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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Légion d'honneur - Legitim
triarii (i)00), V6iit63 (1200), ursprünglich nach der !
Bewaffnung und dem Vermögen, später bei den!
ersten drei wesentlich nach dem Alter geschiedene i
Massen, außerdem in 30 Manipeln (s. d.), Com-
pagnien, und 60 Centurien. Sie wurde von sechs
im Befehl wechselnden Tribunen geführt; als Sub-
alternoffiziere dienten 60 Centurionen. Die Rei-
terei zerfiel in 10 von Decurionen befebligte wr-
was. In den Bürgerkriegen, von Beginn des
1. Jahrh., wurde die Kohorte (s. d.) statt des Ma- '
nipels als taktische Unterabteilung der L. geschaffen
und diese in 10 Kohorten geteilt. Damals erhielt
die L. öuch em einheitliches Feldzeichen, den silber-
nen, später gelegentlich auch goldenen Adler. Gleich-
zeitig oder schon älter sind andere Veränderungen:
die Keranziebung der ärmsten, nickt steuerzahlen-
den Bürger (capite censi) zum Legionsdienst, die !
Gleichstellung der Klassen, die gleiche Bewaffnung
der L. mit Wurfspieß (piwm), Scdwert, Helm,
Panzer, rechteckig konkavem ^ckild, endlick die Ver-
mehrung der L., wie der Legionsstärke auf 5000,
sogar auf 6200 Mann. Diese Resormen werden
gewöhnlich Marius zugeschrieben. Weitere Umge-
staltungen brachte die ausgehende Republik: zabl-
reicher wurden Nichtbürger, zunächst Italiker und
Kelten in die L. eingereiht, die Stärke wurde ver- !
mindert, die zur L. gehörige Bürgerreiterei ging ein. z
Die Kaiserzeit mit ihrem stehenden Heere von!
erst 25, später 33, seit Diocletian gegen 170 L.
beließ die alte Gliederung, gab aber derL. einen !
ständigen Oberst (1eFaw8, später pi-aet'ocw^, hob !
die Stärke wieder auf 5 - 6000 Mann und wies ^
der L. außer einem ständigen Reiterkorpc- und tech-
nischen Truppen eine den Legionaren beinahe
gleiche Zahl von Auriliar-(Hilfs-)truppen zu, so daß z
die L. insgesamt etwa 10 000 Mann besaß und
eine Art von Armeekorps darstellte. Außerdem
erhielten die L. Nummern und Beinamen nach dem
Aushebungsbezirt (Gallica, Macedonica u. s. w.>,
nach den Kaisern, die sie errichtet hatten (Flavia,
Ulpia u. s. w.), als Auszeichnung (Fidelis, Victrir,
Fulminatrix ^s. Donnerlegion^ u. s. w.). Dioeletian
trennte wieder schärfer Fußvolk und Reiterei. Unter
ihm ist, wie es scheint, auch die Legionsstärke
gemindert oder teilweise ein Legionsdetachement
von etwa 1000 Mann als L. bezeichnet worden. -
Die Schlachtordnung der L. (s. Fechtart, Bd. 6,
S. 614a, und Kampfformen) war ursprünglich die
Phalanx, seit den Samniterkriegen (4. Jahrh,
v. Chr.) ungefähr die gelöstere sog. Manipular-
stcllung (s. d.) in drei Tressen, seit dem 1. Jahrh.
dieKohortcnstellung(s.Kohorte).- Vgl.Scknci- !
der, L. und Phalanx (Berl. 1893). !
Im Mittelalter gebrauchten die lat. Chronisten '
das Wort L. im allgemeinen (^inne für Heerteil.
Ebenso ist die Benennung in Frankreich unter Lud-
wig XV. und unter Napoleon I. aufzufassen. Na-
poleon stiftete den Orden der Ehrenlegion (s. d.).
In den Kriegen des 19. Jahrh, kommen ebenfalls
gelegentlich L. vor, z.B. die Ungarische, die Wel-
fische L. - Über die Akademische Legion, die
Deutsche Legion und die franz. Fremden-
legion s. die betreffenden Artikel.
I.eK'ioii ä'konnsnr (spr. leschiöng donnöhr),
s. Ehrenlegion (Orden der). ^s. Fremdenlegion.
