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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kommunalgarden - Komnenos

Kommunalgarden, s. Volksbewaffnung.

Kommunalhaushalt, soviel wie Gemeindehaushalt (s. d.).

Kommunalkreditgeschäft, Kommunalobligationen, s. Hypothekengeschäfte.

Kommunalschule, Gemeindeschule, öffentliche Schulanstalt, welche, wenn auch unter Staatsaufsicht und Staatsleitung, von der bürgerlichen Gemeinde unterhalten wird, im Gegensatz von Staats-, Stiftungs- und Korporationsschulen und von Privatschulen.

Kommunalsteuern, soviel wie Gemeindesteuern (s. d.).

Kommunarden, s. Communards.

Kommūne, s. Gemeinde und Commune.

Kommunikánt (lat.), s. Kommunion.

Kommunikāt (lat.), schriftliche Mitteilung einer Behörde an eine andere.

Kommunikation (lat.), Mitteilung, Eröffnung, dann auch Verkehr, Verbindung, Verbindungsweg; besonders in militär. Sinne. Über K. in strategischer Bedeutung s. Verbindungen, im Festungsbau s. Festungsthore, im Festungskriege s. Approchen.

Kommunikationsfisteln, s. Fistel.

Kommunikationswege, Wege von geringerer Ausdehnung und Bedeutung, welche nur die Verbindung einzelner benachbarter Ortschaften oder größerer Straßenzüge miteinander bezwecken.

Kommunikatīvdekret (lat.), richterliches Dekret, welches den Parteien Kenntnis von irgend einem auf den Prozeß bezüglichen Ereignis giebt.

Kommunion (lat. communio), in der Kirchensprache zunächst die kirchliche Gemeinschaft der Gemeinden miteinander oder des Einzelnen mit der Gemeinde. Vermöge derselben hat der Einzelne, sofern er Kleriker ist, das Recht, ein geistliches Amt zu führen und eine Pfründe zu genießen, sofern er aber Laie ist, den Genuß der kirchlichen Segnungen und Vorteile. Geistliche, die sich vergangen hatten, wurden in der alten Kirche oft zur sog. Laienkommunion, d. h. zum Stande gewöhnlicher Christen, degradiert. Die Fremdenkommunion bestand darin, daß man reisenden Klerikern, die sich nicht durch bischöfl. Empfehlungsbriefe legitimieren konnten, zwar die Teilnahme am Gottesdienste, aber keine geistlichen Funktionen gestattete. Das Ausschließen von der kirchlichen Gemeinschaft hieß Exkommunikation. (S. Kirchenbann und Kirchenbuße.) - Am gewöhnlichsten bezeichnet man indessen mit K. nach 1 Kor. 10, 16 die Feier des Abendmahls (s. d.) und unterscheidet öffentliche und Privat- oder Hauskommunion. Die Teilnehmer am Abendmahl nennt man daher Kommunikanten.

Kommunionharz, s. Harz (Bd. 8, S. 851 a).

Kommunismus (neulat.), eine Abart des Socialismus (s. d.). Während der Socialismus im engern Sinne nur die Aufhebung des Privateigentums an den Produktionsmitteln, d. h. an Boden und Kapitalien will, verlangt der K. auch die Beseitigung des Privateigentums an den Verbrauchsgegenständen.

Kommunität (lat.), Gemeinschaft; Gemeingut; früher auf Universitäten ein Lokal zur gemeinsamen Wohnung und Beköstigung von Studierenden und Lehrern.

Kommunizieren (lat.), mitteilen, besonders etwas Schriftliches; in Verbindung stehen, zusammenhängen; das Abendmahl empfangen.

Kommunizierende Röhren oder Gefäße sind unterhalb des Flüssigkeitsspiegels mittels eines Kanals verbunden. In allen Armen solcher Gefäße stehen gleichartige Flüssigkeiten im Falle des Gleichgewichts vermöge ihres gleichen Druckes nach allen Seiten gleich hoch, wie dies die nachstehende Fig. 1 zeigt. Vermöge unterirdischer Spalten kommunizieren die Grundwässer mit nahen Flüssen, Seen u. dgl. m. und richten ihren Spiegel nach dem der letztern; als K. R. ist auch die Kanal- oder Nivellierwage aufzufassen. Ist einer der Arme eines Kommunikationsgefäßes kürzer als der andere und füllt man den längern mit Wasser an, so wird es so lange aus dem kürzern herausfließen oder durch eine enge Öffnung emporspringen, bis es in beiden Armen gleich hoch steht. Vermöge der Bewegungshindernisse erreicht jedoch der Springstrahl niemals die volle Höhe des Wasserstandes im längern Arm. Hierauf beruhen die hydrostatischen Springbrunnen und die Ausläufe der Wasserleitungen, die Artesischen Brunnen u. dgl. m. Die Ausnahme zu obigem Gesetze bilden die mit Kapillarität (s. d.) verbundenen Erscheinungen. Sind die Flüssigkeiten in einem Kommunikationsgefäße ungleichartig, nicht mischbar und verschieden dicht, so steht die dichtere Flüssigkeit tiefer als die dünnere und zwar so, daß sich hierbei die Höhen der Flüssigkeitssäulen umgekehrt verhalten wie ihre specifischen Gewichte. Bedeutet z. B. (Fig. 2) die dunkler dargestellte Flüssigkeit Quecksilber, die lichtere dagegen Wasser, so steht letzteres, von der Trennungsfläche der Flüssigkeiten an gerechnet, 13,6 mal höher als ersteres,weil Wasser 13,6 mal specifisch leichter als Quecksilber ist.

Kommūnmauern, s. Brandmauern.

Kommutation (lat.), Vertauschung, Veränderung; in der Astronomie der Winkel, den die Linie von der Erde aus zur Sonne mit einer andern von der Sonne zu einem Planeten bildet; ist dieser Winkel = 0°, so steht der Planet zur Sonne in Opposition, ist er = 180°, in Konjunktion.

Kommutātor (neulat.), s. Stromwender.

Komnēnen, Name einer byzant. Familie, die 1057 - 59 und namentlich 1081 - 1185 auf dem Throne von Konstantinopel, 1204 - 1461 auf dem von Trapezunt herrschte. (S. Byzantinisches Reich und Trapezunt sowie die Artikel Isaak I., Alexios I. und II., Johannes II., Manuel I., Andronikos I.) In litterar.-histor. Hinsicht verdient unter den K. Erwähnung Anna Komnena (s. d.). Die Kaiser von Trapezunt aus dem Hause der K. nannten sich Groß-Komnenen. Der letzte derselben, David (s. d.), wurde 1462 von Mohammed II. gestürzt. Nach der sehr zweifelhaften Behauptung eines spätern Geschichtschreibers Demetrios Komnenos (s. d.) sollten sich die Nachkommen der trapezunt. Kaiser auf Mani im Peloponnes und dann auf Corsica erhalten haben. - Vgl. Wilken, Rerum ab Alexio I, Ioanne, Manuele et Alexio II, Comnenis gestarum libri IV (Heidelb. 1811); Tafel, K.und Normannen (Stuttg. 1870).

Komnēnos, Demetrios, Geschichtschreiber, geb. 1750 in Corsica, suchte seine Abkunft von den Nachkommen der trapezunt. Kaiser nachzuweisen und fand damit auch die Anerkennung der franz.

^[Fig. 1.]

^[Fig. 2.]