Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

667
Kowylinzen - Krabbenmanguste
1071cm lang und bildet ein Glicd des Marienkanal-
Wems ss. d.). fter Raskolniken ss. d.).
Kowylmzen oder Theodosianer, eine Sekte
Koyan, Koyang, ostasiat. Gewicht, s. Coyang.
Koyter, Volcher, Anatom, s. Coiter.
Kozani lspr. kosch-), Stadt im südwestl. Macc^
donien, im türk. Wilajet Atonastir, 20 km nördlich
von Serfidsche, ist Bischofssitz, hat etwa 10000 E.,
meist Griechen; eine Bibliothek, Tabak-, Wein- und
Ackerbau, Bienen- und Seidenraupenzucht sowie
Saffian - und Lederproduktion.
Kozmin, Stadt in Posen, s. Koschmin.
X.?., in England Abkürzung für Xni^it ok
8t. strick (Ritter des ^irländ.^ Patrickordens).
Kraal, bei Kaffern und Hottentotten eine zu einem
Dorf zusammengebaute Anzahl Hütten.
Krabbe, Krapve, Knagge, Kriechblume,
in der got. Architektur häu-
fig zur Verzierung ange-
^ ^ v^, ^M^ wendete knollige Stcinblu-
^ v ^>x^^^^ ^"^ ?^l dem Rücken schräg
ansteigender Bauteile, wie
^ Strebebögen,Fialen, Wim-
pergen, Turmhelmen u.s.w.,
die gleichsam emporkrie-
chend aufgereiht erscheinen.
(S. nebenstehende Figur.)
Krabben oderTaschen-
krebse (Li-Hoi^ui-a), kurz-
schwänzige, zehnfüßige
Krebse, deren Hinterleib
stark verkürzt, ohne Flossen
und nach vorn geschlagen
ist, der Unterseite des Körpers dicht anliegend, wo-
bei im weiblichen Geschlecht durch die Schüssel-
form des Abdomens ein geschlossener Brutraum
sür die Eier gebildet wird, während die Männ-
cben sich durch die schlank dreieckige Form des in
eine Vertiefung der Brust eingepaßten Schwanz-
stückes unterscheiden. Das erste Fußpaar ist mit
Scheren bewaffnet, die Mundteile werden durch die
breiten Glieder des letzten Kieferfußpaares verdeckt.
Die K. sind die höchstentwickelten Formen des Krebs-
stammes. Die meisten bewohnen das Meer, nur
wenige das Sühwaffer; vollständige Landtiere, die
nur turze Zeit zur Eierablage ins Meer gehen, sind
die tropischen Land trab ben. Alle K. sind, wie
ihre eigentümlichen Larven (^06^, s. d.) beweisen,
aus langschwänzigen Krebsformen hervorgegangen.
Nach der Form ihres Kopfbruststückes hat man die
K. in eine Anzahl von Familien eingeteilt, die als
Rückenfußkrabben (f. d., ^owpoäa), Rund-
krabben ss. d., OxMoin^w), Spinnen kr abben
(s. d., Ox^ri^ncda), Bogenkrabben <s. o., (^clo
uiktopa) und Viereckkrabben (f. d., (^tometopa)
bezeichnet werden. Die Rückenfüher, unter denen
einige durch größere Ausbildung des Abdomen sich
an die Langschwänzer anschließen, haben ihren
Namen von der eigentümlichen Stellung der beiden
letzten Vrustfußpaare erhalten, welche nicht zum
Laufen dienen, sondern nach aufwärts gerichtet
dem Rücken zugekehrt sind. Es hängt dies mit der
seltsamen Gewohnheit dieser Krebse, allerhand
Fremdkörper sich aufzuladen, zufammcn. So pfle-
gen die Wollkrabben (vi-omia, z. B. gemeine
Wollkrabbe, Dromia. vul^rig ^>am., s. Tafel:
Krustentiere II, Fig. 1) Kiefelfchwämme der
Gattung 3ud6lit68 auf den Rücken zu nehmen, wo-
bei der Schwamm genau nach der gewölbten Form
Artikel, die mau unter K verin
des Schildes der Krabbe wächst und dasselbe wie ein
Hut von oben bedeckt. Die verwandte Gattung vo-
i'ippe ergreift diesem Schutztrieb folgend alle mög-
lichen Gegenstände, ja felbst lebende Tiere, und trägt
