanterie-Kadettenschule (130 Zöglinge) und eine Handelsakademie. Das Ferdinandeum enthält röm., mittelalterliche und neuere Stein- und Bronzedenkmäler, darunter der sog. Altar der Diana aus Meran, zoolog. und geognost.-paläontologische Sammlungen, Proben sämtlicher Tiroler Mineralien, ferner Gipsabgüsse, rhätische, röm. und german. Altertümer, Waffen, Karten, patriotische Erinnerungen (z. B. an Hofer), eine Gemäldegalerie, eine Bibliothek (40000 Bände) meist Tiroler Werke u. a. Am linken Ufer des Inn steht die schöne und große, neuerbaute Landes-Schießstätte.

Industrie. Unter den Fabriken sind die für Baumwoll- und Schafwollindustrie sowie für Kaffeesurrogat hervorzuheben, dann die Glasmalereianstalt mit eigener Kathedralenglashütte, sowie eine Mosaikwerkstätte. Die große Baumwollspinnerei ist mit einer Maschinenfabrik verbunden.

Umgebung. Eine schöne Kettenbrücke führt unterhalb der Stadt nach dem Dorfe Mühlau. Südlich an I. stößt das Dorf Wilten (6515 E.) mit stattlicher Prämonstratenserabtei; oberhalb desselben der Berg Isel (s. d.); südöstlich von demselben die Lanser Köpfe (929 m), der Lanser See (841m), und die Sommerfrische Igls (884 m). 3 km östlich das berühmte Lustschloß Ambras (s. d.).

Geschichtliches. I. hieß im Altertum Ad Oenum, Oeni pons oder Oenipontum, d. h. Brücke über den Inn, und wurde 1234 von dem Herzog Otto Ⅰ. von Meran zur Stadt erhoben. Nach der Besitznahme Tirols durch Österreich (1363) war es fast ununterbrochen der Sitz der Tiroler Landesfürsten bis 1665. In dem Französisch-Österreichischen Krieg von 1809 (s. d.) wurde I. mehrmals von beiden Parteien genommen und wieder verloren, wodurch es viel litt.

Litteratur. Zoller, Geschichte und Denkwürdigkeiten der Stadt I. (2 Tle., Innsbr. 1816‒25); B. Weber, I. und seine Umgebungen (ebd. 1838); Probst, Geschichte der Universität zu I. (ebd. 1869); Erler, Innsbruck (3. Aufl., ebd. 1880); Gwercher, I. und dessen nächste Umgebung (ebd. 1880).

Inns of Court (spr. kohrt), die engl. Rechtsinnungen, die seit dem 13. Jahrh. bestehen; die Inns of Chancery, welche früher Vorbereitungsschulen für die I. o. C. waren, und die Innung der Serjeants (Serjeants Inn, s. Serjeants-at-law) existieren nicht mehr. Kandidaten für die Advokatur müssen einer dieser 4 Innungen in London (Lincoln’s Inn, Inner Temple, Middle Temple und Gray’s Inn) während zwölf Quartalen als Studenten angehören und ihre Anwesenheit dadurch nachweisen, daß sie bei dem in jedem Quartal während 3‒4 Wochen in der Innungshalle regelmäßig stattfindenden Mahlzeiten an einer gewissen Anzahl von Abenden sich beteiligen. Man nennt dies to keep terms (Quartale einhalten). Delegierte der vier Innungen bilden zusammen den Council of Legal Education (jurist. Studienkommission), welcher jurist. Vorlesungen veranstaltet und die Prüfungen leitet. Nach Absolvierung der Prüfungen und Einhaltung der Quartale wird der Student von der Innung, welcher er angehört, zum Barreau berufen (called to the bar) und erwirkt dadurch die Befugnis, als Barrister zu praktizieren. Der Besuch der Vorlesungen ist nicht obligatorisch, und in der That beteiligt sich nur eine geringe Minderzahl der Studenten an denselben; hingegen ist es gebräuchlich, bei einem Barrister als Schüler (pupil) ein oder zwei Jahre praktisch zu arbeiten. Jede Innung hat eine große Festhalle, in welcher die erwähnten Mahlzeiten, an welcher sich auch viele Barristers gewöhnlich beteiligen, stattfinden, eine nur den Mitgliedern geöffnete Bibliothek und verschiedene Amtslokalitäten. Die beiden Temples haben zusammen eine Kirche, Lincoln’s Inn und Gray’s Inn