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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kursk - Kuru
oder durch fette und got. Schriften bemerkbar ge-
machtwerden, oder von fremdsprachigen Citaten. Die
Renaissance-Kursivschrift, früher einfach Kursive ge-
nannt, wurde zu Anfang dieses Jahrhunderts durch
die der neuen Antiqua angepaßten gewöhnlichen
Kursive zeitweise verdrängt und erhielt der Unter-
scheidung wegen diese Bezeichnung. Beide Arten der
K. schließen sich an die entsprechenden Arten der Anti-
qua streng an, sodaß mit dem Wiederaufblühen der
Renaissance-Antiqua auch die ihr zugehörige und
dem allgemeinen Geschmacke entsprechende Renais-
sance-Kursivschrift mehr zur Geltung kommt.
Kursk. 1) Gouvernement im mittlern Teil des
europ. Rußland, grenzt im N. an das Gouverne-
ment Orcl, im O. an Woronesch, im S. und W. an
Charkow und Poltawa, im NW. an Tschernigow
und hat 46456,1 cikm mit 2480030 E., o. i. 51,2 auf
1 hkm. Von den Flüssen gehen Sejm, Psjol, Worskla
zum Dnjepr; Donez mit Oskol im SO. zum Don.
Das Klima ist gesund. Der Boden ist Schwarzerde
und sehr fruchtbar. Die Bevölkerung, Groß- und
"23 Proz.) Klcinrussen, bildet die Eparchie K. und
Bjelgorod der russ. Kirche, mit einem Bischof an der
Spitze. Der Ackerboden nimmt 74 Proz. der Lan-
desoberfläche ein; gebaut werden Roggen, Weizen,
Hafer, Hanf, Zuckerrüben, ferner Gemüse, Obst,
Melonen, Kürbisse. Gezüchtet werden besonders
Pferde, Rinder und Schafe. K. hat über 600 Fabri-
ken und Werke, besonders Zuckerfabriken (146000
Arbeiter), 34 Brennereien, 39 Mühlen, 64 Gerbe-
reien, 7 Wollwäschereien, 73 Seifen- und Lichter-
fabriken, außerdem Hausindustrie (Herstellung von
Gurten, Vauernwagen, Zurichtung von Hanf u. a.),
Handel mit Landesprodukten, 558 km Eisenbahnen;
9 Mittelschulen für Knaben, 13 für Mädchen, 8 Spe-
cial-, 882 niedere und Elementarschulen. Das Gou-
vernement zerfällt in 15 Kreise: K., Bjelgorod,
Grajworon, Dmitrijew, Korotscha, Lgow, Nowyj
Oskol, Obojan, Putiwl, Rylsk, Staryj Oskol, Sud-
scha, Tim, Fatesch und Schtschigry. - 2) Kreis in
der nördl. Hälfte des Gouvernements K., hat 3379,4
ykiu und 168041 E. - 3) Hauptstadt des Gou-
vernements und des Kreises K., an der Mündung
des Kur in den zum Sejm gehenden Tufkor und an
den Eisenbahnen Moskau-K.-Charkow und Kiew-
K.-Woronesch, Sitz des Civilgouverneurs und des
Bischofs, hat (1893) 57 320 E., in Garnifon das
123. Infanterieregiment; 22 russ., 1 evang. Kirche,
2 Klöster, Ruinen eines Kreml, Denkmal des russ.
Dichters Bogdanow (1834 errichtet); Knaben-,
Mädchengymnasium, Realschule, geistliches und
Lehrerseminar, Feldschevschuls, Schule für Geodä-
ten ; 4 Zeitungen, 5 Buchhandlungen, 4 Banken, dar-
unter Filiale der Russischen Reichsbank; Gerbereien,
Lichtersabriken, Seifen- und Talgsiedereien, Tabat-
fabriken, Gemüse-, Obstbau und Handel. 29 km
nördlich von K. liegt die Korensche Einsiedelei
(russ. XorLuna^g. pust^), 1596 gegründet, jetzt
Kloster mit drei Kirchen und großem Jahrmarkt
(Umsatz 3-4 Mill. Rubel).
Kursorisch (lat.), fortlaufend; kursorische
Lektüre, die ununterbrochene Lektüre eines Schrift-
werkes, die durch Erklärung der Worte und Sachen
nicht aufgehalten wird, im Gegenfatz zur st ata-
risch cn oder stehenden Lektüre, die die Erläuterung
des Einzelnen zum Zweck hat. Die Ausdrücke stam-
men von Joh. Matth. Gesner.
