Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Kimon; Kimpolung; Kimpulung; Kin; Kinäde; Kinai; Kinästhetische Organe; Kinb; Kinburn; Kincardine; Kind

337

Kimon - Kind

Siphnos, hat 42 qkm und (1889) 1515 E. Berühmt ist die Kimolische Erde (s. Cimolit).

Kimon (lat. Cimon), einer der ausgezeichnetsten athen. Feldherren, geb. etwa 507 v. Chr., aus dem alten Adelsgeschlecht der Philaiden, war ein Sohn des Miltiades (s. d.) und der Hegesipyle, einer Tochter des thraz. Fürsten Oloros. Als sein Vater gestorben war (489 v. Chr.), ohne daß er die Buße, zu welcher er nach seinem erfolglosen Zuge gegen Paros verurteilt worden, bezahlt hatte, ging die Atimie (s. d.) auf den Sohn über. Erst als der reiche Kallias aus Liebe zu der schönen Elpinike, der Halbschwester K.s, die Strafe bezahlte, trat K. wieder in den Vollgenuß der bürgerlichen Rechte ein. Schon bei Salamis (480 v. Chr.) focht er ruhmvoll mit. Als die Athener in Verbindung mit den übrigen Griechen den Seekrieg gegen die Perser fortsetzten, erhielt er 478 zugleich mit Aristides den Oberbefehl über das athen. Geschwader. Er ist das Schwert des damals sich bildenden Attischen Seebundes. Zunächst kämpfte er glücklich in Thrazien und eroberte 475 das noch von den Persern besetzte Eïon an der Mündung des Strymon, später auch die Insel Skyros. Seit der Entfernung des Themistokles (471 v. Chr.), die er wesentlich ins Werk gesetzt hatte, und nach dem bald darauf erfolgten Tode des Aristides (um 467) stand er an der Spitze des Staates und betrieb dauernd die Fortführung des Krieges gegen die Perser. Er schlug 465 die Perser zur See und zu Lande an der Mündung des Flusses Eurymedon in Pamphylien und eroberte dann den Thrazischen Chersones zurück. Der Grundzug seiner innern Politik ist aristokratisch-konservativ; durch seine großartige Bauthätigkeit, namentlich auf der Burg von Athen (s. d., Bd. 2, S. 22 b fg.), durch Freigebigkeit und Leutseligkeit suchte er die Menge an sich zu fesseln. Gegenüber den Lacedämoniern, mit denen ihn persönliche Freundschaft verband, bemühte er sich, ein gutes Einvernehmen zu erhalten. Als 465 v. Chr. die Thasier sich in offenem Kampfe gegen Athen und den Delischen Bund erhoben hatten, unterwarf er sie nach mehr als zweijährigem Kriege. Als hierauf die Spartaner, welche die aufständischen Heloten und Messenier in Ithome belagerten, in Athen um Hilfe baten, setzte K. es durch, daß ihnen 461 ein athen. Hilfskorps unter seiner eigenen Führung zugesandt wurde. Allein der Umstand, daß die Spartaner diese Hilfstruppen bald wieder unter nichtigen Vorwänden zurückschickten, erregte beim athen. Volke heftigen Unwillen gegen K. und gab dessen Gegnern gewonnenes Spiel. Während K. sich auf einem Feldzuge gegen die Perser befand, gelang es den Führern der Demokratie, Ephialtes und Perikles, das Bollwerk der Konservativen, den Areopag, 461 seiner polit. Macht zu entkleiden. Umsonst trat K. gegen diese Veränderung auf. Auf Antrag seiner Gegner wurde K. durch Ostracismus aus seiner Vaterstadt verbannt. Erst nach fünfjähriger Abwesenheit wurde er (454) auf den Antrag des Perikles selbst zurückberufen. Es gelang ihm 451, den damals wütenden Krieg mit Sparta durch einen fünfjährigen Waffenstillstand zu beenden; 449 führte er eine Flotte der Athener und ihrer Bundesgenossen nach der wieder von den Persern besetzten Insel Cypern und belagerte nach einem glänzenden Doppelsiege über das feindliche Heer die Stadt Kition, starb aber bei dieser Belagerung. Aus dem Altertum ist eine Lebensbeschreibung des K. von Plutarch (vgl. Rühl, Die Quellen Plutarchs im Leben des K., Marb. 1867) und eine kürzere von Cornelius Nepos erhalten. - Vgl. Bischer, Kimon (Bas. 1847).

