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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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K. S. – Kuba

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Krystallwasser'

oft sehr verschieden. Manche Verbindungen geben ihr K. schon bei gewöhnlicher Temperatur an nicht ganz feuchte Luft ab, wobei sie zerfallen (Verwitterung durch Verlust von K.), andere zersetzen sich erst in der Wärme. Geschieht letzteres bei Temperaturen unter 100°, so wird das abgeschiedene K. flüssig und löst das wasserärmere Salz ganz oder teilweise auf (Schmelzen im K.). So verflüssigt sich z. B. Glaubersalz, Na2SO4 + 10 H2O, bei 34°, indem es in 10 Moleküle flüssigen Wassers und 1 Molekül Na2SO4 zerfällt. Bei 100° werden fast alle Krystallwasserverbindungen vollständig unter Verflüchtigung des Wassers zersetzt. Manche Körper, namentlich gewisse Salze, nehmen beim Krystallisieren aus ihren wässerigen Lösungen je nach der dabei herrschenden Temperatur verschiedene Mengen K. auf, z. B. das Mangansulfat unterhalb 15°: 7 H2O, zwischen 15° und 30°: 5 H2O, bei 30–40°: 4 H2O. Beim Eintritt der Verbindung eines wasserfreien Salzes mit K. tritt regelmäßig eine mitunter sehr bedeutende Erwärmung ein.

K. S., Abkürzung für Kurze Sicht bei Wechseln (s. Kurzsichtiges Papier).

K. S. C. V., Abkürzung für Kösener Senioren-Convent-Verband, s. Korps.

Kshatrija (sanskr. Kshatriya, «Krieger»), die zweite erbliche Klasse des alten ind. Staates. Die K. der arischen Inder rangen lange mit den Brahmanen um den Vorrang, unterlagen aber dem mit der Ausbreitung der Kultur wachsenden Einfluß der letztern und mußten ihre Oberhoheit anerkennen. Doch war dieselbe eine mehr geistige, indem das Königtum mit allen seinen polit. und rechtlichen Befugnissen, wie sie z. B. in dem Gesetzbuch des Manu niedergelegt sind, bei den K. blieb. Als Nachkommen des alten kriegerischen Adels von Indien gelten heute noch die Radschputen. – Vgl. Hopkins, The social and military position of the ruling caste in ancient India (New-Haven 1889).

Ksiwe, s. Kassiber.

Kt., in England Abkürzung für Knight (Ritter).

K. T.., in England Abkürzung für Knight of the Thistle (Ritter des Distelordens, s. d.).

Ktenodipterīnen (Kammdoppelflosser), eine paläozoische, vorzugsweise devonische Familie von Ganoidfischen, welche als Vorläufer der Lungenfische und insbesondere der zuerst in der Trias, heute noch in austral. Flüssen vorkommenden Gattung Ceratodus gelten, da sie mit dieser die Eigentümlichkeit einer einzigen, vielfache, radial nach außen strahlende Falten zeigenden, also kammähnlichen Zahnplatte in jedem Kieferast gemeinsam haben. Wie die übrigen paläozoischen Dipterinen oder Doppelflosser, die Kegelzähnchen nach Art der Eidechsen u.a. haben (Saurodipterinen), besitzen auch die K. zwei Rückenflossen.

Ktenoīden, Kammschupper, s. Fische (Bd. 6, S. 828a).

Ktenoīdschuppen, s. Schuppen.

Ktesĭas, griech. Geschichtschreiber aus Knidos in Karien, ein Zeitgenosse des Xenophon, Leibarzt der Parysatis und des Perserkönigs Artaxerxes II. Mnemon, bei dem er in hohem Ansehen stand, nahm an der Schlacht bei Kunara, 401 v. Chr., teil, ging aber um 398 wieder in sein Vaterland zurück. K. schrieb im ion. Dialekt, außer einer kleinern Schrift «Indica», 23 Bücher «Persica», eine Geschichte der assyr. und pers. Monarchie bis auf seine Zeit. Er sammelte während seines Aufenthalts in Persien das Material dazu, sodaß K. viel wichtigen Stoff ↔ überliefert; doch ist er unzuverlässig. Die ziemlich zahlreichen Bruchstücke wurden am besten erläutert und hg. von Bähr (Frankf. 1824) und von C. Müller im Anhang zu der Ausgabe des Herodot von Dindorf (Par. 1844), auch von Gilmore (Lond. 1888). – Vgl. Blum, Herodot und K. (Heidelb. 1836): Rüter, De Ctesiae Cnidii fide et auctoritate (Bielef. 1873).

