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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Lemming; Lemna; Lemnaceen; Lemniskate; Lemniskoidenlenker; Lemnius; Lemnos

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Lemming – Lemnos

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Lemme'

gen Geist» (ebd. 1883), «Die Macht des Gebets» (Barm. 1887), «Der Erfolg der Predigt" (Lpz. 1888), «Die Principien der Ritschlschen Theologie und ihr Wert» (Bonn 1891), «Grundlage, Ziel und Eigentümlichkeit des theol. Studiums» (Heidelb. 1891), «Der Wert des Gebets» (ebd. 1892), «Das Recht des apostol. Glaubensbekenntnisses und seine Gegner» (ebd. 1893). Seit 1892 giebt L. die «Neuen Jahrbücher für deutsche Theologie» (Bonn) heraus.

Lemming (Myodes), kleine nordische Wühlmäuse mit dickem, breitem Körper und ganz kurzem Schwanze, versteckten Ohren, behaarten Fußsohlen, graben Röhren und ernähren sich von Wurzelwerk, Flechten u.s.w. Die am besten gekannte, in Finmarken und Lappland heimische Art (Myodes lemmus Pallas, s. Tafel: Nagetiere III, Fig. 4) wird 15 cm lang und ist auf gelbem, unten weißem Grunde braun und schwarz gefleckt, einem kleinen Hamster ähnlich. Die L. vermehren sich massenhaft und wandern zuweilen in Jahren, die ihre Vermehrung begünstigen, in Scharen aus, wobei Raubtiere aller Art sie verfolgen. Einige andere, weniger bekannte Arten leben an den Küsten des Eismeers in Sibirien und Nordamerika und in den nordasiat. Gebirgen.

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Lemna L., Pflanzengattung aus der nach ihr benannten kleinen Familie der Lemnaceen (s. Araceen) mit sieben Arten, sämtlich Wasserpflanzen, sowohl in den gemäßigten Zonen als auch in den Tropen weit verbreitet, aber nur im Süßwasser. Es sind kleine monöcische Pflänzchen von eigentümlichem Habitus, die eine deutliche Unterscheidung von Blatt und Stamm bei oberflächlicher Betrachtung nicht wahrnehmen lassen; die ganze Pflanze stellt einen linsenförmigen grünen Körper dar, der auf dem Wasser schwimmt und einige Würzelchen an seiner Unterseite trägt, oder sie lebt im Wasser untergetaucht und ist dann von lanzettlicher Form mit zwei seitlichen Verzweigungen. Die Arten der Gattung L. kommen immer gesellig vor und überziehen oft große Wasserflächen mit einer gleichmäßig grünen Decke; sie führen im Volke den Namen Wasserlinsen, Teichlinsen, Meerlinsen, Entengrütze, Entengrün. Die in Deutschland am häufigsten vorkommenden Arten sind die an der Oberfläche schwimmenden linsenförmigen L. polyrrhiza L., L. minor L. (s. vorstehende Fig. 1, a Rasen in natürlicher Größe, b blühendes Pflänzchen vergrößert, c Blüte stark vergrößert) und die untergetaucht lebende lanzettförmige L. trisulea L. (s. nachstehende Fig. 2, ↔ a Rasen in

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natürlicher Größe, b blühendes Pflänzchen vergrößert, c Blüte stark vergrößert). Zur Blüte kommen die Wasserlinsen selten, die Vermehrung erfolgt fast ausschließlich durch Verzweigung. Die rudimentär entwickelten Blütchen stehen am Rande der Pflänzchen und besitzen keine Blütenhülle. Die männlichen Blüten haben ein oder zwei Staubfäden, die weiblichen einen einfächerigen Fruchtknoten, auf dem ein trichterförmiger Griffel sitzt. Beide Arten von Blüten sind zu einem wenigblütigen, kolbenartigen Blütenstand vereinigt. Die Meerlinsen bewahren das Wasser vor Fäulnis, dienen vielen Wasservögeln und Fischen zur Nahrung und eignen sich auch für Aquarien.

Lemnacēen, s. Araceen.

Lemniskāte (neulat.), s. Cassinische Linie.

Lemniskoīdenlenker, s. Geradführung (Bd. 7, S. 836a).

Lemnĭus, Simon, eigentlich Margadant, berüchtigt als unflätiger lat. Satiriker, geb. zu Anfang des 16. Jahrh, im Münsterthal zu Graubünden, ging 1533 auf die Universität Wittenberg, wo er sich besonders an Melanchthon anschloß. In seinen zwei Büchern «Epigramme» (Wittenb. 1538), die L. unvorsichtig dem Erzbischof Albrecht von Mainz gewidmet hatte, glaubte der erzürnte Luther Lästerungen gegen den Kurfürsten und die Reformation zu finden und veranlaßte des Dichters Relegation. L. rächte sich durch ein schlimmes drittes Buch der «Epigramme» (1538) und namentlich durch die infame «Monachopornomachia», in der er «die Greuel des wollüstigen Wittenberg» aufdecken wollte und Luthers Ehe in den Schmutz zog; fast gleichzeitig besudelte der gesinnungslose Mann Luthers Gegner in den «Threni» (1538). 1540 wurde L. an dem Gymnasium zu Chur in Graubünden als Lehrer angestellt, wo er 24. Nov. 1550 starb. Hier gelang ihm sein erträglichstes Werk, die «Räteis», das den Schweizerkrieg von 1499 feiert (neue Ausgabe von Plattner, Chur 1874; deutsch ebd. 1882). – Vgl. Strobel, Neue Beiträge zur Litteratur. III, 1 (Nürnb. 1792); Lessings Briefe (1753), Nr. 1–8; Holstein in der «Zeitschrift für deutsche Philologie», Bd. 20 (Halle 1887); Die Schutzschrift des Dichters Simon L. gegen das gewaltsame Verfahren der Wittenberger Akademie wider ihn 1538, zum erstenmal vollständig hg. von C. von Höfler (Prag 1892).

Lemnos, jetzt Limnos oder Limni, ital. Stalimene, türk. Insel, die bedeutendste des nördl. Ägäischen Meers, zwischen dem Athos (56 km) und der

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 79.