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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Legitimationspapier - Legouvé
börde. die sie ausstellte, wenn bekannt wird, daß die
gesetzlicben Versagungsgründe bei der Erteilung
wobl vorbanden waren, aber nickt zur Kenntnis der
Bebörde kamen. Das Gleicke gilt für den Fall, daß
die dem Geschäftsbetriebe gezogenen Schranken von
dem Inbaber überschritten würden, z. B. wenn
nachträglich bekannt wird, daß der Inbaber nickt
Reisender des Antragstellers, sondern selbständiger
Gewerbetreibender ist. Die Zurücknahme muh dem
Betreffenden unter Angabe von Gründen sckriftlick
mitgeteilt werden. - Strasvorsckriftcn in der Ge-
werbeordnung 8- 148, Ziff. 5 u. 0; §. 149, Ziff. 1.
Legitimationspapier, eine Urkunde, welcke
zwar eincn bestimmten Gläubiger oder Empfangs-
berechtigten benennt, die aber der Aussteller oder
Abliefcrungspflichtige ohne Verpflichtung, die Legi-
timation zu prüfen, durch Leistung an seden ein-
lösen darf, welcher die Urkunde behnfs Empfang-
nahme der Leistung vorlegt, solche Befugnis steht
dem Aussteller oder Ablieferuugspflichtigen zu ent-
weder auf Grund eines Gesetzes (z. B. Gesetz über
das Postwesen des Deutschen Reichs vom 28. Okt.
1871, §. 49, bezüglich der Ablieferungsscheine und
Begleitbriefe) oder eines mit dem Empfangsberech-
tigten getroffenen Abkommens, das auch in der
Urkunde selbst seinen Ausdruck gefunden haben
kann, z. B. durch Vordruck reglementarischer Be-
stimmungen. Nach dem Bürgert. Gesetzbuch für
wachsen §. 1048 kann das dadurch geschehen, daß
in der Urkunde der Gläubiger genannt ist, aber die
Leistung jedem Inhaber zugesichert wird. Zur Klage
ist nur der genannte Gläubiger oder Empfangs-
berechtigte und derjenige legitimiert, welcher sich als
dessen Rechtsnachfolger, z. B. durch eine Cession,
ausweist, nicht der Inhaber des Papiers als solcher.
L. sind die von vielen Sparkassen oder Darlehns-
kassen, Banken und Bankhäusern ausgestellten
Bücher über Einlagen, Pfandscheine, Lebensversiche-
rungspolicen u. s. w.
Legitimationsschein, im Zollwesen die auf den
Namen lautende Bescheinigung, durch welcke sick
diejenigen, welcke im Grenzbczirk ls. d.) des deut-
schen Zollgebietes Waren transportieren, die nach
Maßgabe der von der obersten ^andesfinanzbebörde
getronenen Anordnungen einer Transportkontrolle
innerhalb des Grcnzbezirks unterliegen, sich darüber
ausweisen müssen, daß sie zum Transport der frag-
lickcn Waren in einer gewissen Frist und auf den
vorgeschriebenen Wegen befugt sind. Insofern dieser
Transportausweis (f.d.) von einer Zollbebörde aus-
gestellt wird, heißt er L.; wenn dagegen die Aus-
stellung infolge ausnahmsweise zollbehördlicher Er-
mächtigung durch Ortsbehörden oder durch dazu für
geeignet befundene Privatpersonen geschiebt, wird er
Versendungs schein genannt. Beim Eingänge
aus dem Auslande und in der Nicktung von der
Grenze nach derZollstelle bedarf es auf der Zollstraße
eines Transportausweises nickt. Von der Zollstelle
bis zur Vinnenlinic (s. d.) haben sich diese Trans-
porte durch die bei ersterer erhaltenen amtlicken Aus-
weise zu legitimieren. - Nach der Deutsckeu Gcwerbe-
orduung ß. 43 hat einen L. über die ihm ortspoli-
zeilich erteilte Erlaubnis mit sich zu fübren, wer
gewerbemäßig Druckschriften u. dgl. auf öffentlichen
Wegen verkaufen, verteilen oder anschlagen will.
Legitimieren (neulat.), beglauben/sür legitim
erklären (s. Legitimation); sich legitimieren, sich
über seine Person ausweisen, seine Berechtigung
zu etwas dartbun. . . ^. ,.,
! Legitimisten, im allgemeinen die unbedingten
Anbänger des Legitimitätsprincips (s. d.); in Frank-
reich wurden besonders die Anhänger der Dynastie
Bourbon so bezeichnet im Gegensatz zu den Orlea-
nisten, den Anbängern des Hauses Orleans. In
Spanien sind die L. Anbänger des Don Carlos
ls. Karlisten).
