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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kapweine - Karabiniere
l2989 III), ans dessen Krater 1847 cm Lavastrom bis
;um Meere floß, fruchtbar, aber ungesund, hat zwei
Häfen und 16004 E. Brava, gebirgig, ziemlich ge-
sund, hat einen guten Hafen, Furna, an der Ostküste;
vie Hauptstadt Sao Ioao-Vatista wird von den
Weißen des Archipels als Sommeraufenthalt be-
nutzt. Sie hat mehrere Mineralquellen, darunter die
Essigquelle (^onts äs Vin^i-s), und auf (mit den
Rombosklippen) 61 <z1<m 9013 E., die als gute See-
leute gelten. Boavista (593 hkm), sandig, unfrucht-
bar, wegen der vielen Riffe und Sandbänke fchwer
Zugänglich, hat 3086 (5., Fischerei, Schildkrötenfang
und Salzbereitung. Sal, 233 hkm groß, mit 990 E.,
i'eit 1839 besiedelt, hat eine reiche Salzquelle, die
jährlich etwa 23000 t liefert, ^ao Nicoläo, mit
375,5 ykin und 8815 E., ist sehr fruchtbar, aber unge-
i'und. Der besuchteste Hafen ist Preguizo oder Fresh-
water an der Südseite. Säo Vicente, 20? tikm,
mit 1000 m hohen Vasaltbergen bedeckt, unfruchtbar,
aber gesund und jetzt von Seefahrern viel befucht,
zählt 7342 E. Porto-Grande, der beste Hafen-
platz der Gruppe, hat eine große Kohlenniederlagc
und vereinigt den ganzen Handel der Gruppe in sich.
Sao Antäo, die nordwestlichste und fruchtbarste,
720 ^in groß, mit dein 2253 in hohen Tope da Co-
roa, ist schwer zugänglich, aber reichlich bewässert
und mit Stahlquellen, zählt 18351 E., wovon 6000
aus die Hauptstadt Nibeira-Grande kommen. Die
Hai von Tarrafal ist ein guter Ankerplatz. Auf den
Bergen hat man die Chinarindenkultur eingeführt.
Die Inseln wurden 1441 von den in portug.
Diensten stehenden Genuesen Antonio und Bartolo-
mco di Nolli zuerst entdeckt und 1456 von Cadamosto
sür Portugal besetzt; die portug. Einwanderung
blieb aber wegen der Entfernung vom Muttcrlande
und der Hitze gering. - Vgl. Dölter, Die Vulkane
der Kapverden und "ihre Produkte (Graz 1882).
Kapweine, die edlcrn Erzeugnisse des nicht un-
bedeutenden Weinbaues am Vorgebirge der Guten
Hoffnung, der 1660 durch franz. Hugenotten da-
lelbft eingeführt, durch die Holland. Gouverneure
van Riebeek und van der "Htule wesentlich ge-
boben worden ist. Die berühmtesten K. sind die
(5 onstantiaweine (s. Constantia). Diesen an:
nächsten steht der Nota aus Stulenbosch, ein roter
Muskatwein, und der Witteboom, ein trockner
Weißwein von dem gleichnamigen Gute. Unter den
GebrauchsweinenstehtderKap-Frontignac oben-
an; er ist nach Weise der Bordeauxweine gemacht.
Von leichtern trocknen Weißweinen produziert das
Thal von Drakenstein, besonders das Dorf Paarl,
Stulenbosch, Wellington u. s. w., die bessern, aus
eingeführten Rieslingreben bereiteten Sorten; sie
werden gewöhnlich Cape-Hock, d. i. Kap-Rhein-
weine, benannt. KaP - Shcrry ist cin sehr gewöhn-
licher leichter Wein. Im Handel unterscheidet man
die edeln Produkte als "Kapweine", während die
leichtern, die sich durch Säurefreiheit auszeichnen,
"Südafrikanische Weine" heißen. Das einzige größere
Absatzgebiet ist Großbritannien, doch ist die Vor-
liebe für K. geringer geworden, da sie durch viele
europ. Sorten weit übertroffen werden. Die Ge-
samtweinproduktion des Kaplandes wird auf jähr-
lich 24000 Pipen (^ 415,81) im Werte von 380000
Pfd. St. veranfchlagt. Die Ausfuhr nach Groß-
britannien ist seit 1859 von 1099 000 Gallonen
lä Z,7s 1) auf (1891) 91932 Gallonen im Werte
von 20180 Pfd. St. zurückgegangen. - Vgl. Hamm,
Das Weinbuch (3. Aufl., Lpz. 1886).