Legion str2.NFsrb<spr. leschiöng ctrangschähr),
I.SA10 IksIlNioa., s. Thebäiscke" Legion. ^
I.SAI8 aotiönos (lat.), feierliches den Vor-
schriften einer lex (Gesetz) entsprechende Handlungen,
durch welche vor einem höhern röm. Beamten,
namentlich dem Prätor, ein Rechtsgeschäft abge-
schlossen wurde, wie die Freilassung, gewisse Ver-
äußerungen (in ^uro 068810), oder der Civilprozeß
eingeleitet wurde.
Legislativ (neulat.), gesetzgebend.
Legislative (nenlat.) oder Gesetzgebende
Gewalt, nach der MontesquieuschenTheorie neben
der richterlichen und der Exekutivgewalt eine der drei
Staatsgewalten. In absoluten Monarchien ruht
dieselbe ausschließlich in der Hand des Monarchen,
in konstitutionellen beim Monarchen mit der Volks-
vertretung ; in Republiken wird sie ausschließlich von
der Volksvertretung ausgeübt. (S. Gesetzgebung.)
Als L. oder Gesetzgebende Versammlung bezeichnet
man in Frankreich besonders jene Volksvertretung,
die vom 1. Okt. 1791 bis zum 21. Sept. 1792 tagte
(s. Frankreich, Geschichte), sowie eine zweite, die
28. Mai 1849 zusammentrat und nach dem Staats-
streich Napoleons (2. Dez. 1851) dnrch ein Dekret
aufgelöst wurde (s. Frankreich, Geschichte).
Legislator (lat. s, Gesetzgeber Legislatorisch,
gesetzgeberisch, zur Gesetzgebung gehörig.
Legislatur (neulat.), Gesetzgebung (s. d.);
Legislaturperiode, der Zeitraum, für welchen
die Volksvertretung gewählt wird, z. V. beim Deut-
schen Reichstage sowie beim preuß. Landtage fünf
Jahre (seit 1888). Der österr. Reichsrat hat sechs-
jährige Legislaturperioden. Innerhalb derL. unter-
scheidet man die einzelnen Sitzungsperioden (Ses-
sionen) von der formellen Eröffnung bis zum for-
mellen Schluß (nicht Vertagung) der Beratungen.
Legismus (vom lat. lex, Gesetz), das Festhalten
am Buchstaben des Gesetzes.
Legisten (vom lat. lex, Gesetz), im Mittelalter
die des röm. Rechts kundigen Juristen (die voctoi-ßs
16I13 und 1>i'0t'6880i'68 16S18) im Gegensatz zu den
Kanonisten oder Dekretalisten (Dekretisten) den des
kanonischen Rechts Kundigen, weil das röm. Recht
als das Gesetz des Kaisers angesehen wurde, das
Dekret lveci-etnin HratiHui, s. d.) wie die Dekre-
talen als das des Papstes; Doktoren beider Rechte
waren im Anfang nur wenige Juristen.
Legitim und Legitimität. Legitim (lat., von
Isx, Gesetz) ist ein auf einem anerkannten Rechtstitel
beruhendes Recht; der Ausdruck findet vorzugsweise
Anwendung auf den Träger der Staatsgewalt,
um damit zu bezeichnen, daß er auf Grund der ver-
fassungsmäßigen Rechtsnormen, insbesondere in der
Erbmonarchie nach Maßgabe der Thronfolgeord-
nung , zur Regierung gelangt ist. Den Gegensatz
dazu bildet die Usurpation der Staatsgewalt. Die
Legitimität kommt in dreifacher Beziehung juristisch
in Betracht, in völkerrechtlicher, staatsrechtlicher und
privatfürstenrechtlicher, und nach diesen drei ver-
schiedenen Richtungen ist auch die Frage zu stellen,
inwieweit ein Usurpator legitimiert werden kann.
In völkerrechtlicher Hinsicht ist davon auszu-
gehen, daß die fremden Staaten nur das berechtigte
Oberhaupt einer Nation als Vertreter derselben zu
behandeln brauchen, nicht einen Usurpator; da aber
der internationale Verkehr unter den Kulturvölkern
nicht dauernd ohne große Schädigung unterbrochen
werden kann, so muß auch der Usurpator, wenn er
im festen Besitz der Macht ist, als Vertreter des
Staates anerkannt, der diplomat. Verkehr mit
ihm und den von ihm bestellten Gesandten u. s. w.
eröffnet werden. Mit dieser Anerkennung ist der
Mangel der Legitimität in völkerrechtlicher Hinsich!