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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kappern - Kapruner Thal
Seiten cine gewisse Ähnlichkeit mit einer zurück-
geschlagenen Mönchskappe scucullu8) besitzen.
Kappern, s. Kapern.
Kappeynevande Coppello, Johann, nieder-
läno. Staatsmanil, geb. 2. Okt. 182^ ini Haag, stu-
dierte in Leiden Jurisprudenz und ließ sich dann als
Advokat in seiner Vaterstadt nieder. 1862 kam er als
liberaler Abgeordneter in die Zweite Kannner. Als
1877 MinisterHeemskerk seine Entlassung einreichte,
ward K. mit der Bildung eines neuen Kabinetts
beauNragt. Es gelang ihm, als Minister des In-
nern über ein neues Schulgesetz von den General-
staaten abstimmen zu lassen, doch war er nicht im
stanoc, die wachsende Opposition zu überwinden,
sodatz er sich 1879 zum Rücktritt genötigt sah. Seit
1888 ist er Mitglied der Ersten Kammer. "Heine
Abhandlungen über röm. Recht sind meist in der
Zeitschrist "'liieiuw) abgedruckt. Seine in den Ab-
bandlungen der Königlich nicderländ. Akademie ver-
öffentlichten Schriften "Over liet vim t^esi-L in u^r
intei'dicruiu uti ^O33icl6ti3" (1880) und "Uo3o1i0n^v-
inZen 0V6i' (.16 ^omitien" (1883) wurdeu von
Mar Conrat (Cohn) als "Abhandlungen zum röm.
Staats- und Privatrecht" (2 Hefte, Stuttg. 1885)
herausgegeben.
Kappfenster, Kapplöcher, kleinere Dach-
fenster von gedrückter Form, welche zur Erhelluug
uud Lüttung von Dachräumen dienen. Je nach
ibrcr Form erhalten sie verschiedene andere Benen-
nungen, z. B. Frosch maul chalbrund), Schwal-
benschwanz (lang geschlitzt), Gottesauge ldrei-
eclia,', O chsenauge loval oder kreisförmig) u. s. w.
Äappflanzen, die am Kap der Guten Hoffnung
und überhaupt in Südasrika wachsenden Pflanzen.
Sie werden vielfach in unsern Gewächshäusern
tultiviort, wo sie sich leicht bei eiuer Temperatur
von 4 bis <;, höchstens 8" 15. durchwintern lassen.
Die zablreichen Vertreter der Kapflora sind meist
durw Schönbeit der Blüten und auch der Blätter
ausgezeichnet. Sie gedeihen gut in einer Mischung
von Heide- oder Lauberde init Sand, zuweilen auch
iFcttvNanzen) mit etwas Lehm. In gärtnerischer
Beziebung werden die K. in drei Gruppen geteilt:
1) Blüten- und Ziersträucher der Kalthäuser,
besonders aus deu Gattungen ^ii< a. Oio^niH, ^a-
^oninin u. a. 2) Zwiebel- und Knollenge-
wächse iKavzwiebeln), wie ^F^pllntliuZ, ^m^i^i-
^18, ('livia. slniat0i)^vl1^in), l^iinnin, II^l^mlrnt,1in3,
Ixia, VeMsiinill, Oxc>Ii3 u. a. Sonniger, warmer,
gegen Nässe geschützter Standort im Sommer, im
Winter Aufbewahrung der Knollen und Zwiebeln
an einem mäßig warmen Orte. 3) Fettpflanzen,
Z. B. ^.10^, (>Ä83n1a, ^i686Nidi'^ant^6INUN1, 3W-
^eUn. u. a., verlangen nur etwas lehmige Erde, im
Winter trocken halten und sonnigen hellen Standort.
Käppi, eine aus dem schwerfälligen Tschako ent-
wickelte leichtere Kopfbedeckung von gefälliger Form,
die umcn breiter ist als oben, mit einem Vorder-
schirm, zuweilen auch mit Nackenschirm versehen ist.
Das K. ist zuerst in Frankreich eingeführt worden
uno wird ietzt in den meisten Armeen außer in
Deutscblcmd getragen.
Kapplöcher, s Kappfenster.