Kapwolken, M agel h äcsschc W olken, zwei
sich über mehrere Gradc^ erstreckende, in ihrem Aus-
sehen an die hellsten stellen der Milchstraße er-
innernde Lichtwolken in der südl. Polarregion des
Himmels, die auszahlreichen zerstreuten Sternen,
tugcligen Sternenhausen und Nebelflecken bestehen.
Kar, s. Kare.
Kara (türk.), schwarz, häufig in Zusammen-
Kara Amid, s. Diarbotr. ssetzungen.
Karabacek, Joseph, geb. 20. Sept. 1845 in Graz,
ist Professor der Geschichte des Orients und ihrer
Hilfswissenschaften an der Wiener Universität. Von
seinen größeren Werken sind hervorzuheben: "Bei-
träge zur Geschichte der Mazjaditen" (Lp,;. 1874),
"Die pers. Nadelmalerei Susandschvrd" (ebd. 1881).
Großes Verdienst hat sich K. durch die Ordnung,
Entzifferung, Herausgabe und histor. Bearbeitung
des 1882 vom Erzherzog Rainer angekauften Pa-
pyrusfundes erworben, dessen histor. Wichtigkeit und
reichen Ergebnisse K. in den Schriften der Wiener
Akademie ("Der Papyrussund von El-Faijüm",
Wien 1882; "Ergebnisse aus dem Papyrus Er->-
berzog Rainer", ebd. 1889), in der "Österr. Monats-
schrift für den Orient" (1884-85), besonders aber
in den von ihm seit 1887 herausgegebenen "Mit-
teilungen aus der Sammlung der Papvrus Erz-
berzog Rainer" dargestellt und bearbeitet bat. Eine
Gesamtbeschreibung des Papyrus liefert fein "Kata-
log der Theodor Grafschen Funde in Ägypten" Wien
1883); eine eingehendere Schilderung der arav. Ab-
teilung giebt sein "Führer durch die Ausstellung",
Bd. 1 u. 2 (ebd. 1892 - 93).
Karabagh (d. h. schwarzer Garten), Landschaft
im russ. Gouvernement Ielisawetpol in Transkau-
tasien, einstiges Chanat, umfaßt die jetzigen Bezirke
Schuscha, Dfchewanschir, Sangesur und Dschebrail.
Im W. erheben sich die Ausläufer des Kleinen Kau-
tafus, hier Karabaghberge genannt, noch bis
4000 m. Nach Osten geht das Land allmählich in die
Schirimkumsteppe über. Die Bewohner sind meist
türk. Stammes und Armenier, die Acker-, Obstbau,
Viehzucht, Seiden- und Bienenzucht betreiben.
Hauptort ist Schufcha. - Vql. Radde, Karabagh
(Gotha 1890).
Karabiner (vom arab. kai-ad, d.h. Fen"wasfe),
ein zur Bewaffnung der Kavallerie bestimmtes
Feuergewehr von geringerer Länge als das Infan-
teriegewehr. Die K. sind jetzt in allen Heeren ge-
zogene Hinterlader. Meist ist das Kaliber dem des
gebräuchlichen Infanteriegewehrs gleich, die Ladung
der Patronen ist mehrfach etwas geringer. Der K.
der deutschen Kavallerie hat dieselbe Konstruktion
wie das Infanteriegewehr; er ist aber nur 95 cm
lang und hat eine Visiereinrichtung bis auf 1200 m,
obwohl seine Gesamtschußwcite bedeutend größer ist.
Die Tragweise ist verschieden; die Russen tragen ihn
auf dem Rücken, die Engländer und Italiener senk-
recht hinter dem rechten Schenkel des Reiters ban-
gend, Deutsche, Österreicher und Franzosen fast
wagerecht rechts vom Sattel. K. ist auch ein Stück
der Feuerwehrausrüstung (s. d.).
Karabinerhaken, der federnde Haken, der ur-
sprünglich den Karabiner im Hang mit dem Ban-
delier des Reiters verband. Jetzt dienend, vielfach
zur Befestigung des Säbels mir dem Koppel, ein-
zelner Reitzeugstücke untereinander u. s. w.
Karabiniere (frz. c^dwiei-s), ursprünglich
Reiter, welche, mit dem Karabiner (s. d.) bewaffnet,
teils als einzelne Mannschaften den Eskadrons oder
Artikel, die man unter K vermißt, sind uutrr (5 aufzusuchen.