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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Katoptrik – Katte

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Katŏna'

Drama «Ein treuer Diener seines Herrn»), die beste ungar. Tragödie und eins der wirksamsten ungar. Bühnenstücke. K. schrieb ferner «Über die Pußten Kecskeméts» (1823; deutsch in Hormayrs «Archiv», 1824) und eine unvollendete «Geschichte Kecskeméts» (Pest 1834). Er starb 2. Nov. 1830 in Kecskemét. Seine dramat. Werke gab L. Abafi (3 Bde., Pest 1880) heraus. – Vgl. Heinrich, Bánkbán a nemét költészetben (Bánkbán in der deutschen Dichtung, Budapest 1875); P. Gyulai, K. és Bánkbánja (K. und sein Bánkbán, 2. Aufl., ebd. 1883).

Katóptrik (grch.), der Teil der Optik (s. d.), der sich mit den Gesetzen des von Flächen zurückgeworfenen Lichts beschäftigt und somit vornehmlich die Lehre von den Spiegeln umfaßt.

Katoptrische Fernrohre (Reflektoren), s. Fernrohr (Bd. 6, S. 684 b).

Katoptrischer Zirkel, veraltetes Spiegelinstrument zum Messen von Horizontalwinkeln.

Katrine, Loch (spr. lock kehtrǐn oder kättrǐn), Katharinensee, einer der schönsten Gebirgsseen in Schottland, zwischen den Grafschaften Perth und Stirling, berühmt durch W. Scotts «Lady of the Lake», ist 15 km lang. Er versorgt Glasgow mit Wasser.

Katsch, s. Katschh.

Katschalínskaja Staníza, Flecken im zweiten Donischen Bezirk des russ. Gebietes der Donischen Kosaken, an einem Arm des Don und an der Eisenbahn Grjasi–Zarizyn, hat (1893) 4319 E., Post, Kirche und Dampfschiffahrtsstation. Vor Eröffnung der Wolga-Don-Eisenbahn war K. S. der wichtigste Hafen am obern Don, weil die Waren von der Wolga über Dubowka (s. d.) hierher gebracht wurden.

Kātschār, engl. Cachar, Distrikt des Chefkommissariats Assam in Ostindien, östlich von Manipur und dem Distrikt der Nagaberge, nördlich von dem Flusse Kopili begrenzt, hat 9712 qkm und (1881) 313858 E., darunter 289425 Bewohner der Ebenen (186657 Hindu, 92393 Mohammedaner); die Bergbewohner gehören fast alle unkultivierten Stämmen an. K. wird von O. gegen W. von dem schiffbaren Flusse Barak durchströmt. Von Kulturpflanzen werden Reis und Thee, außerdem Senf, Leinsamen, Hülsenfrüchte, Zuckerrohr, Pfeffer und Gemüse gebaut. Erdbeben und Cholera sind häufig. Die Hauptstadt Silchar am linken Ufer des Barak zählt 7523 E.

Katsch-Behar, s. Kotsch-Bihar.

Katschberg, Paß zwischen den Hohen Tauern und den Norischen Alpen (s. Ostalpen), an der Grenze von Salzburg und Kärnten zwischen Mur- und Drauthal, von St. Michael (1068 m) im Lungau bis Spital (533 m) an der Drau 45 km lang.

Katscher, Stadt im Kreis Leobschütz des preuß. Reg.-Bez. Oppeln, an der Troja, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Ratibor), hat (1890) 3976 E., darunter 99 Evangelische und 137 Israeliten, Post zweiter Klasse, Telegraph, kath. und evang. Kirche, Synagoge, Pädagogium, ein Schloß, Hospital, Krankenhaus; Woll-, Leinen- und Plüschweberei.

Katschgarschaf, s. Schaf.