Kursus (Kurs, lat. cur8U8, "Lauf"), Lehrgang,
ein zusammenhängender Unterricht in einer Wissen-
Artikel, die man unter K vcr
schaft oder in einem Abschnitte einer solchen (daher
1., 2. u. s. w. K.), oder auch die Gesamtheit des
Unterrichts, der in einer Unterrichtsanstalt in einer
gewissen Zeit zum Abschluß gebracht wird (mehrjäh-
riger K. einer Anstalt, akademischer K.), ferner die
Zeit, welche auf ein gewisses Einzelstudium ver-
wendet wird (z. B. halbjähriger, zweimonatiger
K.), und zuweilen auch die Schüler, welche vereinigt
sind, um ein bestimmtes Unterrichtsgebict gemein-
sam zu durchschreiten.
Kurswagen, s. Eisenbahnfahrpläne.
Kurswert, der wirkliche, "effektive" Wert von
Wechseln, Effekten u. s. w. ausgerechnet zum jewei-
ligen Kurs (s. d.) derselben. Der Gegensatz von K.
ist Nennwert oder Nominalwert (s. d.).
Kurszettel, s. Kurs (S. 835 d).
Kurtine (frz. courtine), Vorhang; auch derjenige
Teil eines Festungswalles, welcher zwei Bastionen
verbindet. Die K. wird oft durch ein vorliegendes
Werk (Ravelin) gedeckt. - über die Drahtkur-
tine in Theatern s. Eiserner Vorhang.
Kurtisan, Kurtisane, s. Courtyau.
Kurtka (Kutka), ehemals der mit Pelz besetzte
Waffenrock der poln. Lanzenreiter.
Kurtfolari, Infelgruppe, s. Echinaden.
Kürturnen (d. h. Wahlturnen), im Gegensatz zum
Niegenturnen, wobei Vorgeturntes nachzuturnen
ist, das Turnen nach freier Wahl.
Kurtz, Joh. Heinr., prot. Theolog, geb. 13. Dez.
1809 zu Montjme im Reg.-Vez. Aachen, studierte in
Halle und Bonn, wurde 1835 Religionslehrer am
Gymnasium zu Mitau, 1850 Professor an der Uni-
versität Dorpat. Er trat 1870 in den Ruhestand
und lebte seitdem in Marburg, wo er 26. April
1890 starb. Während sein weit angelegtes "Hand-
buch der allgemeinen Kirchengeschichte" (Abteil. 1,
3 Bde., Mitau 1853; 2. Aufl. 1858; Abteil. 2,
Bd. 1, 1856) nur bis zur karoling. Zeit vollendet
ist, behandelt das weitverbreitete "Lehrbuch der Kir-
chengeschichte" (ebd. 1849; 12. Aufl., Lpz. 1892) in
zwei Bauden das gefamte Gebiet der Kirchengc-
schichte; der "Abriß der Kirchengeschichte" (Mitau
1852; 13. Aufl., Lpz. 1892) soll dem Gymnasial-
uno Schulunterricht dienen. Für den gleichen Zweck
sind bestimmt das "Lehrbuch der Heiligen Geschichte"
(Königsb. 1843; 17. Aufl., Lpz. 1889), die "Christl.
Religionslehre" (Mitau 1844; 14. Aufl., LpZ. 1889),
die "Biblische Geschichte mit Erläuterungen" (Berl.
1847; 45. Aufl. 1892). Ferner sind zu nennen:
"Das mosaische Opfer" (Mitau 1842), "Bibel und
Astronomie" (ebd. 1842; 5. Aufl., Verl. 1865), "Zur
Theologie der Psalmen" (Dorpat 1865), "Erklärung
des Briefs an die Hebräer" (Mitau 1869) und be-
sonders die "Geschichte des Alten Bundes" (2 Bde.,
Verl. 1848-55; 3. Aufl., Bd. 1, 1864; 2. Aufl.,
Bd. 2,1858), der sich "Der alttestamentliche Opfer-
kultus" (Mitau 1862) anschloß.
Kuru, Name eines alten ind. Volks, welches in
älterer Zeit gewöhnlich zusammen mit den Pan-
tschäla genannt wird (daher häufig das ganze Volt
Kurupantfchala heißt) und im westl. Indien seine
(^itze hatte. Die Kurupantschala waren in alter
Zeit die Hauptträger der Kultur in Indien, und von
ihren Königen werden Parikshit und sein Sohn
Dschanamedschaja hoch gefeiert. In ihnen ist der
alte Stamm der Bharata aufgegangen. Im Epos
ist K. oder Kaurava häufig auch Name des Herr-
schergeschlechts, das in Hastinapura, dem heutigen
Dehli, der Hauptstadt der K., residierte. Die K.
mißt, sind unter C aufzusuchen.