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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Jakob VI. (König von Schottland) - Jakobiner
dem Tode seines Vaters minderjährig auf den
Thron. Um die Regentschaft stritt eine engl. Partei
unter des Königs Mutter Margarete, der Schwester
Heinrichs VIII. von England, im Bunde mit den
Douglas, und eine französische unter John Stuart,
Herzog von Albany. Frankreich und England griffen
mit Geld und Truppenhilfe ein, sodaß Schottland
in traurigster Weise von endlosen Kriegen zerrissen
wurde. Mit 16 Jahren ergriff I. selbständig die
Herrschaft (1528) und führte den alten Kampf der
Könige gegen die mächtigen Lords. I. war ver-
mählt mit einer Tochter Franz' I. von Frankreich,
und nach deren Tode mit Maria von Guise, wo-
durch die Verbindung mit Frankreich besonders eng
wurde. Da er sich hauptsächlich von Geistlichen be-
raten ließ, so war er ein entschiedener Gegner des
Protestantismus und Englands, das sich von der
alten Kirche abgewandt hatte. Sein allmächtiger
Berater Veaton (s. d.), Kardinal-Erzbischof von St.
Andrews, hintertrieb eine geplante Zusammenkunft
I.s mit Heinrich VIII., und in dem nun ausbrechen-
den Kriege erlagen die Schotten völlig bei Solway
Moh. Der Gram darüber beschleunigte das Ende
I.s, er starb 14. Dez. 1542, wenige Tage, nachdem
seine Gemahlin ihm eine Tochter, Maria Stuart
(s. d.), geboren hatte.
Jakob VI., König vonSchottland,s. Jakob I.
von Großbritannien und Irland (S. 835 d).
Jakob II., König von Sicilien, s. Jakob II.,
der Gerechte, König von Aragonien (S. 835 d).
Jakob Baradäus, Stifter der Iakobiten, s.
Varadäus.
Jakob, Therese Albertine Luise von, als Schrift-
stellerin unter dem Namen Talvj bekannt, Tochter
des Hallenfer Professors Ludwig Heinrich von I.
(geb. 1759, gest. 1827), s. Robinson.
Iakobäa von Holland, auch von Bayern
genannt, Erbtochter Wilhelms II. von Bayern,
Grafen von Holland und Hennegau, geb. 25. Juli
1401, kam nach dem Tode ihres Vaters 1417 (sie
war bereits Witwe des Dauphins von Frankreich)
in den Besitz von Holland und Hennegau, die da-
mals durch zwei Parteien, die Hoeksche (s. d.) und
die Kabeljausche, in die größte Zerrüttung versetzt
waren. An der Spitze der letztern machte ihr Oheim
Johann von Bayern ihr Holland und Seeland strei-
tig. I. vermählte sich mit dem Herzog Johann von
Brabant, trennte sich jedoch bald wieder von ihm und
verband sich mit dem Herzog Humphrey von Glou-
cester. Als 1425 Johann von Vrabant plötzlich starb,
trat ihr Vetter, Philipp der Gute von Burgund, als
Erbe Johanns ihr entgegen. Nach heldenmütigem
Widerstände, schloß sie 1428 Frieden mit Philipp;
sie überließ ihm als Nuwaard die Negierung ihrer
Grafschaften, behielt aber Titel und Nang; sie ver-
pstiaMe sich, ohne Einwilligung des Herzogs keine
neue Ehe einzugehen. Gleichwohl vermählte sie sich,
nachdem ihre Ehe mit dem Herzog von Gloucefter
von einem geistlichen Gericht zu Rom gelöst war,
mit einem Edelmann Frank von Vorselen. Darauf
mußte sie ihre Länder 1433 vollständig an Philipp
abtreten. I. starb 9. Okt. 1436 auf Schloß Teilingen
zwifchen Leiden und Haarlein. - Vgl. Löher, I.
von Bayern (2 Bde., 2. Aufl., Nördl. 1809).
Iakobäa, auch Jakobe und Iatobine ge-
nannt, Herzogin von Iülich, Tochter des Mark-
grafen Philibert von Baden-Baden, geb. 16. Jan.
