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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Jäteeisen - Jauer
Kanon der heiligen Schriften der Buddhisten, dem
^ipitaka,, und es ist die aus Versen und Prosa ge-
mischte Sammlung, die man das .1. zu nennen pflegt.
Von dem .1. sind bis jetzt 5 Bände herausgegeben
von Fausböll (Lond. 1877-91); zwei weitere Bande
sollen das Wert abschließen. Eine engl. Übersetzung
ist begonnen worden von Nhys Davids, Nuääliizt
Lirtk 3tori68 0i- ^äwka 1^168 (Bd. 1, Lond. 1880).
Fäteeisen, Jätehacke, s. Gartengeräte (Bd. 7,
S. 555 a).
Iativa (fpr. cha-) oder San Felipe de I.,
Ciudad in der span. Provinz Valencia, von zwei
Burgen überragt, in malerischer Lage, am Fuße der
Sierra de las Agujas, zur Seite einer fruchtbaren,
reisreichen Ebene, am linken Ufer des Albaida, eines
Nebenflusses des Iucar, und all der Bahnlinie
Valencia-Almansa, trägt noch maur. Charakter,
hat (1887) 14099 E., ein Spital, schöne Spazier-
gange, wasserreiche, öffentliche Brunnen, eine Börfe
für den Seidenhandel und einen Stierkampfplatz.
"Ia.tröpka. ^., Pflanzengattung aus der Fa-
milie der Euphorbiaceen (j. d.) mit meist tropisch-
amerik. Arten. Es sind Sträucher mit handförmig
geteilten, seltener ungeteilten Blättern; die Blüten
stehen meist in endständigen Trauben und sind ein-
häusig. Am wichtigsten ist ^. curcHg 2^. ((^urcN3
PUI-F5M8 Inckl.), von der die schwarzen oder
großen am erikanischenVrech- oder Purgier-
nüsse (86mina, Niciiii moorig) stammen, die als
stark purgierende Mittel in der Medizin Anwen-
dung finden. Das aus dem Samen gepreßte Ol
ähnelt dem Crotonöl und findet in der Seifen-
fabrikation wie als Brenn- und Schmieröl Ver-
wendung. "I. curcas wird deshalb in vielen tropi-
schen Ländern gezüchtet, besonders auf den Kap-
verdiscben Inseln, von wo jährlich 15-18000 t
Samen ausgeführt werden. - Früber rechnete man
hierher auch die die Maniotwurzel liefernde Tapioca-
pflanze (^. Nanikot ^., f. Manihot).
5a.trorki22. M'e^s, Pflanzengattung aus der
Familie der Menispermaceen (s. d.) mit nur weni-
gen im tropischen Afrika und auf Madagaskar vor-
kommenden Arten. Es sind windende Halbsträuchcr
mit großen handförmig geteilten Blättern und zwci-
hausigen Blüten. Die wichtigste Art ist die Stamm-
pflanze der osfizinellen Colombowurzel (s. d.), die
in Ostafrika einheimische, jetzt vielfach auch in Ost-
indien kultivierte "I. calumda. Fond. ((^0cculu8 pal-
Naw8 ^attic/i).
^2.trn8, Nebenfluß der Donau, s. Iantra.
Iats, ind. Volksstamm, s. Dschat.
Iättestuer(dän.,"Riesenstuben"),s.Ganagräber.
Jauche, Bezeichnung sowohl für die flüssigen
Exkremente, für den Harn der Haustiere, als auch
für die aus dem eigentlichen, mit Stroh vermischten
Stalldünger ablaufende, in der Hauptsache eben-
falls aus Harn bestehende Flüssigkeit, der jedoch
größere oder geringere Mengen von den Bestand-
teilen der festen Exkremente, von den löslichen Stof-
fen des Streustrohes, von atmosphärischen Nieder-
schlägen u. s. w. beigemischt sind. Die Zusammen-
setzung der I. ist eine sehr wechselnde, je nach der Art
der Tiere, nach dem Futter, nach der Menge der in
der I. gelösten und suspendierten festen Exkremente,
nach dem Maße der Verdünnung mit atmosphäri-
schen Niederschlägen u. s. w. Als Anhalt kann die
von E. Wolsf angegebene Zusammensetzung der I.
wie des Harns der wichtigsten Haustiere dienen; es
ünd enthalten in 1000 Gewichtsteilen:
Bestandteile
Wasser ......
