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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Logau - Logement
tiplizicrt man den L. der erstcrn mit dem Erponen-
ten der Potenz, die erhaltene Zabl ist der L. der
Potenz; soll ans einer Zahl eine Wurzel gezogen
werden, so dividiert man den L. jener Zahl durch
den Wurzelexponenten, der erhaltene Quotient ist
der L. der Wurzel; am Schlüsse sucht man in allen
Fällen in den Tafeln die dem erhaltenen L. ent-
sprechende Zahl auf, welche die gesuchte ist. Z. B.
gesucht ist das Produkt ? -^ 0131 - 4,321 - 0,03181.
Tann ist die Rechnung folgende:
10F6131 --3,787531
103 4,321 ^ 0,635584
lOS 0,03481 ^ 0,541704 - 2
10F? ^ 2,964819.
Die Zahl zu diesem L. ist 922,19, welches die ge-
suchte Zahl darstellt. Es ist dabei darauf zu achten,
daß die Rechnung mit nicht mehr Tecimalstellen ge-
führt wird, als die Natnr der Aufgabe verlangt.
Der Gebrauch von siebenstelligen L. ist fast niemals
erforderlich; fünf oder sechs Stellen reichen meist
völlig ans, oft sogar vier.
Logarithmcnsysteme mit verschiedener Grundzahl
unterscheiden sich nur durch einen konstanten Faktor,
den sog. Modul. Die Lehre von den Erponential-
funttionen (s. d.) führt zu den natürlichen L.,
deren Modul gleich 1 ist. Für diese gilt die Reihe:
- lOF Ukt. (1>X)^X -^ ^ -------,
die indes bei der wirklichen Berechnung der L.
mannigfachen Umformungen nnterworfen wird.
Erfinder der L. und zwar der natürlichen, ist der
schott. Lord Job. Napier, Baron von Merchiston,
der 1lN4 in Edinburgh logarithmische Tafeln (von
ibm Kanon der L. genannt) herausgab. Uni die-
selbe Zeit und ohne von ihm zu wissen, hat anch
Instus Byrgius in Deutschland eine Art von loga-
ritbmischen Tafeln aufgestellt ("Arithmet. und geo-
mctr. Progreß-Tabulen", Prag 1620). Briggius gab
1618 eine Probe seines logarithmischen Systems
mit der Grnndzahl 10 heraus. Außerdem haben sich
besonders Ursinus und Kepler sowie später Vlacq,
Sharp, Gardiner n. a. durch Verechnnng von Loga-
rithmentafeln verdient gemacht; die vollständigsten
sind auf Anordnung der republikanischen Regierung
Frankreichs unter Leitung von Prony herausgegeben
worden. Unter den zahlreichen Ausgaben logarith-
mischer Tafeln seien genannt: si e bcnst ellige: Vega
(74. Aufl., Verl. 1892), Schron (21. Aufl., Vraunschw.
1891); sechsstellige: Bremiker (11. Aufl., Verl.
1890); fünfstellige: Wittstein(14.Aufl.,Hannov.
1890); Bremiker (6. Aufl., Verl. 1892), Schlömilch
(11. Aufl., Vraunschw. 1892), F. Gauß (35. Aufl.,
Halle 1891); vierstellige: Wittstein (2. Aufl.,
Hannov. 1887), Sickenberger (2. Aufl., Münch.
1891). - Vgl. Kleyer, Lehrbuch der L. (Stuttg.
1884); Stadthagen, Über die Genauigkeit logarith-
mischcr Berechnungen (Berl. 1888).
Logau, Friedr., Freiherr von, Epigrammendich -
tcr, geb. im Juni 1604 zu Vrockut in Schlesien, war
Kanzlei-, später Regierungsrat des Herzogs Lud-
wig IV. von Brieg und seit 1648 Mitglied der Frucht-
bringenden Gesellschaft, bei der er wegen seiner
satir. Gedichte den Namen der Verkleinernde
führte. Er starb 24. Juli 1655 zu Licgnitz. ^eine
Epigramme, unter dem Namen Salomon von
Golaw herausgegeben: "Zweyhundert teutscher
Rcimsprüche" (Bresl. 1638) und "Teutscher Sinn-
gedichte dreitausend" (ebd. 1654), wurden von den
Zeitgenossen wenig beachtet und fanden die ver-
diente Anerkennung eigentlich erst infolge der von
Lessing und Ramler 1759 veranstalteten Auswahl.
