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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ithaca - I-tschang
Fthäca, Hauptstadt des Couuty Tompkins im
nordamerik. Staate Neuyork, südsüdwestlich von
Syracuse, liegt an der Südspitze des Cayugasees,
der, in 119 m Höhe, 61 km lang, bis 6,5 km breit,
rings von Bergen umgeben ist, und an zwei Bah-
nen, hat lebhafte Industrie und (1890) 11079 E.
I. ist Sitz der Ooi-i^H-Univ^it)' (gegründet 1865),
mit 53 Professoren, 61 andern Docenten, 1537
Hörern (darunter 150 weiblichen). Die naturwissen-
schaftlichen und technischen Fächer werden völlig
gleichberechtigt neben den klassischen Studien be-
trieben. Die Bibliothek (114000 Bände und 30000
Broschüren) enthält diejenige von Franz Vopp.
Das Staatsackerbaucollege ist mit ihr verbunden.
- In der Nähe von I. zahlreiche Wasserfälle, dar-
unter Taughanic Falls.
Ithaka, neugrch. Ithaki, im Volksmunde
Thiäki, nächst Paxos die kleinste der sieben Ioni-
schen Inseln (s. d.) mit 97 ykm, liegt westlich von
der mittelgriech. Landschaft Akarnamen, südlich von
Leukas (Sta. Maura), nordöstlich von Kephallenia,
von letzterm durch den 2-4 Km breiten Kanal von I.
getrennt. I. ist ein langgestreckter, schmaler, dürrer
Felsrücken, welcher in der Mitte durch die von Osten
her tief einschneidende Bucht von Molo in zwei
Hälften geschieden wird. (Höchster Gipfel im nördl.
Teil 808 m.) Im Altertum war die Insel als Vater-
land und Reich des Odysseus (s. d.) berühmt, poli-
tisch aber unbedeutend. Die gleichnamige Stadt
der histor. Zeit des Altertums lag im nördlichsten
Teile, unterhalb des jetzt Exogi (Oroi) genannten
Berges auf einem Plateau zwischen zwei Buchten;
die erhaltenen Reste beweisen, daß dieselbe bis in
die röm. Zeit fortbestanden hat. Die auf dem jetzt
Aeto genannten Rücken des die nördl. und die süol.
Hälfte der Insel verbindenden Isthmus erhaltenen
Reste einer altertümlichen Befestigung, welche man
fälschlich auf den Palast des Odysseus bezogen hat,
stammen von einem alten Kastell Alalkomenä. Im
Mittelalter teilte I. die Geschichte Kephallemas,
starb infolge der Seeräuberei und der Türkenkriege
fast gänzlich aus und hob sich erst wieder unter
venet. Herrschaft. I. hat 8821 E. und bildet mit
einigen kleinern Inseln eine Eparchie des Nomos
Kephallenia mit (1889) 10442 E., erzeugt nicht
den nötigen Bedarf an Brotkorn, dagegen reich-
lich Korinthen, Wein und Ol. Die Einwohner sind
unternehmende Schiffer und Handelsleute. Die an
der Bucht von Molo gelegene Haupt- und Hafen-
stadt Vathy oder Ithaki ist Sitz eines Bischofs
und hat (1889) 3638, als Gemeinde 4605 E., Schiff-
bau und Fischerei. Auch werden Schwämme ge-
fischt und rote Korallen gewonnen. - Vgl. Schlie-
mann, I., der Peloponnes und Troja (Lpz. 1869);
R. Hercher, Homer und das I. der Wirklichkeit (im
"Hermes", Bd. 1, Verl. 1865); A. von Warsberg,
Odysseische Landschaften (3 Bde., Wien 1879)-
Partsch, Kephallenia und I. (in "Petermanns Mit-
teilungen", Ergänzungsheft 98, Gotha 1890):
Menge, Ithara (Gütersloh 1891).
Fthaki, griech. Infel und Stadt, s. Ithaka.
Ithome, die centrale Vergmasse Messeniens,
zwischen der obern und der untern Ebene des Flus-
ses Pamisos, der den I. auf der Ostseite begrenzt.
