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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Legrand du Saulle – Leguminosen

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Legouve'

maison»" (1890), «Un élève de seize ans» (1890), «Épis et bleuets»" (1893).

Legrand du Saulle (spr. -grang dü ßoll), Henri, Irrenarzt, geb. 16. April 1830 zu Dijon, studierte daselbst und wirkte sodann als Arzt in den Irrenanstalten von Dijon, Quatremares bei Rouen und Charenton. 1862 wurde er zum Arzt am Hospice Bicêtre, später an der Salpêtrière sowie an der Special-Infirmerie der Geisteskranken auf der Polizeipräfektur zu Paris ernannt, wo er 6. Mai 1866 starb. Die Psychiatrie und die gerichtliche Psychopathologie verdanken ihm zahlreiche scharfsinnige Beobachtungen. Seine Hauptwerke sind: «La folie devant les tribunaux» (Par. 1864), «Pronostic et traitement d'épilepsie» (ebd. 1869; 2. Aufl. 1873), «La folie héréditaire» (ebd. 1873; deutsch von Stark, Stuttg. 1874), «Le délire des persécutions» (Par. 1871), «Traité de médecine légale et de jurisprudence médicale» (ebd. 1873; 2. Aufl. 1885), «La folie du doute avec délire du toucher»" (ebd. 1875).

Le Grand-Quevilly (spr. -grang kĕwĭjih), franz. Ort, s. Petit-Quevilly.

Lègre (spr. lägr), Flüssigkeitsmaß, s. Legger.

Legrenzi, Giovanni, ital. Komponist, geb. um 1625 zu Clusone bei Bergamo, lebte meist in Venedig, wo er 1685 erster Kapellmeister an der St. Markuskirche wurde und 26. Mai 1690 starb. L. war das Haupt der neuvenet. Tonschule, bildete tüchtige Schüler, komponierte 17 bedeutende Opern, von denen «Il divisione del mondo» die berühmteste war, vermehrte und verbesserte das Orchester der Markuskirche, schrieb viel Kammer- und Kirchentrios, die Corelli später weiter bildete, bereicherte die Instrumentation auch in der Oper und komponierte eine große Anzahl vollstimmiger Motetten und Psalmen. Zu den Deutschen, auf die L. einwirkte, gehört auch Joh. Sebastian Bach.

Legris de Latude (spr. -grih dĕ latühd), Claire Josephe Hippolyte, franz. Schauspielerin, s. Clairon.

Legros (spr. -groh), Alphonse, Maler und Radierer, geb. 8. Mai 1837 zu Dijon, war Schüler von Cambon und Lecoq de Boisbaudran, bereiste Spanien und ließ sich 1866 in London nieder, wo er als kräftiger Kolorist großen Einfluß gewann. L. ist hauptsächlich Genre- und Bildnismaler. Zu seinen besten Gemälden gehören: Steinigung des Stephanus (Museum in Avranches), Die Ehrenerklärung (1868; im Luxembourg zu Paris), Pilgerfahrt (Galerie in Liverpool), Ein span. Kloster, Einsegnung des Meers (1873). Von seinen Radierungen sind hervorzuheben: Der Mönch mit der Fackel, Tod des heil. Franciscus, Porträt von Thomas Carlyle, Die Pestkranken u.a.

Legros (spr. -groh), Pierre, Bildhauer, geb. 1656 zu Paris, erhielt, 20 J. alt, mit einem Relief (Noah, der in die Arche zieht) den Rompreis. In Rom lieferte er als Preisträger nach einem Wettbewerb das silberne Standbild des heil. Ignatius von Loyola für den Ignatiusaltar der Jesukirche und das große allegorische Relief: Die Religion schmettert die Ketzerei in den Abgrund. Dann schuf er das unter dem Namen der Verklärung Ludwigs von Gonzaga berühmte Flachrelief im röm. Kolleg. Es folgte die Figur des heil. Stanislaus von Kostka auf dem Sterbebette, wobei Körper, Gewand und Bett von verschiedenfarbigem Marmor hergestellt sind. Später ging er nach Paris zurück, wo er bei der Verzierung des Hôtel Crozat und der Gärten in ↔ den Tuilerien und von Versailles thätig war. Dann lebte er wieder in Rom, wo er 1719 starb. Als die bessern seiner Werke gelten: ein Flachrelief aus der Geschichte des Tobias in Monte di Pietà, das Standbild des Kardinals Casanata in Sta. Maria sopra Minerva und sein Grabmal in San Giovanni in Laterano, das Mausoleum von Pius IV. in Sta. Maria Maggiore, der heil. Dominikus in St. Peter, sämtlich in Rom, und das Marmorstandbild der heil. Therese in der Karmeliterkirche zu Turin.