Kimpolung. 1) Bezirkshauptmannschaft in der Bukowina, hat 2350,01 qkm und (1890) 45 832 (23 151 männl., 22 681 weibl.) E., 10 031 Häuser und 10 558 Wohnparteien in 29 Gemeinden mit 35 Ortschaften und 6 Gutsgebieten und umfaßt die Gerichtsbezirke Dorna Watra und K. - 2) K., rumän. Câmpolung, Stadt und Sitz der Bezirkshauptmannschaft sowie eines Bezirksgerichts (1681,84 qkm, 33 669 E.), rechts der Moldava, in 706 m Höhe, an der Linie Hatna-K. (67 km) der Bukowinaer Lokalbahnen, hat (1890) 6402 rumän. E., Post, Telegraph und ein Krankenhaus. In der Nähe die deutsche Kolonie Eisenau (786 E.) mit Eisenhämmern.

Kimpulung, rumän. Stadt, s. Campulung.

Kin, chines. und japan. Gewicht, s. Catty.

Kinäde (grch.), soviel wie Päderast (s. Päderastie).

Kinai, Indianer, s. Kenai.

Kinästhetische Organe, s. Bewegungsempfindung.

Kinb., hinter lat. Tierbenennungen Abkürzung für Joh. Gust. Hjalm Kinberg, einen schwed. Zoologen.

Kinburn, tatar. Kil-Burnu, ehemalige Festung im russ. Gouvernement Taurien, Otschakow südlich gegenüber, auf der Westspitze der Landzunge von K., welche den Dnjeprliman vom Schwarzen Meere trennt. Sie wurde von den Türken erbaut, um die Saporoger an der Ausfahrt ins Meer zu hindern, kam 1774 an Rußland und wurde 1787 von den Türken ohne Erfolg belagert. 1855 von einem engl.-franz. Geschwader bombardiert, mußte sich K. ergeben. 1860 wurde es als Festung aufgegeben.

Kincardine (spr. kingkáhrdĭn) oder the Mearns, Grafschaft in Mittelschottland, an der Nordsee, von Aberdeen im NW., von Forsar im SW. begrenzt, umfaßt 1004,7 qkm mit (1891) 35 647 E., d. i. 35 auf 1 qkm. Eine Hügelkette trennt den Küstenstrich von der fruchtbaren, aber zum Teil Moor und Moos enthaltenden How (Höhlung) of Mearns, der Fortsetzung der Thalebene Strathmore (s. Forfar). Am fruchtbarsten ist der Küstenstreif mit seinem tiefen Lehmboden. Zweige des Grampiangebirges durchziehen den nordwestl. Teil und erreichen im Mount-Battok 779 m, im Mount-Kerloch 532 in Höhe. Der wichtigste Fluß ist der Dee an der Nordgrenze; an der Südgrenze fließt der North-Esk-River. Die Küste ist zum Teil bis 100 m hoch, mit schwarzbraunem Moose bedeckt, hier und da von Höhlen untergraben. Von der Oberfläche sind 47 Proz. angebaut, das übrige Land erfüllen Gebirge, Waldungen, Moor und Heiden. Ackerbau, Viehzucht und Fischerei bilden die Haupterwerbszweige. Daneben bestehen Brüche von Porphyr, Granit, Sand- und Kalksteinen, Wollfabrikation und Flachsspinnerei. Die Grafschaft schickt einen Abgeordneten in das Parlament. Hauptstadt ist Stonehaven (s. d.).

Kincardine (spr. kingkáhrdĭn), schott. Grafentitel, s. Elgin und Kincardine.

Kind (infans), das menschliche Individuum von seiner Geburt an bis zum Eintritt der geschlechtlichen Entwicklung. Das Kind es alter oder die Kindheit (infantia, aetas infantilis) läßt sich in mehrere Abschnitte oder Epochen einteilen, in das Alter des Neugeborenen, die ersten 6-8 Tage nach der Geburt bis zum Abfall der Nabelschnur umfassend, in das Säuglingsalter, die ersten 9-12 Monate in sich begreifend und bis zum Entwöhnen