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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Krug (Wilh. Traugott) - Krüger (Karl Wilhelm)
sterwerke und Chorsachen, Lieder und Klavierstücke,
die alle ein sehr liebenswürdiges und hervorragen-
des Talent bekunden. Am misten bekannt sind
daraus die "Vierhändigen Walzer"; die bedeu-
tendsten seiner Arbeiten sind der sinfonische Prolog
"Othello" und das weltliche Oratorium "Sigurd".
Krug, Wilh. Traugott, philos. und polit. Schrift-
steller, geb. 22. Juni 1770 Zu Radis bei Gräfen-
hainichen in der preuß. Provinz Sachsen, studierte
in Wittenberg, Jena und Göttingen, habilitierte sich
1794 zuWittenocrg bei der philos. Fakultät, erhielt
aber keine Professur, weil er als Verfasser der "Briefe
über die Perfektibilität der geoffenbarten Religion"
(Jena und Lpz. 1795) bekannt wurde. 1801 wurde
er außerord. Professor der Philosophie zu Frank-
furt a. O., 1804 ord. Professor der Logik und Meta-
physik in Königsberg und 1809 Professor der Phi-
losophie in Leipzig, wo er 12. Jan. 1842 starb.
In seinem Hauptwerk "Fundamentalphilosophie"
lMlich. und Freist. 1803; 3. Aufl., Lpz. 1827) be-
czcmn A. das bereits in den: "Entwurf eines Neuen
Organon" unter dem Namen des transcendentalen
Synthetismus aufgestellte System der Philosophie
darzustellen. Hiernach besteht der wahre Kriticis-
mus in der Anerkennung einer schlechthin gewissen
Urthatsache, der Synthesis des Ich und Nicht-Ich
und der daraus folgenden gleich urfprünglichen
Realität beider. Das oberste Princip aller Philo-
sophie ist ausdrückbar in der Formel: Ich bin thätig
und suche absolute Harmonie in aller meiner Thätig-
keit. Weitere Schriften K.s sind: "System der theo-
retischen Philosophie" (3 Bde., Königsb.1806-10;
Bd. 1, 4. Aufl. 1833; Bd. 2, 3. Aufl. 1830; Bd. 3,
2. Aufl. 1823), "Handbuch der Philosophie" (2 Bde.,
Lpz. 1820; 3. Aufl. 1828), "Allgemeines Hand-
wörterbuch der philos. Wissenschaften" (4 Bde., ebd.
1827-28; Bd. 5, 1829-34; 2. Anfl. 1832-34).
Seine kleinern Schriften erschienen u. d. T. " Ge-
sammelte Schriften" (12 Bde., Braunschweig, dann
Lpz. 1830 - 41). - Vgl. seine Selbstbiographie:
"Meine Lebensreise in sechs Etationen, vonUrceus"
(Lpz. 1826; 2. Aufl. 1840), mit dem Nachtrag: "Leip-
ziger Freuden und Leiden im I. 1830" (ebd. 1831).
Krugbäcker, am Rhein Bezeichnung von Fabri-
kanten thönerner Mineralwasserkrüge.
Krueger, Adalbert, Astronom, geb. 3. Dez. 1832
zu Marienburg in Preußen, war Observator an der
Sternwarte zu Bonn und einer der Hauptmitarbei-
ter von Argelander bei der Durchmusterung des
nördl. Sternenhimmels. Später wurde er Direk-
tor der Sternwarten in Helsingfors, Gotha und
Kiel, wo er seit Peters' Tode die von Schumacher
begründeten "Astron. Nachrichten" herausgiebt und
die Geschäfte der daselbst begründeten internatio-
nalen Centralstelle für astron. Telegramme leitet.
K. schrieb u. a.: "Zonenbeobachtung der Sterne
zwischen 55 und 65° nördl. Deklination, angestellt
an den Sternwarten zu Helsingfors und Gotha"
(2 Bde., Helsmgf. 1883 u. 1885) und "Katalog von
14680 Sternen zwischen 54° 55' und 65' 10' nördl.
Deklination 1855" (Lpz. 1890).
Krüger, Vartholomäus, Dichter, aus Spern-
berg bei Zossen in der Mark Brandenburg gebür-
tig, 1580-87 Stadtschreiber und Organist in Treb-
bin, erzählte in dem beliebten Schwankbuch "Hans
Clauerts Werkliche Historien" (Berl. 1587; Neu-
druck, Halle 1882; von Simrock in den "Deutschen
Volksbüchern", Bd. 9, als der "Mark. Eulenspiegel"
modernisiert) die harmlosen Eulenspiegeleien und
Artikel, die man unter K ver
Lügengeschichten eines Trcbbiner Stadtkindes, und
dichtete zwei ernste, dramatisch sehr bedeutende
Stücke, das geistliche Schauspiel "Eine schöne und
lustige neue Aktion von dem Anfang und Ende der
Welt" (1580; hg. von Tittmann in den "Deutschen
Dichtern des 16. Jahrh.", Bd. 3: Schauspiele, Lpz.