Legŭa, älteres span. und span.-amerik. Wegmaß, nämlich in Spanien:

  • 1) die L. maritima oder Seelegua, auch L. legal oder gesetzliche L. genannt, von 3 Millas maritimas (Seemeilen) 5 5/9 km;
  • 2) die L. nueva oder L. real, neue oder königliche L. = 6687,24 m;
  • 3) die L. geografica, geographische L. = 6349,21 m. –

Ferner ist die L. im argentin. Staate Buenos-Aires = 5196 m, in Mexiko = 4190 m, in Paraguay = 4192,8 m und in Uruguay = 5154 m.

Leguāne, Kammeidechsen (Iguanidae), eine äußerst artenreiche Familie (55 Gattungen mit 235 Arten) der dickzüngigen Eidechsen (Crassilinguia), ausschließlich in der Neuen Welt; sie unterscheiden sich von den Agamen (s. d.) nur dadurch, daß ihre Zähne den Innenseiten der Kiefern angewachsen sind. Die kräftigen Beine tragen vorn und hinten 5, teilweise sehr lange und meist freie Zehen, der Schwanz übertrifft an Länge fast stets den Körper. Es giebt Baumleguane (Dendrobatae) und Erdleguane (Humivagae); letztere bewohnen oft öde und dürre Gegenden. Eine Art lebt in der Nähe des Meers; die Nahrung ist bald vegetabilisch, bald animalisch. Die L. sind zum Teil sehr große, gewandte und im Falle eines Angriffs tapfere und bissige Tiere. Einige Arten werden eifrigst gejagt wegen ihres zarten, wohlschmeckenden Fleisches. Am bekanntesten in dieser Hinsicht ist der gemeine oder eßbare Leguan (Iguana delicatissima Laur.) Mittelamerikas, der über 1,5 m lang wird, wovon 1 m auf den Schwanz kommt.

Legūmen (lat.), s. Hülse.

Legumīn, ein zu den Eiweiß- oder Proteïnstoffen gehörender Körper, der sich namentlich in den Samen der Leguminosen (s. d.) findet; er ist in schwach alkalischem Wasser löslich; seine Lösung gerinnt nicht beim Kochen, wird aber auf Zusatz von Säure gefällt. L. verhält sich fast genau wie Caseïn (s. d.).

Leguminōse, Leguminosenmehl, ein von Hartenstein hergestelltes Nährpräparat, welches aus fein gemahlenem Hülsenfruchtmehl (Linsen-, Erbsen-, Bohnenmehl) und reinem Weizen- oder Roggenmehl besteht und in vier Mischungen in den Handel gelangt. Mit kaltem Wasser angerührt und eine halbe Stunde gekocht, giebt die L. eine nahrhafte, leicht verdauliche Suppe, die von Kranken und Rekonvalescenten sehr gut vertragen und auch bei Säuglingen als Ersatz der Muttermilch mit Vorteil verwendet wird. Der Geschmack der Leguminosensuppen kann durch Zusatz von Fleischextrakt, Bratenjus oder konzentrierter Fleischbrühe verbessert werden.

Durch Zusatz von Fleischpulver entsteht die Fleischleguminose, durch Zusatz von Malzpräparaten die Maltoleguminose, die zur Ernährung blutarmer Kranker sowie der Kinder empfohlen wird.

Leguminōsen, Ordnung aus der Gruppe der Dikotyledonen-Abteilung der Choripetalen, enthält nur die gleichnamige Familie der L. Dieselbe um-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 29.