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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Larvenschwein - Lasaulx
teressante Entdeckung der Neuzeit ist die Fortpflan-
zungsfähigkeit gewisser L. lPädogenesis). Die-
selbe ist beobachtet bei gewissen Fliegen (^eciäom^a),
bei Blattläusen, beim mexik. Kolbemnolche (Axolotl)
und bei Rippenquallen (s. d.).
Larvenschwein, s. Maskenschwein.
Larventaucher (^.Ica 8. ^i-Htercula aretica.
I>eac/l), Mönch, Lund (s. Tafel: Schwimm-
vögel I, Fig. 4), ein zur Familie der Alke (s. d.) ge-
höriger, im Norden weit verbreiteter Seevogel, der
von plumpem Körperbau, mittlerer Größe und
schwarzer, grauer und weißer Färbung ist. Der
ausfallende rote Schnabel ist einer eigentümlichen
Mauser unterworfen und der Sommerschnabel ganz
anders gestaltet als der Winterschnabel. Es giebt
noch drei verwandte Arten.
Larvik, Stadt in Norwegen, s. Laurvik.
Laryngektömie (grch.), die teilweise oder voll-
ständige operative Entfernung des Kehlkopfes, z. B.
wegen bösartiger Neubildungen.
Laryngismus (grch.), der Stimmritzenkrampf,
s. Kehlkopf (S. 277 d).
LaryngMs (grch.), die Kehlkopfentzündung, der
Kehlkopfkatarrh, s. Kehlkopf (S. 277 a).
Laryngocele (grch.), Luftgeschwulst, lufthaltige
Cysten im Bereich des Kehlkopfes, angeboren oder
erworben, z. B. durch Verletzungen.
Laryngochirurgie (grch.), der Teil der Chirur-
gie, der von den Operationen im Kehlkopf handelt.
Laryngofissur (grch.-lat.), die operative Eröff-
nung des Kehlkopfes.
Laryngophthisis (grch.), die Kehlkopfschwind-
sucht, s. Kehlkopf (S. 277a).
Laryngoskop (grch.), der Kehlkopfspiegel (s. d.).
Laryngosköpie (grch.), die Untersuchung des
Kehlkopfinnern mittels des Kehlkopfspiegels (s. d.).
Laryngofpäsmus (grch.), der Stimmritzen-
krampf, s. Kehlkopf (S. 277 d).
Laryngostenofe (grch.), die Verengerung der
Kehlkopfhöhle durch krankhafte Neubildungen, krup-
pöse und diphtheritische Auflagerungen, Narben
u. dgl., und die hierdurch bedingte Atemnot.
Laryngotömie (grch.), der Kehlkopfschnitt, die
operative Eröffnung der Kehlkopfhöhle zur Entfer-
nung von Geschwülsten, Fremdkörpern u. dgl.
Laryngotracheltis (grch.), die Entzündung des
Kehlkopfes und der Luftröhre.
Laryngotracheotömie(grch.),Krikotracheo-
tomie, die operative Eröffnung der Luftwege ver-
mittelst Durchschneidens des Ringknorpels und der
beiden obersten Luftröhrenknorpel.
Larynx (grch.), der Kehlkopf (s. d.). l(s. d.).
Larynxödem (grch.), soviel wie Glottisödem
Larzac (spr. -sack), Causse de, s. Causses.
Las, Ebene in Velutschistan, s. Lus.
Lasa, von Heydebrand und der, Tassilo,
s. Heydebrand und der Lasa.
La Salette-Favallaux (spr.-lett fawalloh),
berühmter Wallfahrtsort im franz. Depart. Isöre,
Arrondissement Grenoble, rechts des Drac, mit
schöner Kirche (Notre-Dame de La Salette), auf
einem Alpenplateau in 1800 m Höhe. Hier foll am
19. Sept. 1846 die Jungfrau Maria zwei Hirten-
kindern erschienen sein und ihnen mannigfache über
Frankreich hereinbrechende Strafgerichte offenbart
haben. - Vgl. K. Geiger, L. S., eine Wunderstätte
des 19. Jahrh. (Barmen 1892).
La Salle (spr. ßall), Stadt im County L. S. im
nordamerik. Staate Illinois, nordöstlich von Pco-
ria, am Illinois-River und Illinois-Michigan-
kanal, hat ein großes Zinkschmelzwerk, Kohlenberg-
bau und (1890) 9855 E. Dicht daneben liegt Peru
mit 5550 E. und ähnlicher Industrie.
