Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

892

Jelschau – Jena

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Jelnja'

treide-, Lein- und Hanfbau. –

2) Kreisstadt im Kreis J., 117 km ostsüdöstlich von Smolensk, an beiden Ufern der Desna, hat (1888) 4820 E., Post und Telegraph, 3 Kirchen, einigen Handel mit Hanf, Öl und Fischen.

Jelschau, Stadt in Ungarn, s. Elsch.

Je maintiendrai (frz., spr. schĕ mängtĭängdreh), «Ich werde aufrecht erhalten», Wahlspruch des luxemburg. Ordens der Eichenkrone (s. d.) und des nassauischen Löwenordens (s. d.).

Jemappes (spr. schemápp), Dorf in der belg. Provinz Hennegau, im Borinage, an der Linie Brüssel-Quiévrain der Staatsbahn, hat (1890) 11862 E. und Steinkohlenbergbau. – J. ist bekannt durch den Sieg der Franzosen unter Dumouriez 6. Nov. 1792 über die Österreicher unter Herzog Albrecht von Sachsen-Teschen. Letztere standen, 26000 Mann stark, in starker, aber zu ausgedehnter verschanzter Stellung bei J. Dumouriez traf 5. Nov. von Valenciennes her mit 46000 Mann (zur Hälfte Nationalgarden) vor der österr. Stellung ein. Am 6. Nov. früh begann die Schlacht. Die Österreicher verteidigten das Dorf Quaregnon drei Stunden lang gegen den franz. linken Flügel. Um Mittag erfolgte der allgemeine Angriff der Franzosen; J. wurde zwar genommen, aber im Centrum flohen die geschlagenen Heerhaufen in Auflösung zurück. Da warf sich ihnen der junge General Egalité (der spätere König Ludwig Philipp) entgegen und führte sie wieder zum Angriff vor, ebenso an einer andern Stelle Dumouriez' Kammerdiener Renard. Die Österreicher, die 6500 Mann und 8 Geschütze verloren, mußten den Rückzug nach Brüssel antreten und bald ganz Belgien räumen. Der Verlust der Franzosen betrug 4000 Mann.

Jemen (Yemen, d. h. rechte Seite), das von der Kaaba (in Mekka) aus rechts oder südlich gelegene Land, die Südwestecke der Halbinsel Arabien oder der Landstrich zwischen Hedschas, Nedschd, Hadramaut und dem Roten Meere. Es bildet jetzt ein türk. Wilajet mit etwa 200000 qkm und 750000 E. Die Herrschaft ist aber vielfach nur eine nominelle. J. ist fast durchweg Hochland. Die größten Höhen liegen westlich Sana, am Abfall zur Küste. Der Südwesten trägt hier fast die höchsten Berge der Halbinsel überhaupt. Die Bewässerung ist besser als in vielen andern Teilen Arabiens, die Küstenebene ist sehr heiß; auch das Innere erreicht Temperaturen wie der ägypt. Sudan. Im Innern fallen reichliche tropische Sommerregen; gegen Norden wird das Land trockner. Hauptort ist Sana, Haupthafen Hodeida.

J. war das älteste der arab. Königreiche. Die Abkömmlinge von Kahtan und Himjar sollen 2500 Jahre über die südl. Hälfte Arabiens unmittelbar, und mittelbar über die nördl. Hälfte geherrscht haben. (S. Himjariten.) Die Geschichte dieser Könige ist auf Stein- und Metalltafeln eingegraben, von denen eine große Zahl im Britischen Museum aufbewahrt werden. In neuester Zeit hat das Museum in Berlin eine große Sammlung Inschriften, die E. Glaser (s. d.) gefunden hatte, erworben. Der wichtigste himjaritische Staat war der von Saba, mit der Hauptstadt Mariaba, jetzt Marib. Die Alten nannten dies Gebiet das Glückliche Arabien (lat. Arabia felix), vielleicht weil es in seinem Handel mit Weihrauch, Myrrhen, Zimmet und andern Kostbarkeiten die Quelle üppigen Reichtums besaß. J. wurde 529 n. Chr. durch die Abessinier ↔ (Axumiten), 574 (oder 603) von den Persern und 1517 von den Türken erobert. Doch 1630 trieb der Häuptling Khasun die Türken wieder aus, denen nur einige Küstenplätze verblieben, und 1761 fand Karstens Niebuhr hier den Imam von Sana als Herrscher über 30 Provinzen. Am 25. April 1872 nahmen die Türken wieder das Land. Die Kunde J.s, namentlich des Binnenlandes, wurde in neuerer Zeit besonders durch die Reisen Wallins und die auf Befehl der Ostindischen Compagnie durch Saunders, Grieve und Carter veranstaltete Küstenaufnahme gefördert sowie durch Wrede, Maltzan, Jos. Halévy, E. Glaser u. a.