Organische Substanz
Stickstoff.....
Phosphorsäure . .
Kali ......
Natron.....
Kalk ......
Magnesia ....
Schwefelsäure . .
Chlor und Fluor.
Kieselsäure und Saud
Jauche^
Frischer Harn von
Pferd > Rmd > Schaf > Schwein
982
7
1,5
0,1
4,9
1,0
0,3
0,4
0,7
1,2
0,2
901,0
71,0
15,5
15,0
2,5
4,5
2,4
0,6
1,5
0,8
938,0
35,0
5,8
14,9
6,4
0,1
0,4
1,3
0,3
3,8
872,0
83,0
19,5
0,1
22,6
5,4
1,6
3,4
3,0
0,1
6,5
967,0
28,0
4,3
0,7
8,3
2,1
0,8
^0,8
2,3
Harn und I. sind demnach reich an Stickstoff und
Kali, dagegen arm an Phosphorsäure. Über die
Düngung mit I. s. Gülle. - Vgl. Heiden, Leit-
faden der gefamten Düngcrlehre (2. Aufl., Hannov.
1882); Wolff, Praktische Düngerlehre (11. Aufl.,
Verl. 1889).
In der M e d i z i n heißt I. (Iclior, 8aiii68) die übel-
riechende mihfarbige Flüssigkeit, welche beim Brand
sowie in unreinen Wunden und Geschwüren durch
die faulige Zersetzung des Eiters und den molcku-
lürcn Zerfall der Gewebe entsteht. In den meisten
Fällen wird die Iauchenbildung durch die Anwesen-
heit gewisser gistiger alkaloidähnlicher Körper, der
sog. Ptomame, bedingt, welche sich unter dem Einfluß
von Spaltpilzen bei der Fäulnis von Eiweißstoffen
bilden und eine rasche Fäulnis oder Putrescenz der
Gewebe und Säfte zur Folge haben. Die I. felbst
wirkt außerordentlich zerstörend und korrodierend
auf die benachbarten gesunden Gewebe und verur-
sacht, in die Blut- und Säftemasse des Körpers
aufgenommen, die gefährliche Iauchevergiftung
des Blutes oder Septichämie (s. d.). Verhüten
läßt sich die letztere nur durch energische antisep-
tische Wundbehandlung. (S. Wunde.)
Fauchenpumpe, s. Pumpe.
Iauchert, süddeutsches Feldmaß, s. Iuchart.
Iauer. 1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Liegnitz,
hat 328,66 ykm, (1890) 34 992 (16 481 männl.,
18 511 weibl.) E., 1 Stadt, 43 Landgemeinden und
37 Gutsbezirke. - 2) Kreisstadt im Kreis I. und
Hauptstadt des ehemaligen
Fürstentums I., in anmutiger
Gebirgsgegend an der zur Katz-
bach gehenden WütendenNeisse
und der Linie Raudten-Ca-
menz der Preuß. Staatsbah-
nen, Sitz des Landrarsamtes
und eines Amtsgerichts (Land-
gericht Liegnitz) sowie der
Schweidnitz -Ianerschen Für-
stentumlandschaft, hat (1890) 11576 E., darunter
3494 Katholiken und 99 Israeliten, in Garnison
! (549 Mann) das 2. Bataillon des 19. Infanterie-
, regiments von Courbiere, Postamt erster Klasse,
! Telegraph, kath. Stadtpfarrtirche zu St. Martin,
! 1267 - 90 erbaut, 1865 renoviert, evang. Frie-
denskirche zum Heiligen Geist, 1655 aus Holz
und Lehm erbaut, ein altes piastisches Fürsten-
schloß, seit 1746 Zuchtdaus, königlich evang. Gym-
nasium (DirektorDr. Michael, 12Lehrer, 8Klassen,
110 Schüler), eine höhere Mädchenfchule, Hospi-
tal; Fabrikation von Maschinen, Leder, Buckskin,
Teppichen, Cigarren, Holzschnittwaren, Wagen und
Handschuhen und bedeutenden Zuckerrübenbau. I.
ist bekannt durch seine Würstchen und Bienenkörbe.
Schon seit 1404 hat die i^tadt einen großen wöchent-
lichen Getreidemarkt für das ganze Niescngebirge.