Katschh (d. h. Küstenland), engl. Cutch, Vasallenstaat der indobrit. Regierung, der Präsidentschaft Bombay zugeteilt, wird im N. von der Provinz Sindh, im O. von den Staaten der Agentschaft Palanpur, im S. von der Halbinsel Gudschrat, im SW. vom Indischen Ocean begrenzt. K. wird von dem ind. Festlande durch Teile des in geolog. Beziehung sehr merkwürdigen Salzwassermorastes Ran getrennt, welcher nur während weniger Monate als trocknes Land ↔ erscheint. Mit dem Ran verbinden sich der östlichste Teil des Meerbusens von K. sowie die schmale Bucht des Indischen Oceans (die Korimündung des Indus) zwischen K. und Sindh. Erdbeben sind häufig (1819, 1844, 1845, 1864). Der Boden ist sandig, doch giebt es auch fruchtbare Landstriche, wo Getreide, Baumwolle und Zuckerrohr gedeihen. Hauptexportartikel sind Alaun, Baumwolle, Hirse, Hülsenfrüchte, Knoblauch, Ghi (geschmolzene Butter), schwarzes Tuch und Silberwaren. Die Bevölkerung beträgt (1881) 512084 E., darunter 325478 Hindu, 118797 Mohammedaner, 66663 Dschain u.s.w.

Katschi, Landschaft in Innerasien, umfaßt die ödesten Teile des tibetan. Hochlands zwischen den chines. Südprovinzen Tsang und Wei und der Salzwüste von Zajdam. K. wird durchzogen von den südlichsten Parallelketten des Kuën-lun-Systems, besteht außer diesen aus menschenleeren wüsten Hochflächen zwischen denselben und enthält eine Anzahl von abflußlosen Seen.

Katschi-Gandawa, Provinz in Belutschistan, im nordöstl. Teile, grenzt im N. an Britisch-Belutschistan und wird von mehrern im Sommer versiegenden Flüssen durchzogen. K. ist sehr fruchtbar. Reis und Baumwolle sind die wichtigsten Erzeugnisse. Die Bahn von Schikarpur nach Siba durchquert das Land. Die Hauptstadt, Gandawa, ist befestigt und Winterresidenz des unter brit. Schutze stehenden Chans, liegt 110 km im SO. von Kelat, am Bhadra, am Eingange zum Mulapaß.

Ka-tschin, Ka-khjen (birmanisch geschrieben Ka-khjang), Name eines Bergvolks in Oberbirma im Norden von Bhamo, von dem ein Zweig in Assam angesiedelt lebt, die sog. Singpho. Sie sind mit den Birmanen stammverwandt und haben eine Art eigener alter Kultur. – Vgl. A. R. Colquhoun, Quer durch Chryse (deutsch von Wobeser, 2 Bde., Lpz. 1884). Grammatik von Cushing im «Journal of Asiatic Society», XII (1880).

Katschinzen, turko-tatar. Stamm am untern Abakan im Kreis Minussinsk des ostsibir. Gouvernements Jenisseisk. Sie sind erst im 17. Jahrh. vom mittlern Jenissei südlich von Krasnojarsk nach dem Abakan gezogen.

Katsěna, Hauptort in der fruchtbaren Provinz K. im Reiche Sokoto (s. d.) in Afrika, früher die mächtige Königstadt der Haussa, hat 7500 E., eine 10–12 m hohe, 9 m dicke und 22 km im Umfang betragende Mauer, die freilich jetzt nur Ruinen, Felder und Gärten umschließt. Die Bewohner unterwarfen sich den Fulbe erst nach einer siebenjährigen Belagerung (1807–14). (S. Haussastaaten.)

Katta, Halbaffe, s. Lemur.

Katte, Hans Hermann von, Freund Friedrichs d. Gr., geb. 28. Febr. 1704, aus einem der ältesten märkischen Geschlechter stammend, trat in das Regiment Gendarmes und wurde unerachtet wiederholter Verbote des Königs Friedrich Wilhelm I. einer der Vertrauten des Kronprinzen und als solcher auch in dessen Fluchtpläne eingeweiht. Der ganze auf die Flucht bezügliche Briefwechsel ging durch seine Hände. Nach der Entdeckung des Planes wurde er vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt und 6. Nov. 1730 vor den Fenstern des Gefängnisses des Kronprinzen in Cüstrin enthauptet. – Vgl. Vollständige Protokolle des Cöpenicker Kriegsgerichts über Kronprinz Friedrich, Lieutenant K. u.s.w. (Berl. 1861); Koser, Friedrich d. Gr. als Kronprinz (Stuttg. 1886).

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