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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Italienisch-Französischer-Österreichischer Krieg von 1859 - Ith

Die Ausfuhr I. W. beträgt etwa ein Zehntel der Gesamtproduktion (1892: 2417166 hl) und ging bis zum J. 1888 zum größten Teil nach Frankreich. Durch die Aufhebung des Handelsvertrags hat die Einfuhr nach diesem Lande erheblich nachgelassen (1890 nur 23409 hl gegen 2,1 Mill. im J. 1883); doch ist sie nach andern Ländern namentlich infolge der Handelsverträge 1891/92 im Steigen begriffen. Nach dem Handelsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und Italien vom 6. Dez. 1891 zahlt ital. Wein und Most in Fässern 20 M., Verschnittwein und Wein zur Cognacbereitung nur 10 M. per 100 kg Einfuhrzoll. Deutschland bezog 1892: 261000 hl, die Schweiz etwa ebensoviel; auch nach den Vereinigten Staaten war der Absatz gut. Die Fortschritte, welche die Phylloxera in neuester Zeit auch in Italien gemacht hat (gegenwärtig sind 109426 ha verseucht), läßt einen Rückgang in der Produktion voraussehen. – Vgl. Cerletti, Notes sur l’industrie et le commerce du vin en Italie (Rom 1889).

Italienisch-Französisch-Österreichischer Krieg von 1859, s. Italienischer Krieg von 1859.

Italienisch-Ostafrika, s. Erythräa.

Italienisch-Österreichischer Krieg von 1866, s. Italienischer Krieg von 1866.

Italijskij, Fürst, s. Suwórow-Nymnikskij.

Italĭker, s. Italische Völker und Sprachen.

Italiōten, im Altertum die griech. Bewohner von Großgriechenland (s. d.).

Italique (frz., spr. -lík), Druckschrift, s. Italica.

Itālisch bezeichnet, was sich auf das alte (antike) Italien bezieht; italienisch, was das mittelalterliche und neuere Italien betrifft.

Italische Völker und Sprachen, in der Geschichte und Philologie Bezeichnung der im Altertum auf der ital. Halbinsel lebenden Völker und Sprachen. Dahin gehören in Oberitalien die Ligurer in dem nach ihnen benannten Ligurien (s. d.), die (wenigstens in größern Massen) wohl erst im 4. Jahrh. v. Chr. eingewanderten Gallier und im heutigen Venetien die Veneter, eine Völkerschaft illyr. Stammes. Auf der eigentlichen Halbinsel lassen sich drei Stammesgruppen unterscheiden: die Etrusker, die japygischen Völkerschaften und die Italiker im engern Sinne. Die Etrusker, deren Verwandtschaft und Sprache noch rätselhaft sind, bewohnten Etrurien (s. d.). Die Japyger saßen im äußersten Südosten Italiens, in Apulien (wo sie jedoch schon um 100 v. Chr. gräcisiert waren) und auf der messapischen oder calabrischen Halbinsel, und waren, wie eine kleine Anzahl Inschriften bekundet, indogerman. Stammes. Die eigentlichen Japyger nebst den Messapiern, Calabriern und Sallentinern erhielten ihre Sprache noch bis in die röm. Kaiserzeit. Die Italiker im engern Sinne bilden einen der Hauptzweige des indogerman. Sprachstammes (s. Indogermanen). Die ital. Sprachen stehen nach einer neuern Ansicht dem kelt. Sprachzweig am nächsten, doch nicht so nahe, daß man mit Sicherheit eine italisch-kelt. Ursprache annehmen könnte. Sie zerfallen in zwei Abteilungen, die latinische (römische) und die umbrisch-sabellische oder umbrisch-samnitische. Dialekte des latinischen Zweigs wurden vor der Gründung griech. Kolonien und der Einwanderung der Samniten nicht bloß in Latium, von den eigentlichen Latinern, sondern auch von den Ausonern in Campanien, den eigentlichen Italern in den später von den Lucanern und Bruttiern bewohnten Gebieten, sowie vielleicht auf der östl. Hälfte Siciliens von den Siculern gesprochen. Aus der Sprache der Latiner in Latium ging die lat. Sprache hervor, die mit der Unterwerfung Italiens durch die Römer die herrschende und deshalb die römische (lingua romana) genannt wurde. (S. Lateinische Sprache.) Der umbrisch-sabellische Zweig zeigt sich in viele Dialekte zersplittert, von denen das Umbrische im engern Sinne (im eigentlichen Umbrien) und das Oskische, das sich mit den Eroberungen der Samniter auch über Campanien und weiter nach Süden ausbreitete, aus einer größern Anzahl von Inschriften näher bekannt sind, während für die Dialekte der Volsker, Marser u. a. nur wenige Inschriften Zeugnis ablegen. (S. Eugubinische Tafeln, Osker und Umbrer.)