Sie zeichnen sich, wenn auch manche sich mehr der
Spruckdichtung nähern, durch knappe Fassung, tref-
fende Bildersprache und geschickte Pointierung aus
und spiegeln die männliche, vornehme und vor-
urteilslose Natur L.s, seine tiefe Frömmigkeit und
seinen kräftigen Patriotismus ebenso trefflich wider^
wie die schwere Not der Zeit, das Elend des großen
Krieges, die Modenarrheiten und Sittenverderbnis,
die den ernsten Mann zum Satiriker machten.
Neuere Ausgabe von G. Eitncr in der "Bibliothek
des Stuttgarter Litterarischen Vereins" (Stuttg.
1872); von demselben Auswahl in den "Deutschen
Dicktern des 17. Jahrh.", Bd. 3 (Lpz. 1870). - Vgl.
Denker, Ein Beitrag zur litterar. Würdigung F.s-
von L. (Hildesh. 1889).
Logbrett, s. Log.
Logbuch, ein gesetzlich vorgeschriebenes Tage-
buck sür Schiffe. Es wird unter Verantwortung,
des Kommandanten von den wachhabenden Offi-
zieren auf^den Kriegsfchiffcn, von den Steuerleuten
und dem Schiffer auf Handelsschiffen geführt. In
das L. wird znnächst stündlich oder vierstündlich
(wachweise) alles auf die Seefahrt Bezughabende
eingetragen und zwar: der gesteuerte Kurs, die
durch das Log (s. d.) bestimmte Schiffsgeschwindig-
keit, woher das Buch auch seinen Namen hat, d)e
Abtrift (s. d.), die ^egelführung, Windrichtung und
Stärke, Witterung, Bewölkung, Barometer- und
Thermometerstand, alle Peilungen, ferner alle
besondern Ereignisse während der Wache, die statt-
gefundenen Exercitien und Arbeiten, besondern Wit-
tcrungsvorgänge, das In- und Aussichtkommen
von Land und Landmarken, die Signale des Flagg-
schiffs, wenn das Schiff sich in einem Geschwader-
befindet; das Anstecken der Positionslaternen (s. d.)^
Abgeben von Nebclsignalen, die Manöver mit der
Maschine. Mittags 12 Uhr wird das Besteck (s. d.)
eingetragen sowie die l^tromversetzung. Ebenso
werden im Hafen die Ankerverhältnisse, Wassertiese,
Ebbe und Flutstrom, die Salute und alles auf das
Seeccremoniell Vezughabende notiert. - Vgl. In-
struktion für den Kommandanten eines von Sr. Maj.
Sckiffen lBerl. 1877, Nachtrag 1880-83).
Loge (frz., spr. lohsch^), Bezeichnung für die
nach vorn ofscnen, mit einer Brüstung versehenen
Sitzräume im Theater, die in zwei bis vier Reihen
übereinander, im Halbkreise, der Bühne gegenüber,
sich dinziehen, dann auch sür andere vorzüglich
zum Ausschauen bestimmte kleine Gemächer, z. B.
die Portierloge u. dgl. - Mit L. pflegt man auch
die Versammlungsorte der Freimaurer (s. Frei-
maurerei) zu bezeichnen. (S. auch Loggia.)
Loge, nordische Gottheit, s. Loki.
Loge, Flecken bei Freudenberg (s. d., 3).
Logel, eine nach unten etwas spitz zulaufende
Weinbutte mit ovalem Boden; sie enthält 451, ent-
spricht also dem schweiz. Lägel (s. d.).
Logelbach, s. Fecht.
Logement (frz., spr. losch'mang), Wohnung.
Im Fcstungskrieg ist L., auch Verbauung, Ein-
bauung genannt, eine aus Erde hergestellte, für
Mannschaften oder anch Geschütze bestimmte kleinere
Tccknng im Vorgelände derFestnng oder in eroberten
Werken. Hierher gehören das Minenlogement,
auch Minen graben genannt, ein nahe vor der
dritten Parallele angelegter und mit dieser dnrch