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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kurvenmesser - Kurzbauer
geometr. Tarstellung von transcendenten Funktio-
nen: Fig. 1 die Sinuslinie, Fig. 2 die Tangenten-
kurve (f. Gomometrische Funktionen), Fig. 3 die Loga-
rithmische Linie (s. d.) nebst der Kettenlinie (s. d.);
Fig. 4-0 und Fig. 11 geben Beispiele von Roll-
kurven (s. d.), und zwar Fig. 4-6 Cykloiden (s. d.),
Fig. 11 die Kreisevolvente (s. d.); Fig. 7-10 zeigen
Spiralen (s. d.), Fig. 12 Traktorien (s. d.) und Fig. 13
Beispiele von ausgezeichneten Punkten (s. Singula-
ritäten). - Vgl. E. Schmidt, Handbuch zur Dis-
cussion von K. einfacher und doppelter Krümmung
(Hamb. 1882); Salmon, Analytische Geometrie der
höhern ebenen K. (deutsch von Fiedler, 2. Aufl.,
Lpz. 1882).
Kurveumesfer, ein zum Ausmessen der Länge
von Kurven bestimmtes Instrument, wird meist in
Form eines Meßrades hergestellt, mit dem man den
Krümmungen gebogener Linien auf einer Zeichnung
bequem folgen kann. Die Länge der Kurve ergiebt
sich dann aus der Anzahl der Umdrehungen des
Rädchens, die durch ein Zählwerk ersichtlich gemacht
wird. Für Karten dienende K. (auch Kartometer
genannt) haben u. a. Sprenger, Iakot und Roden-
stork konstruiert.
Kurvensupport, s. Drehbank (Bd. 5, S. 494d).
Kurvenziehfeder, s. Ziehfeder.
Kurverein, s. Kurfürsten. ^(s. d.).
Kurvimeter (lat.-grch.), soviel wie Kurvenmesser
Kurlvenal, in der Tristansage der Erzieher und
treue Begleiter Tristans.
Kurz, Heinr., Literarhistoriker, geb. 28. April
1805 zu Paris, studierte seit 1823 in Leipzig Theo-
logie, gab dies jedoch bald auf und ging 1827
nach Paris, wo er sich dem Studium der orient.
Sprachen, insbesondere des Chinesischen, widmete.
Die polit. Bewegung von 1830 führte ihn indes
nach Deutschland zurück, wo er erst zu München als
Privatdocent über chines. Sprache las und hierauf
die Zeitschrift "Bayerns Deputiertenkammer", dann
zu Augsburg das konstitutionelle Oppositionsblatt
"Die Zeit" redigierte. Seine Thätigkeit an diesem
Blatte zog ihm zweijährige Festungsstrafe zu. K.
benutzte feine Muße auf der Bergfeste Wülzburg
zur Übersetzung der chines. Dichtung "Das Blumen-
blatt" (St. Gallen 1836). 1834 gmg er nach der
Schweiz, wo er als Professor der deutschen Sprache
und Litteratur an der Kantonsschule zu St. Gallen
angestellt, aber 1839 als Protestant und Ausländer
entlassen wurde. Noch in demselben Jahre wurde
er als Professor an die Kantonsschule nach Aarau
berufen und daselbst 1846 auch zum Kantonsbiblio-
thekar ernannt. Er starb dort 24. Febr. 1873.
Durch die reichen Schätze der Aarauer Bibliothek
veranlaßt, wandte sich K. dem Studium der deut-
schen Litteraturgeschichte zu. Unter anderm gab er
Murners Gedicht "Vom großen luth. Narren" (Zür.
1848) und mit Weihenbach "Beiträge zur Geschichte
und Litteratur" (Bd. 1, Aarau 1846) heraus. Sein
Hauptwerk ist die "Geschichte der deutschen Littera-
tur" (Lpz. 1851 fg.; Bd. 1-3,7. Aufl. 1876; Bd. 4,
4. Aufl. 1881), die sich durch reiche biographische
Angaben auszeichnet und gutgewählte Proben
bietet. Auch die beiden Sammelwerke "Handbuch
der poet. Naüonallitteratur" (3 Bde., Zür. 1840
-43; 3. Aufl. 1857-59) und "Handbuch der deut-
schen Prosa" (2 Bde., ebd. 1845-46) gehören zu
den bessern Arbeiten dieser Art. In der von ihm
geleiteten "Deutschen Bibliothek" (10 Bde., Lpz.