Itamaracā, Insel an der Küste des brasil. Staates Pernambuco, nur durch einen schmalen Meeresarm vom Lande getrennt, ist ungemein fruchtbar und liefert Baumwolle, Zucker und Seesalz.

Itambe, Pico, s. Espinhaço.

Itapalme, s. Mauritia.

Itaparīca, brasil. Insel gegenüber Bahia (s. d.).

Itasca, See im nordamerik. Staate Minnesota, liegt 500 m hoch an der Wasserscheide der dem Norden und dem Mexikanischen Golf zuströmenden Gewässer. Er wurde 13. Juli 1832 entdeckt und gilt als Ursprung des Mississippi.

Itatiaya oder Itatiayossu, der höchste Berg Brasiliens, in der Serra da Mantiqueira, auf der Grenze der Staaten Rio de Janeiro, Minas Geraes und São Paulo, 2712 m hoch, wurde 1871 von Glaziou erstiegen.

Itawa (Etawa), Distrikt der Division Agra der indobrit. Lieutenant-Gouverneurschaft der Nordwestprovinzen, hat 4384 qkm und 722371 E., darunter 679274 (94 Proz.) Hindu, 41437 Mohammedaner, 1526 Dschain, 158 Christen. Der Hauptort des Distrikts liegt höchst malerisch 1‒2 km vom linken Ufer der Dschamna entfernt an der Eisenbahn Allahabad-Agra, hat (1891) 38793 E., ein früher wichtiges Fort und ein großes Gefängnis.

Item (lat.), ebenso, ferner, desgleichen, auch bloßes Füllwort zur Fortführung, entsprechend dem deutschen: nun; als Substantiv: das Fernere, Weitere; auch Posten in einer Rechnung.

Ite, missa est (zu ergänzen concio, lat., d h. «Geht, entlassen ist [die Versammlung]»), Formel, mit der in der altchristl. Kirche beide Teile des Gottesdienstes geschlossen wurden, noch jetzt am Ende der kath. Messe gebräuchliches Schlußwort. (S. auch Messe.)

Itenēz, Fluß in Brasilien, s. Guaporé.

Iteratīva, (vom lat. iterare, wiederholen, auch Frequentativa genannt), Verba, welche die wiederholte Handlung bezeichnen, z. B. lat. clamitare, oft rufen (clamare), dictitare, oft sagen (dicere). Mit der Bedeutung der Wiederholung verbinden sich nicht selten Nebenbegriffe, namentlich Verkleinerung, Wenigkeit, z. B. im Deutschen «sticheln» = oft ein wenig stechen, «streicheln» = oft ein wenig streichen.

Ith, schmaler, bewaldeter Gebirgsrücken im W. der Leine, auf der Grenze des braunschw. Kreises Holzminden und des preuß. Reg.-Bez. Hannover, ist 22 km lang. Über seinen über 356 m hohen Rücken erhebt sich am Nordwestende der 405 m hohe Lauensteiner Kopf. Er besteht aus weißem Jura, der nach SW. hin prächtige Dolomitfelsen bildet und hat von jeher als Grenzscheide gedient.