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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Iris (mineralogisch) - Irische Sprache und Litteratur
wurzel), jetzt noch wie der von I. germanica und pallida zur Erleichterung des Zahnens der Kinder benutzt. I. pumila L., Zwerg-Schwertlilie, ursprünglich mit einer oder mit zwei dunkelvioletten Blumen auf einem nur 20-25 cm hohen Stengel. Diese schon im April und Mai blühende Art ist ebenfalls in zahlreiche Varietäten ausgegangen, aus der sich eine besondere Rasse mit einer ganzen Reihe von Farbenvarietäten entwickelt hat. I. variegata L. ist in Osterreich und Nngam heimisch und zeichnet sich durch weißgelb und violett gefärbte Blüten aus. I. sibirica L., nicht nur in Sibirien, sondern auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf feuchten Wiesen vorkommend, fällt durch ihre schmalen bandartigen Blätter auf. Ihre Blumen sind hellblau, violettaderig, genetzt, bei Gartenformen auch rein weiß, dunkelblau, blauviolett und verschiedenfarbig. I. laevigata Fisch. (I. Kaempferi Sieb.) ist eine erst in neuerer Zeit aus Japan in zahlreichen Varietäten eingeführte Art mit sehr großen, bis zu 17 cm im Durchmesser haltenden prachtvollen hell- und dunkelvioletten, blaßblauen, rötlichen bis weißen Blumen. Sie verlangt zur vollkommenen Entwicklung einen möglichst feuchten, dabei nahrhaften und lockern Boden. Schönblühende Arten mit Knollen oder Zwiebelknollen und langer Ruhezeit sind: I. reticulata Bieb., aus Iberien und dem Kaukasus stammend, ist in Deutschland winterhart und die frühblühendste aller I.; ihre dunkelvioletten, gelbpunktierten, weiß geäderten Blüten erscheinen fast zu gleicher Zeit mit denen des Schneeglöckchens im März. I. xiphioides Ehrh. (I. anglica Hort.), in Spanien heimisch, in zahlreichen Varietäten mit weißen, violetten oder bläulichen Blumen. I. Xiphium L. (I. hispanica Hort.) ist der vorigen ähnlich, aber in allen Teilen kleiner; beide verlangen in Deutschland eine Bedeckung im Winter. I. Susiana L., in Persien heimisch und von dort 1873 in Europa eingeführt, wird wegen der sehr eigentümlichen düstern Färbung ihrer Blüten, die wie mit einem Trauerflor bedeckt erscheinen, "Fürstin oder Dame in Trauer" genannt. Die Blumen sind auf hellgrauem Grunde schwärzlich geädert, die drei aufrecht stehenden Blumenblätter lockerer, die drei herabhängenden so dicht, daß sie fast ganz schwarz erscheinen. Dieser Art ähnlich, aber in der Kultur leichter, ist I. iberica Hoffm. aus dem Kaukasus. I. Sari Fost. var. nazarena ist eine der schönsten erst in neuerer Zeit aus Kleinasien eingeführten Arten; die drei herabhängenden Blumenblätter sind auf gelblichem Grunde braun gesteckt und punktiert, die drei obern milchweiß, bläulich geädert, ähnliche, aber vier Wochen später erscheinende Blumen hat I. Lorteti Barbey, ebenfalls erst in neuester Zeit aus Kleinasien eingeführt. Diese wie viele andere aus dem Orient stammende und erst kürzlich in Europa eingeführte Arten sind leider in Deutschland nicht winterhart und müssen deshalb in Töpfen im Gewächshause oder im frostfreien Kasten kultiviert werden. Sie blühen meistens im Frühjahr und gehen bald darauf wieder ein. Man verwendet die I. mit fleischigen Wurzelstöcken und lange dauernder Vegetation zur Umrandung der Fontänenbassins und Teichränder, zur Vorpflanzung von Gehölzgruppen und zur Bepflanzung von Rabatten, und vermehrt sie leicht durch Teilung der Wurzelstöcke und durch Samen. Die lange Zeit ruhenden Arten mit Knollen und Zwiebelknollen werden in Töpfen oder kalten Kästen kultiviert und können auch im Gewächshause angetrieben werden. Ihre Vermehrung findet durch die natürliche Teilung der Knollen und durch Samen statt.
