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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Krakau
Xrakata.ii (Vatavia 1884); Symons, Ide eruption
of X. and 8ul)86qu6nt pdenomsna (Lond. 1888).
Krakau. 1) Bezirkshauptmannschaft, ohne die
Stadt K., in Galizien, hat 497,88 hkin und (1890)
73381 (36045 männl., 36730 weibl.) E., 107 Ge-
meinden mit 305 Ortschaften und 84 Gutsgebieten
und umfaßt die Gerichtsbezirke K. und Liszki. -
2) K., poln. Xrak6>v, lat. Oracovia oder (^aroäinum,
Stadt mit eigenem Statut, Hauptstadt der ehe-
maligen poln. Republik und
Festung, liegt in 215 m Höhe
am linken Ufer der von hier
an schiffbaren und die Ru-
dawa aufnehmenden Weichfel,
über die die 1850 eröffnete
Franz-Iosefbrücke nach Pod-
gorze führt, an den Linien K.-
Lemberg (342 km), K.-Wie-
liczka (13kiu) derOsterr.Staats-
bahnen sowie Wien-K. (413 km) und K.-Podgörze-
Vonarka (8 km) der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn
und hat 8,34 hkni und (1890) 74593 (36581 männl.,
38012 wcibl.) meist kath. poln. E. (4766 Deutsche),
Arakau (Situationsplan).
darunter 20 939 Israclitcn, in Garnison das 13. In-
fanterieregiment "Guidobald, Graf von Starhem-
derg", je 3 Bataillone des 20. Infanterieregiments
"Heinrich, Prinz von Preußen", 56. Infanterie-
regiments "Graf Daun" und 57.Infanterieregiments
"Friedrich Iosias Prinz zu Sachsen-Coburg-Saal-
feld", das 1. Korpsartillerieregiment, das 3. Divi-
sionsartillerieregiment "Fischer" (außer der 3. und
4. Batterie), das 2. ^estungsartillerieregiment
"Sponner" und das 9. und 12. Pionierbataillon.
Die Stadt ist Sitz der Vezirkshauptmannschaft K.
(Umgebung), eines kath. Bischofs (seit 1889 mit
fürstl. Rang), einer Polizeidirektion, Finanzbezirks-
direktion, eines Oberlandesgerichts, Bezirksgerichts
(317,2i ykm, 48073 E.), des 1. Korpskommandos,
einer Festungsartilleriedirektion, der Kommandos
der 12. Infanterie- und einer Kavallericdivision;
der 23. und 24. Infanterie-, 20. Kavallerie- und
1. Artilleriebrigade und einer Geniedirektion.
Anlage. K. besteht aus der innern Stadt, deren
alte Mauern abgetragen sind, und 7 Vorstädten,
im N. Piasek und Kleparz, im O. Wesola, im S.
Stradom, Kazimierz und das Iudenviertel, im W.
Wawcl und Nowy Swiat. Der Nest der Befestigun-
gen ist das 1498 erbaute Rondell (Varbakane) und
das Florianstbor. (Vgl. den Situationsplan.)
Kirchen. Die Stadt hat 39 Kirchen, zahlreiche Ka-
pellen, 15 Mönchs-, 10 Nonnenklöster und 7 Syna-
gogen. Die Schloß- oder Domkirche an der
Westseite des Scblosses, 1320-59 unter
Kasimir d. Gr. erbaut, ist die Grabkirche der
poln. Könige, Bischöfe und Helden und ent-
hält ein Bronzedenkmal des Kronmarfchalls
Peter Kmita von Peter Vischer, in der Gruft
die Särge vieler poln. Könige und die der
drei tapfersten Polen: Sobieski, Ponia-
towski und Kosciuszko, in den 18 Kapellen
Denkmäler von Kasimir Iagello von Veit
Stoß, des Bischofs Soltyk, der Grafen
Wladimir und Arthur Potocki und der
Mutter des letztern von Thorwaldsen, der
Sigismunde aus der Familie der Iagello-
nen, der Könige Johann Albert, Kasimir
d. Gr., letzteres von Veit Stoß, Stephan
Vathori, Sobieski u. a. sowie die Gebeine
des von König Boleslaus 1079 am Altar
der Skalkakirche erschlagenen Bischofs von
K., des heil. Stanislaus, eine Schatzkammer
und eine roman. Krypta. Die got. Marien-
kirche am Ringplatz (13. bis 15. Jahrh.), im
Innern 1889-91 renoviert, enthält einen
riesigen Hochaltar, das berühmteste Werk
(l477-89) von Veit Stoß, ein steinernes
Crucifix (15. Jahrh.), Denkmäler und Glas-
malereien. Die Tominikanerkirche birgt im
Chor die Vronzegrabplatte des Humanisten
Buonaccorsi genannt Callimachus (1497),
die Franziskanerkircke (13. Jahrh.) das
Grabmal des Königs Boleslaus des Scham-
haften. In der Florianskirche (12.Iabrh.,
1.768 neu aufgebaut) Bilder von Hans Such
von Kulmbach und der Johannesaltar von
Veit Stoß, aus der lctztenZeit seines Aufent-
halts in K. (1524). In der Annakirche ein
Denkmal des Kopcrnikus.
Weltliche Gebäude. Das Schloh
(^ainek Ki-0i6>v3ki) auf dem Berge Wawcl,
seit 1846 Kaserne und Militärspital, durch
Boleslaw 1265 gegründet und von Kasimir
d. Gr. erweitert, 1510-33 umgebaut, uach dem
Brande 1595 restauriert, war bis 1610 Residenz der
Könige von Polen, ist ein gewaltiges Bauwerk mit
2 got.Türmcn (15.Jahrh.). Das Tüchhaus (3uki"n-
iiic6), 1257 erbaut und 1353 zu Handelszwecken
Artilrl, die man untcr K vermißt, sind unter C aufzusuchen.