Läsäre (d. i. Lese r), pietistisch-orthodoxe Sektierer
in Schweden, die in ihren außerkirchlichen Zusam-
menkünften die Heilige Schrift und Luthers Werke
lafen. Ihre Trennung von der Staatskirche und
ihre Unduldsamkeit veranlaßte das Einschreiten der
Regierung. Seit 1843 trat ihr schwärmerischer Cha-
rakter hervor, als der Bauer Erik Ianssen sich für
einen Apostel erklärte, Störungen des öffentlichen
Gottesdienstes veranlaßte und alle Erbauungs-
schriften verbrannte. Er gründete die geistliche
Kolonie Bifhopshill in Nordamerika. Jetzt ist die
Bewegung erloschen. - Vgl. Die rufenden Stimmen
(aus dem Schwedischen, Lpz. 1843).
Lasaulx (spr. lassoh), Arnold von, Mineralog
und Geognost, geb. 14. Juni 1839 zu Castellaun
im Kreise Simmern, studierte nach zweijähriger
praktischer bergmännischer Thätigkeit in Bonn,
Berlin und Lüttich, habilitierte sich 1868 als Pri-
vatdocent der Mineralogie und Geologie an der
Universität Bonn, wurde 1875 als außerord. Pro-
fessor nach Breslau, 1880 als ordentlicher nach Kiel
und von da noch in demselben Jahre nach Bonn
berufen, wo er 25. Jan. 1886 starb. Wissenschaft-
liche Reisen führten ihn 1867 nach der Auvergne,
1872 nach dem Vicentinifchen, 1876 nach Irland
und Schottland, 1878 nach dem Ätna, zur Voll-
endung und Herausgabe des von Sartorius von
Waltershaufen fast zu Ende geführten großen Wer-
kes über den Ätna. Außer zahlreichen und wich-
tigen kleinern in fachwisfenfchaftlichen Zeitschriften
erschienenen Arbeiten veröffentlichte er: "Das Erd-
beben von Herzogenrath 22. Okt. 1873" (Bonn
1874), "Elemente der Petrographie" (ebd. 1875),
"Aus Irland, Reiseskizzen und Studien" (ebd. 1878),
"Sicilicn, ein geoar. Charakterbild" (ebd. 1879),
"Der Ätna" (bearbeitet nach dem Manuskript des
Freiherrn Wolfgang Sartorius von Waltershausen,
2 Bde., Lpz. 1880), "Einführung in die Gesteins-
lehre" (Bresl. 1886). Auch konstruierte er ein Seis-
mometer und gab gleichzeitig mit Bertrand eine
Methode an, das Mikroskop für die Untersuchung
im konvergenten polarisierten Licht einzurichten. -
Vgl. G. vom Rath, Worte der Erinnerung an Pro-
fessor Dr. A. von L.
Lasaulx (spr. lassoh), Ernst von, Altertumsfor-
scher, geb. 16. März 1805 zu Koblenz, studierte
1824-30 zu Bonn und München Philologie und
Philosophie, lebte dann längere Zeit in Wien, Rom,
Athen, Konstantinopcl und Jerusalem, wurde 1835
Professor der Philologie zu Würzburg und 1844
Professor der Philologie und Ästhetik in München.
Im Febr. 1847 wurde L. mit mehrern Kollegen
vom Ministerium Maurer-Zu Rhein seines Amtes
enthoben. Im März 1849 erhielt er seine Professur
zurück und wurde in die bayr. Abgeordnetenkammer
gewählt, in der er die Interessen des Katholicis-
mus vertrat. Er starb 10. Mai 1861 zu Mün-
chen. Zu L.' bedeutendsten Arbeiten gehören: "Der
Untergang des Hellenismus und die Einziehung
seiner Tempelgüter durch die christl. Kaiser" (Münch.
1854), "Die Philosophie der schönen Künste" (ebd.
1860), "über die theol. Grundlage aller philos. Sy-
steme" (ebd. 1856), "Neuer Versuch einer alten, aus
die Wahrheit der Thatsachen gegründeten Philo-
sophie der Geschichte" (ebd. 1856), "Des Sokrates