Jemeppe (Jemeppe-sur-Meuse, spr. schĕ-mepp ßür möhs'), Stadt in der belg. Provinz Lüttich, an der Maas, an den Linien Flémalle-Liers der Niederländ. Staatsbahn und Flémalle-Lüttich der Belg. Nordbahn, mit Seraing durch eine Hängebrücke verbunden, hat (1890) 8400 E.; Kohlengruben, Walzwerke, Glashütten und Maschinenbau.

Jemtland (Jämtland), Provinz in Nordschweden, grenzt nördlich an Lappland, westlich an Norwegen, östlich an die bottnischen Küstenprovinzen und südlich an Medelpad und Herjeådalen, ist 37120 qkm groß, wovon etwa 8 Proz. Gewässer sind, und zählt 87000 E. J. bildet eine Hochebene, zum Teil silurischen, zum Teil paläozoischen Gebildes. Die höchsten Erhebungen sind: Sylfjellet 1790, Åreskutan 1419 m; das Klima ist streng, aber gesund. In alter Zeit gehörte J. zu Norwegen, seit dem Brömsebro-Frieden (1645) aber zu Schweden.

Jemtländisches Leder, ein sehr geschmeidiges, wasserdichtes Leder, das im nördl. Schweden und jetzt auch in Deutschland aus Kalb-, Schaf- und Ziegenfellen auf eigentümliche Art bereitet wird.

Jemtlands Län (Jämtlands Län), auch Östersunds Län genannt, Bezirk im nördl. Schweden, umfaßt die beiden Landschaften Jemtland und Herjeådalen und ein Kirchspiel, Ytterhogdal, der Provinz Helsingland, hat 50770,9 qkm, davon 3450,6 Gewässer, und (1892) 101171 E., d. i. 1,9 auf 1 qkm. Von der Festlandoberfläche sind nur 1 Proz. Ackerland, 3 Proz. Wiesen und 39 Proz. Wälder, das übrige Gebirge und Moore. Hauptnahrungszweig ist Viehzucht. Bedeutungsvoll wurde die 1882 eröffnete Tvärbana (Querbahn), die jenseits der Grenze (254 km) mit den norweg. Eisenbahnen in Verbindung steht; bei Bracke zweigt eine nördl. Linie nach Sollefteå ab. Einzige Stadt und Residenz des Landeshauptmanns ist Östersund.

Jen, japan. Münze, s. Yen.


Textfigur:

Jena, Stadt im Verwaltungsbezirk Apolda des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach, am linken Ufer der Saale, in 160 m Höhe, von meist schroffen Kalkbergen überragt, an der Saalbahn und der Weimar-Geraer Bahn (zwei Bahnhöfe und die Haltestelle Paradies), ist Sitz eines Oberlandesgerichts für die thüring. Staaten , außer Schwarzburg-Sondershausen, und für die preuß. Kreise Ziegenrück, Schleusingen und Schmalkalden (Landgerichte Altenburg, Eisenach, Gera, Gotha, Greiz, Meiningen, Rudolstadt, Weimar), eines Amtsgerichts (Landgericht Weimar) und hat (1890) 13449 E., darunter 387 Katholiken und 64 Israeliten, in Garnison das 3. Bataillon des 94. Infan-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 893.