1558, ward, ungeachtet ihre Eltern Protestanten
waren, von ihrem Oheim katholisch erzogen. Sie
heiratete 1585 Johann Wilhelm, den später blöd-
sinnigen Sohn des schwachsinnigen Herzogs Wil-
helm IV. von Iülich, der diesem dem Namen nach
1592 in der Regierung folgte. Die mit äußern und
innern Gegnern um die Macht ringende I. ergab
sich einem ausschweifenden Leben und wurde 1595
von den Landständen beim Kaiser verklagt. Ehe
der langwierige Prozeß sich entschied, fand man sie
3. Sept. 1597 erdrosselt im Bett. Der Mord wurde
dem Hofmarschall Schenkern zugeschrieben. - Vgl.
Stieve, Zur Geschichte der Herzogin I. von Iülich
Geschichte" (Bd. 15). Kugler schrieb ein Trauerspiel
"Iakobäa" (Stuttg. 1850). ^s. Iakobäa.
Jakobe oderIakobrne, Herzogin von Iülich,
Iakobi (lat. ^codi äies), der Tag des heil.
Iakobus, der 25. Juli.
Jakobiner, Bezeichnung der Dominikaner, s.
Dominikanerorden.
Jakobiner (frz. "lacodinL), die Mitglieder des
polit. Klubs, der auf den Gang der großen Fran-
zösischen Revolution den entscheidendsten und ver-
hängnisvollsten Einfluß ausgeübt hat. Gleich nach
dem Zusammentritt der Generalstände von 1789
bildete sich in Versailles der polit. (!Ind drkton,
der die liberalen und revolutionären Mitglieder der
Versammlung in sich vereinigte und den Gang der
parlamentarischen Debatte stark beeinflußte. Aber
erst mit der Übersiedelung des Hofs und der Ver-
sammlung nach Paris gewann dieser Verein seine
höhere Bedeutung. Er ließ sich (Nov. 1789) in
einem Saale des Iakobinerllosters in der Rue
St. Honors" nieder (daher die anfangs nur von den
Gegnern spottweise gebrauchte Bezeichnung I.),
adoptierte den Namen "Gesellschaft der Verfasiungs-
freunde" (8oci6t6 äeg amig äs la. constitution),
konstituierte sich 8. Febr. 1790 als polit. Verein, der
auch Mitglieder, die nicht zur Nationalversamm-
lung gehörten, in sich aufnahm und hielt regel-
mäßige und öffentliche Sitzungen. Zugleich sing er
an, durch Gründung afsiliierter Vereine in allen
Teilen des Landes einen beispiellosen Einfluß zu
begründen, durch den er nachher Frankreich terro-
risierte. Noch waren indessen viele gemäßigte Ele-
mente im Klub vorhanden; schon im Verlaufe von
1790 aber gewann das Streben, die monarchische
Ordnung Frankreichs völlig zu zersetzen, das Über-
gewicht, und in dem Kampfe über die Nnverletzlich-
keit des Königs fchieden sich die republikanischen
und konstitutionellen Elemente. Die Gemäßigtern
traten aus (Juli 1791) und bildeten eine besondere
Vereinigung in dem Kloster der Feuillants (s. d.).
Als die Nationalversammlung sich auslöste (Seyt.
1791), erfolgten die Wahlen zur Legislativen über-
wiegend unter dem Einflüsse der I., die seit 1. Juni
1791 ein eigenes Blatt "I)6dat3 66 1a 8oci6t6 äsg
amis ä6 1a couLtiwtion" erscheinen liehen. Gleich
anfangs trat eine große Anzahl Mitglieder der
neuen Versammlung in den Klub ein, und die bei-
den republikanischen Abstufungen, die dort die
Mehrheit bildeten, die Girondisten und die An-
hänger Robespierres, Dantons u. s. w., waren jetzt
in dem Klub vereinigt. Aus ihm ging nach dem
Sturze des unfähigen Feuillantministeriums (März
1792) das neue Ministerium Noland hervor, und
der Lauf der folgenden Ereignisse, die Kriegserklä-
rung, der Sturz des Königtums, die Berufung des
Nationalkonvents u. s. w., ward großenteils von
dem Klub bestimmt. Im Frühjahr 1792 tauchte