Kappsims, s. Sims.
Kappzanm, Vändigungs- und Dressurmittel
für V^erde, bestebt in der Hauptsache aus einen:
halbkreisförmigen eisernen Bogen, der vermittelst
ciner Halfter auf dem Nasenbein des Pferdes so
Artikel, die man unter K ver
festgeschnallt wird, daß er letzteres umschließt. Aus
der Höbe des Bogeus sowie an seder ^eite befindet
sich je ein zum Einschnallen des Zügels bestimmter
! Ning. Macht man mit dem Zügel eine ruckartige
Bewegung, so schlägt der innere Rand des Kapp-
zaumbogens gegen das Nasenbein und verursach:
dem Pferde Schmerz. Der K. ist somit ein Etras-
instrument und dient zur Beherrschung mutwilliger
oder bösartiger Pferde, wird aber auch zum Ein-
fahren junger Pferde gebrauckt.
Kappziegel, auch'Kaffziegel^ Dachziegel, die
zur Lüftung des Dachraums sau stelle von Kapp-
fenstern) dienen und zu diesem
Zwecke mit einer haubenför-
mig überdeckten Öffnung ver-
sehen sind, sodaß zwar Luft,
aber nicht Negenwasser ein-
dringen kann. Sie werden in
die Neihe der gewöhnlichen
Halbinsel Avalon, unter 46^ 4(V nördl. Br., auf
einem steilen, baumlosen AbHange.
Kapräna, s. Chäronea.
Kapri, Insel bei der Insel Zlarin (s. d.).
Kapricieren, s. Kapriciös.
Kapriciös svon srz. capi-ic", Eigensinn, Laune),
eigensinnig, launenhaft; sich kapricieren, seinen
Kopf auf etwas setzen, eigensinnig auf etwas be-
stehen. lS. auch Capriccio.)
Kaprifikation, s. Feige.
Kaprifoliaceen ((^in'ifoliacßae), Pflanzen-
familie aus der Ordnung der Nubiinen (s. d.) mit
gegen W0 Arten, vorzugsweise in der nördl. ge-
mäßigten Zone. Es sind trautartige oder strauch-
artige Gewächse, seltener kleine Bäume, einige mit
windendem Stengel. Die Blätter sind gegenüber-
stehend und bei einigen Arten am Grunde ver-
wachsen. Die Blüten haben einen sünflappigen,
oft undeutlichen Kelch, eine rad- oder trichterförmige
Blumenkrone, fünf der Vlumenkronenröhre auf-
gewachsene Staubgefäße, einen 2 - 5fächerigen
Fruchtknoten, auf dem ein Griffel mit lappiger
Narbe sitzt. Die Frucht ist eine meist medrfächerige
Beere. Verschiedene Arten sind beliebte Zier-
sträucher, z. B. aus den Gattungen I^nicera, 8vm>
pIioi'icki'M8, 8amducu3 (s. die Einzelartikel).
Kaprifolium (OHprifoliuin), s. I^onicei'H.
Kapriole (ital.), Bockssprung, Luftsprung, Gri-
masse ; auch eine Lektion der Hohen Schule (s. d.): ein
Sprung, bei dem das Pferd sich vorn mitunter-
gezogenen Beinen hebt und darauf mit den Hinter-
beinen sich nach vorn schwingt. Mit allen vier
Beinen in der Luft schwebend streicht es dann mit
den Hinterbeinen aus und kommt mit der Vorhand
zuerst zu Boden. ^Kopreinitz (s. d.).
Kaproncza tspr. käpronza), ungar. Name von
Kaprubtn, eine in ueuester Zeit im Edelstein-
bandel vorkommende Varietät des Granats, deren
Farben vom tiefsten Rubinrot bis zum schönsten
Dunkelviolett gehen. Der .^. stammt wabrsckeinlich
vorwiegend aus Indien, doch siud auch in den
Lagerstätten der Kapdiamanten Granate von dieser
tiefen Färbung gefuuden worden.
Kapruner Thal, ein von der Kapruner Acke,
eiuem Nebenfluß der Salzach, durchflossenes, sechs
stunden langes Seitenthal der Salzach in der
mißt, sind unter (5 aufzusuchen.