Ktesibĭus, griech. Mechaniker, der um 150 v. Chr. zu Askra geboren wurde, verfertigte zuerst Maschinen, die mittels des Luftdrucks in Thätigkeit traten. Es wird ihm die Erfindung von Wasserorgeln und Wasseruhren, der Feuerspritze sowie anderer Maschinen, speciell des Heronsbrunnens zugeschrieben, der von seinem Schüler Hero den Namen hat.

Ktesĭphon, alte Stadt am östl. Ufer des Tigris, südlich vom Einflüsse des Diyalah, das Tisfon der Orientalen, wurde unter der Partherherrschaft zur Winterresidenz erhoben und stark befestigt. Trajan nahm K. ein (115), später Verus (162), aber nach der Zerstörung Seleucias (162) wurde K. wieder Hauptstadt. Durch Septimius Severus 201 verbrannt, wurde es unter den Sassaniden (226–651) Residenz und war eine der bedeutendsten und festesten Städte der Welt, bis es nach der Schlacht bei Kadesia von Jesdegerd III. 636 verlassen wurde und 637 in die Hände der Araber fiel. Mit dem gegenüber liegenden Coche bildete es eine Doppelstadt, daher der spätere arab. Name El-Medaïn (die Städte). Bagdad wurde großenteils aus den Ziegeln K.s erbaut. Heute liegt der alte Herrschersitz wüst; nur die gewaltige Ruine einer gewölbten Halle (Tak-Kesra) ist erhalten.

Kth., s. Knth..

Ktistolatrer, s. Monophysiten.

Kuan (Kwan), Maß in Siam, s. Coyang.

Kuando, im Unterlauf Tschobe, Fluß im südl. Afrika, entspringt in der Landschaft Lutschase der portug. Kolonie Angola in 1362 in Höhe, durchströmt das Land der Amboella, breitet sich in der Gegend von Linjanti in den Tschobesümpfen aus und mündet bei Mpalera, westlich von den Victoria-Fällen, in den obern Sambesi.

Kuango (Kwango), Nzadi, Zaïre, Zesere, Nebenfluß des Kassai in Afrika, entspringt in der portug. Kolonie Angola, im Lande der Kioko, in 1600 m Höhe, nahe den Quellen des Kassai. Sein südnördl. Lauf scheidet die portug. Besitzungen von Muata Jamvos Reich bis zum 8.° südl. Br., von wo aus er den Kongostaat begrenzt, in den er nördlich des 6.° eintritt. Es ist ein reißender Strom; er stürzt im Kaiser-Wilhelms-Fall bei Tembo Aluma 118 m hinab in die Hochebene des Kongobeckens. Er wird unter 5° 8' südl. Br. nach Überwindung der Steinbarre von Kingunschi bis zur Mündung in den Kassai bei Ngambe, im Wißmann-Pool (3° 20' südl. Br.), auf einer Strecke von 300 km für Dampfbarkassen schiffbar. Die wichtigsten Nebenflüsse von rechts sind der nur im obersten Lauf erforschte Wambu und der Djuma oder Kuilu, der unter 10° südl. Br. entspringt. Sein Quellgebiet erforschten Capello und Ivens 1877, seinen Oberlauf bis Kingunschi Mechow 1880 und seinen Unterlauf Grenfell 1886.

Kuang-si, chines. Provinz, s. Kwang-si.

Kuang-tung, chines. Provinz, s. Kwang-tung.

Kuba. 1) Kreis im nördl. Teil des russ. Gouvernements Baku in Transkaukasien, am Kaspischen Meer, hat 7169 qkm, 198879 E. (pers., lesghischen und türk. Stammes; meist mohammed. Sunniten); Obst-, Wein-, Tabakbau, Seiden- und Pferdezucht. Der Kreis bildete früher ein selbständiges Chanat

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 778.

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