diefelben umher. Bei den Spinnen krabben, zu
denen die bekannte sog. Seespinne des Mittel-
meers (Na^a Fhuinaäo ^at?-.) gehört, jenes von den
Alten sür sehr klug gehaltene und auf Münzen oft
abgebildete langbeinige Tier, ist ein ähnlicher Schutz-
trieb wie bei den Notopoden zu beobachten; derfelbe
äußert sich in einem Bestecken des ganzen Leibes und
der Beine mit Algen und Tierkolonien, wofür der
Körper durch einen Besatz von Krallenhärchen vor-
bereitet erscheint. So gleichen die trägen Tiere ost
täuschend bewachsenen Steinen. Wesentlich höher sind
die Arten der Bogen- und Viereckkrabben ent-
wickelt, bei denen sich ein hoher Grad von Schlauheit^
Beweglichkeit und Wehrhaftigkeit zeigt. Die bekann-
testen Vogenkrabben sind der gemeine Taschen-
krebs s^ancei' oder ?iHt^cai-ciiiu8 MFui-u3 !>.,
s. Tafel: Aquarium, Fig. 8), eine der gemeinsten
K. der Nordfee, und die gemeine Krabbe oder
der kleine Tafchenkrebs ((^rcinnZ masuas
^eilttcmt, Fig. 16), welcher an allen curop. Küsten
und an der Ostküste Amerikas ein sehr häufiges
Tier ist. Der erstere ist an vielen Küsten, nament-
lich in England (hier cr^d genannt) ein beliebtes
Volksnahrungsmittel und wird in besondern, mit
toten Fischen beköderten korbartigen Fanggerätcn in
großer Menge gefangen. Das Benehmen diefer flin-
ken Geschöpfe am Strande, wo sie mit mausartiger
Behendigkeit und Benutzung aller Schlupfwinkel ihr
Wesen treiben, ist eins der fesselndsten Schauspiele.
Einen Übergang von diesen Formen zu den Viereck-
krabben bilden die Fluß-lHüßwasserkrabben
sl6ipku8a), welche bereits das breite Kopfbruststück
der Catomctopen haben. Sie bewohnen in einer Art
l^eipIiusH ünviatilig Fe?on) die Flüsse des südl.
Europa und den Nil; andere Species finden sich in
den Tropenländern. Zu den echten Viereckkrabben
gehören von marinen Formen die schon im Altertum
bekannten Muschelwächter (?innot1i6i'68), kleine
K., welche in Mutualismus (s. d.) mit manchen
Muscheln, namentlich den Steckmuscheln (?iuua)
leben, in denen sie Schutz finden. Welchen Nutzen
das Weichtier seinerseits von der Anwesenheit des
Gastes hat, ist nicht bekannt. Ferner gehören hierher
die Winkerkrabben (66^8imn3), deren eine
Schere im Verhältnis zum Körper kolossal entwickelt
ist, mit sehr langgestielten Augen. Die Land-
krabben (t^cHi-cini^) endlich haben sich unter den
hierher gehörigen Formen am weitesten fortgebildet
und sind durch die Umwandlung ihrer Atmungs-
organe in direkt luftatmende Apparate zu echten Land-
geschöpfen geworden. Eine Art dieser Gattung, die
blutrote Turluru oder Wanderkrabbe ((-ecai--
cwnä i'ui'icola ^., s. Tafel: Krustentiere II, Fig. 3)
oder gemeine Landkrabbe, bewohnt in unge-
heuren Mengen die westind. Inseln und die benach-
barten Festlandsküsten. Ihr Aufenthalt sind die feuch-
ten Wälder, aus denen sie zu einer Zeit des Jahres,
vom Februar bis in den April, an die Küste zieht,
um ihre Eier abzulegen. Nach der Rückkehr ver-
bergen sich die Tiere in einer laubgefütterten Höhle,
um ihre Häutung zu vollbringen. Da diefe K. als
eine Delikatesse gelten, namentlich nach der Häutung,
so werden sie in ungeheuren Mengen gefangen.
Krabbenmangufte < H6i-p6Lt68 cLmci-ivoi-nK
_??ocki/Fc)n), Urva, eine Nepal bewohnende Man-
ißt, sind unter C aufzusuchen.