Bis 802 iu emporsteigend, war der Gipfel dicscs
Systems, dessen südl. Kuppe Eua (jetzt St. Vasilios)
steiler, die nördliche (I. im engern Sinne, jetzt Vur-
kano) sanfter zur Ebene abfällt, in griech. Urzeit
dem Dienst des pelasgischen Zeus (Ithomatas),
des messenischen Landesgottes, geweiht. Der Berg
spielte in den Messenischen Kriegen (s. Messenien)
eine wichtige Rolle. Als Epaminondas 369 v. Chr.
den messenischen Staat wiederherstellte, wurde der
I. die Akropolis der neuen, in einem Thale an sei-
nem Westfuße angelegten Stadt Messene, und blieb
nun bis tief in die Römerzeit eine der wichtigsten
Festungen Griechenlands.
Ithyphallos, im griech. Kultus die aus rotem
Leder gefertigte Nachbildung des aufgerichteten
männlichen Gliedes als Symbol der Fruchtbarkeit.
Er wurde namentlich bei den Aufzügen der Dionysos-
feste vorangetragen, wozu Lieder nach eigenem
Versmaß (ebenfalls I. oder Ithyphalllton ge-
nannt) gesungen wurden.
Itinerarium (lat.), ein Verzeichnis der auf
einer Straße zwischen zwei Hauptorten sich sinden-
den Stationen und Halteplätze, mit Angabe ihrer
Entfernungen voneinander. Aus dem Altertum
sind namentlich erhalten: 1) Die "Itinei ai-ig. ^n-
touini", nämlich das "Itin6i'Hi'ium provinciarum",
eine Anzahl Reiserouten durch die röm. Provinzen
Europas, Asiens, Afrikas enthaltend, und das "Iti-
nLini-ium maritimum", die üblichsten Küsten- und
Seewege anzeigend. Die Gestalt, in der die Itine-
rarien uns vorliegen, gehört dem Anfange des
4. Jahrh. an. 2) Das "Itin^-ai-wm Vuräi^3,l6Q86
oderHi6r080i^mitanum", verfaßt von einem Christen
333 n. Chr. für die von Buroigala (Bordeaux)
nach Ierufalem Reisenden. Herausgegeben wurden
diese beiden Itineraricn von Pinder und Parthey
(Berl. 1848), das letztere allein von Tobler und
Molinier in den "Itinei-a Hißi-oLoi^mitanH" (Genf
1879). 3) Das "ItinßlNi-ium ^.isxHNliri", eine um
340 n. Chr. verfaßte kurze Schilderung des Zugs
Alexanders d. Gr. nach Persien, die zuletzt von
Volkmann (Naumb. 1871) herausgegeben wurde.
Endlich 4) mehrere Itinerare durch das Heilige Land
(bez. Beschreibungen desselben), die in neuerer Zeit
Tobler u. d. T. "i^iasstili^ ä68cription63 6x 3^6-
oulo IV, V 6t VI" (St. Gallen 1869) und zusammen
mitMolinier in den erwähnten "Itiu6raIIi6r080i7mi-
taiia" veröffentlichte. Dazu kommen dann noch die
"I)68ci'il)ti0N68 t6I-I-9.6 8knetk6 6X 8N60u1o VIII, IX,
XII 6t XV", die Tobler ebenfalls (Lpz. 1874) heraus-
gab. Ferner ist ziemlich vollständig die Kopie einer Art
von Weltkarte erhalten, welche die wichtigsten Itine-
rarien der gesamten den Römern bekannten Welt
kartographisch darstellte, in der Peutingerschen Tafel
(s. d.). - Vgl. Fortia d Nrban, R.6cii6i1 ä63 itinö-
r3.ir68 g.nci6U8 (Par. 1845).
Ftinerärstadium, eine von neuern Gelehrten
gebrauchte Bezeichnung für das Wegemaß der alten
Griechen, ein Stadium (s.d.), das kürzer ist als das
olympische oder athenische, etwa ^ 148 m.
Itio in pa.rts8 (lat.), s. 5u8 6unäi in partsZ.
Itiri (I tu ri), Nebenfluß des Kongo,s.Äruwimi.
Iton (fpr. itöng), linker Nebenfluh der Eure in
Frankreich, entfpringt in der Landschaft Perche
(Depart. Orne), verliert sich zwischen Damville und
Evreux auf 7 km unter dem Boden und mündet,
140 km lang, oberhalb Louviers.
Itri, Stadt im Kreis Gaeta der ital. Provinz
Caserta, in den Bergen südöstlich von Fondi, mit
Burgruinen, zählt (1881) 6375 E. Fra Diavolo
war hier zu Hause.
I-tschang, Stadt in der chines. Provinz Hu-pe,
links am Iang-tse-kiana,, der 9 km oberhalb I. die