Iris, Handelsname der Regenbogenquarz genannten Quarzvarietät, eines Quarzes (s. d.), der infolge zahlreicher Hohlräume und Sprünge Regenbogenfarben zeigt (irisiert).
Iris, Schmetterling, s. Schillerfalter.
Iris, Personifikation des Regenbogens, bei Hesiod eine Tochter des Thaumas und der Okeanide Elektra und Schwester der Harpyien, eine jungfräuliche Göttin, ist die windschnelle Botin der Götter, namentlich des Zeus und der Hera. Sie fährt dahin wie Schneegestöber und Schloßen im Sturm des Boreas, trägt goldene oder rotschimmernde Flügel und eilt von einem Ende der Welt zum andern, selbst in die Unterwelt und die Tiefe des Meers. Bei Homer ist von ihrer Naturbedeutung (als Regenbogen, der auch bei ihm I. heißt) nichts zu spüren; sie erscheint als Götterbotin nur in der Ilias, während in der Odyssee Hermes ihre Stelle einnimmt. Erst von spätern Dichtern wird sie mit der Himmelserscheinung identifiziert. - I. ist auch der Name des 7. Planetoiden.
Irische Landliga, s. Landliga.
Irische Nationalliga, s. Nationalliga.
Irische Nationalpartei, s. Home-Rulers.
Irischer Wall, s. Irish bank.
Irische See, Irisches Meer, das brit. Mittelmeer, der zwischen Irland und Großbritannien gelegene Meeresteil, 320 km lang von SW. nach NO. und 230 km breit von O. nach W., steht durch den St. Georgskanal im S. und den tiefen Nordkanal im NNW. mit dem Ocean in Verbindung. Zwischen Dublin und Anglesey findet sich die größte Tiefe (150 m).
Irisches Huhn, soviel wie Blaues Bredahnhn.
Irisches Meer, s. Irische See.
Irische Spitzen, s. Spitzen.
Irische Sprache und Litteratur. Das Irische bildet die Hauptabteilung des gälischen Zweiges des kelt. Sprachstammes (s. Keltische Sprachen). Man unterscheidet Altirisch (etwa vom 8. bis 10. Jahrh.), Mittelirisch (bis um 1500) und Neuirisch. Die altirischen Sprachdenkmäler sind fast alle nur sprachlich, nicht litterarisch von Bedeutung; sehr ausgedehnt und mannigfaltig ist dagegen die mittelirische Litteratur. Den ersten Rang nehmen die Texte der irischen Heldensage in prosaischer und poet. Form ein, die ihrem Stoffe nach in weit ältere Zeiten hinaufreichen; an sie schließen sich Schriften histor. Inhalts (Annalen, Genealogien) und sagenhafte Erklärungen irischer Ortsnamen an. Auch auswärtige Sagen, wie die Zerstörung Trojas, die Abenteuer Alexanders d. Gr. u. a., sind in dieser Litteratur behandelt worden. Ebenso umfangreich ist die kirchliche Litteratur: prosaische Legenden und Predigten, gereimte Heiligenkalender und poetisch verarbeitete biblische Geschichten. Von Interesse sind ferner die irischen Gesetzbücher, in kurzen Formeln abgefaßt und nach und nach mit umfangreichen Glossen versehen. Manches harrt noch der Veröffentlichung. Seit dem 17. Jahrh. ist die Sprache in mächtigem Rückschritt begriffen (s. Irland, S. 686 a.). Als musterhaftes Neuirisch gilt Geoffrey Keatings (geb. 1570) Geschichte Irlands ("Forus feasa ar Eirinn", Dublin 1811). Die Bibel hat im 17. Jahrh. Bischof Bedel