1862 - 68) veröffentlichte K. wertvolle Werke des
16. und 17. Jahrh, mit gelehrtem Apparat; auch ver-
anstaltete er eine kritische Goethe-Ausgabe (9 Bde.,
Hildburgh. 1868-70).
Kurz, Herm., Litteraturforscher und Novellist,
geb. 30. Nov. 1813 zu Neutlingen, besuchte das
evang.-theol. Seminar zu Maulbronn, studierte
in Tübingen Theologie und war später einige Zeit
Pfarrgehilfe in Ehningen, widmete sich aber vor-
zugsweife fprachlichen und litterarhistor. Studien
und lebte an verschiedenen Orten Württembergs,
meist in Stuttgart, 1843-48 in Karlsruhe als Re-
dacteur einer illustrierten Zeitschrift. Nachdem er
das Faustbuch von G. Widman (Neutlingen 1834)
herausgegeben und sich durch feine "Gedichte"
(Etuttg. 1836) und "Dichtungen" (Pforzh. 1839)
einen geachteten Namen erworben hatte, war er
feit 1848 eine Reihe von Jahren Redacteur des
liberal-demokratischen Blattes "Der Beobachter"
in Stuttgart und wurde 1863 Nniversitätsbiblio-
thekar zu Tübingen, wo er 10. Okt. 1873 starb.
Am bekanntesten wurde K. durch die deinen
farbenreichen und fesselnden Romane "Schillers
Heimatsjahre" (2. Aufl., Stuttg. 1856-57) und
"Der Sonnenwirt" (2. Aufl., 3 Bde., Verl. 1862).
Ferner übersetzte er Ariosts "Nasenden Roland"
(1840), Cervantes, Chateaubriand, Shakespeare,
Byron, Mooren, a., schrieb "ZuShakespeares Leben
und Schaffen. Altes und Neues" (Münch. 1868)
und den Text zu Koncwkas "Falstaff und seine Ge-
sellen" (Straßb. 1872). Ein anziehendes Geschichts-
bild ist seine Schrift "Aus den Tagen der Schmach"
(Stuttg. 1871). In der deutschen Litteratur wid-
mete er seine Forschungen besonders Gottfried von
Etraßburg, dessen "Tristan" er übersetzte und mit
eigenem Schlüsse versah (Stuttg. 1844; 3. Aufl.
1877). Mit Paul Heyse gab er den "Deutschen
Novellenschatz", Bd. 1 - 21 (Münch. 1871-74)
und den "Novellenschatz des Auslandes", Bd. 1-13
(ebd. 1872 - 74) heraus. K.' "Gesammelte Werke"
hat P. Heyse (mit einer Biographie des Dichters,
10 Bde., Stuttg. 1874-75) veröffentlicht, seinen
Briefwechsel mit Eduard Mörike I. Bächtold (ebd.
1885). - Seine Tochter, Isolde K., Dichterin, geb.
21. Dez. 1853 in Stuttgart, lebt jetzt m Florenz;
sie veröffentlichte: "Gedichte" (Stuttg. 1889; 2. ver-
mehrte Aufl. 1891), "Florentiner Novellen" (ebd.
1890), "Phantasien und Märchen" (ebd. 1890).
Kurz, Iof. von, Schauspieler, geb. 1715 in
Wien, betrat daselbst 1737 zuerst die Bühne, war
lange Zeit Direktor des Leopoldstädter Theaters,
besuchte später mit einer Truppe die Reichslande,
begründete 1774 in Warschau ein Theater und
kehrte bald darauf nach Wien zurück, wo er 2. Febr.
1784 starb. K. schrieb für feine Bühne eine Anzahl
possenhafter Stücke (Bernardoniaden), in denen die
ständige komifche Figur des von ihm erfundenen
Vernardon (den Namen erhielt K. mit der Zeit
felbst) die Hauptrolle spielt, über seine "Bernardo-
niaden" vgl. Wiener Neudrucke, Nr. 2 ("Prinzessin
Pumphia", Wien 1883).
Kurzatmigkeit, s. Dyspnoe.
Kurzbauer, Eduard, Genremaler, geb. 2. März
1840 zu Wien, besuchte die dortige Akademie. Das
1867 ausgestellte Gemälde Die Märchenerzählerin
lenkte zuerst die Aufmerksamkeit auf ihn; 1868 be-
gab sich K. zu Piloty nach München, wo er bis zu
seinem Tode, 13. Jan. 1879, weilte. 1870 entstand
sein bedeutendstes Werk: Die ereilten Flüchtlinge
(im Hosmuseum zu Wien). Auch in seinen folgenden
Artikol. die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.