Legitimität, s. Legitim.
Legitimitätsprincip, der polit. Grundsatz,
keinen Usurpator oder Eroberer anzuerkennen, so-
lange der vertriebene legitime Herrscher oder dessen
zur Nachfolge berufenen Abkömmlinge leben und
nicht verzichtet baben. Das L. kann fowohl für das
Staatsinnere, wie für den internationalen Verkehr
aufgestellt werden. Dem positiven ^taatsrecht ge-
! hört es nicht an. Auch die Staatsakte des nicht
rechtmäßigen Herschers sind giltig. (S. Legitim.)-
Vgl. F. Vrockbaus, Das L. (Lpz. 1808).
Legnago (spr. lennja-), Hauptort des Distrikts
L. (42030 E.) in der ital. Provinz Verona und
Festung, an der Etsch und an den Linien Verona-
Rovigo-lChioggia) und Mantua-Padua, hat (1881)
3514, als Gemeiude 14358 E.; Haudel mit Reis,
Haus, Seide und den andern Produkten der frucht-
baren Umgebung. Ein schiffbarer Kanal, der von
L. nach Ostiglia führt, stellt die Verbindung zum
Po ber. L. wird schon zur langobard. Zeit genannt,
wurde 1494 durch die Venetianer befestigt und
13. Sept. 1796 von den Franzofen erobert. Unter
österr. Herrschaft wurde L. wiederum zu einer starken
Festung gemacht, welche den südöstl. Punkt des
lombard.-venet. Festuugsvierecks bildet.
Legnano ispr. lennjä-), Stadt im Kreis-Galla-
rate der ital. Provinz Mailand, an der Eisenbahn
Arona-Mailand und Trambahn Mailand-Gallarate,
bat (1881) 5622, als Gemeinde 7883 E., in der Haupt-
! kircbe eins der schönsten Altarbilder von Bernardo
Luiui; eine Scideufabrik und Rotfärberei. Hier
siegte 29. Mai 1176 der Lombardische Städtebund
^ über Friedrich Barbarossa.
Legöa, älteres portug. Wegmaß von 3 Niln^z
^ ^ 6196,95l, m.
Legouve i spr. -guweh), Ernest Wilfrid, franz.
Dramatiker, geb. 15. Febr. 1807 zu Paris, ver-
dankt seineil littcrar. Ruf hauptfächlich einer An-
zahl dramat. Werke, die ihm 1855 den Eintritt in
die Französische Akademie verschafften. Namentlich
fanden "^(Iri6un6l^0c0nvi'6ui'" (1849), "1^68 cont68
(16 1a I-61N6 ä6 Xavai-I-L" (1850), "Lataili6 äs
äam63" (1851), "1^68 (Is)i^t8 äs l66" (1858), vier
mit Scribe gemeinschaftlich verfaßte Stücke, auf
dem ^ii^ätro fi'an^!N8 großen Beifall. Sie find
auch in Teutfchland häufig aufgeführt worden.
Ferner sind zu erwähnen "(^lEri^ro", eine fünf-
aktige Tragödie (1845), "^l6ä<^6)>, ein dreiaktiges
Trauerspiel (1854), worin die Tragödin Ristori
glänzte, "LkÄtrix", Lustspiel (1860), "1^68 äeux
i'6ii^63 äo^i^ncc;)', Drama (1865, längere Zeit von
der Censur verboten), mehrere Einakter u.s.w. Auch
veröffentlichte er: "Näitii ä6 ^ai86n", ein Roman
! (1840 u. ö.), "äigtoilO IN01'H^6 d68 l6inin68)> (1848
u. ö.), ttl^l^ t'6inm6 6N 5>Hiic:6 an XIX^ 816(^16))
(1864), "^6KN 1l6VI13.ua)> (1864), "1^68 pöl-63 6t 168
6nlaM3 an XIX^ 81^16" (2 Bde., 1867-69), "(^011.
k61'61ic68 1>ai'i3i6NN68)) (1872), <c?6tit tl-9.it6 ä6
I6ctui'6 ^ IicTnts V01XV (1878), "I/art (16 1a lecturs"
(1877 >, "8<"ixant6 HN8 (16 80UV6N1I'8. ^13^6UN6886"
(2 Bde., Par. 1886-87; neue Aufl., 4 Bde., 1888),
. "I^ui-z; ä'invei', si-uit5 ä'Iiiver; 1n8t0ii-6 cie m"