1868) und das packende Sittenbild "Wie die bäu-
rischen Richter einen Landsknecht unschuldig hin-
richten lassen" (hg. von Volte, ebd. 1884).
Krüger, Franz, Porträt- und Pferdemaler, geb.
3. Sept. 1797 in Radegast bei Cöthen, war in seiner
Kunst Autodidakt. Er malte Kriegs- und Iagdscenen,
Pferdeställe und überhaupt Sportbilder (man nannte
ihn daher den Pferde-Krüger). Seine damals unüber-
troffene Meisterschaft hierin zeigen die drei Pferde-
bilder: Ausritt zur Jagd, Heimkehr von der Jagd,
Pferdestall, sämtlich in der Nationalgalerie zu Ber-
lin. Da er aber damit eine große Kraft der Bildnis-
Malerei verband, eignete sich seine Malweise nament-
lich zur Darstellung von fürstl. Suiten, zu Paraden,
Huldigungsaktcn u. s. w. Sein erster größerer Auf-
trag der Art, Die Parade auf dem Opernplatz in
Berlin, 1829 im Auftrag des Kaisers von Rußland
gemalt, wurde dadurch von bleibendem Wert, daß
in den Zuschauern alle Berühmtheiten des damaligen
Berlin vorgeführt wurden. Dasselbe findet sich mit
Bildnissen der Größen des nächsten Jahrzehnts in der
Parade des Gardekorps vor Friedrich Wilhelm III.
(1839; königl. Schloß in Berlin) und in der Hul-
digung der Stände vor Friedrich Wilhelm IV. zu
Berlin, 15. Okt. 1840 (1843; königl. Schloß). Von
den Suitebildern sind das Reitcrbildnis des russ.
Kaisers mit dem Thronsolger und glänzendem Ge-
folge (1834; Skizze in der Nationalgalerie zu Berlin)
und das Reiterbild des Königs Friedrich Wilhelm IV.
mit Suite (1842) hervorzuheben. Wiederholt auch
an den russ. Hof gerusen, arbeitete er viel für den
Zaren und russ. Adel. Ein wahrer Schatz sind seine
ungemein zahlreichen Porträtzeichnungen in Blei-
stift, Kreide und Aquarell, von welchen ein Teil in
Lichtdruck veröffentlicht worden ist ("Vor fünfzig
Jahren. Porträtskizzen berühmter und bekannter
Persönlichkeiten von Franz K.", Verl. 1883). Als
Professor an der Berliner Akademie und preuß.
Hofmaler starb er 21. Jan. 1857 zu Berlin.
Krüger, Karl Wilhelm, Philolog, geb. 28. Sept.
1796 zu Groß-Nossin bei Stolp, machte die Frei-
heitskriege 1813 -15 mit und studierte dann in
Halle, wurde 1820 Subkonrektor in Zerbst, 1822
Konrektor in Bernburg, 1827 Professor am Ioa-
chimsthalschen Gymnasium in Berlin. 1838 nahm
er seine Entlassung und lebte dann in Nauen, Neu-
Nuppin, Heidelberg und Weinheim als Privat-
gelehrter. Auch begründete er eine Verlagsbuch-
handlung. Er starb 1. Mai 1874 zu Weinheim. K.
lieferte Ausgaben von Henophon, Thucydides, Hero-
dot, Arrian; feine Hauptverdienste liegen auf dem
Gebiete der griech. Sprachkunde; in dieser Rich-
tung sind hervorzuheben: "Griech. Sprachlehre für
Schulen" (2 Bde., Verl. 1842-56; 6. Aufl. 1892),
"Griech. Sprachlehre für Anfänger" (1847; seit 1869
u. d. T. "Kleinere griech. Sprachlehre"; 11. Aufl.
1884), "Homerische Formlehre" (1849; später "Ho-
merische und Herodotische Formlehre", 5. Aufl. 1879).
K. schrieb auch eine "Geschichte der engl. Revolution
unter Karl I." (Berl. 1850) und eine Anzahl philol.
Streitschriften. Die spätern Auflagen von K.s
Schriften besorgte nach seinem Tode W. Pökel. -
Vgl. Pökel, K. W. K.s Lcbensabriß (Lpz. 1885).
mißt, sind unter C aufzusuchen.