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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Mailänder Gold - Maimonides
und wurde Hauptstadt des Lombardisck-Venetiani-
schen Königreichs und Sitz des Vieekönigs. Die
Unruhen 1848 begannen zu M. mit blutigen Rau-
fereien zwischen Militär und Civil, worauf 22. Febr.
das Standrecht verkündigt wurde; IN. März brach
der offene Aufstand aus. Der Befehlshaber der
Truppen, Graf Nadetzty, mußte nach dem blutigen
Barrikadenkämpfe 23. März abziehen, worauf die
Piemontesen die Stadt besetzten. Aber schon l;. Aug.
1848 mußte M., von den Picmontesen infolge des
Waffenstillstandes von Salasco verlassen, an Na-
detzky kapitulieren. Neue Unruhen im März 1849 wie
auck der Aufstand vom 6. Febr. 1853 wurden unter-
drückt. Am 5. Juni 1859 räumten die Österreicher in-
folge der Schlacht von Magenta M. und überließen
es im Frieden zu Villafranca (12. Juli) an Napo-
leon III., der es dann mit der übrigen Lombardei
an Piemont abtrat.
Litteratur. Eusani, 8tm-m äi Niltwo (Mail.
1860); Brambilla, ^wi-i". äi ^liwno (ebd. 1861);
G. de Eastro, ^lilano o 1a 1i6i>uI>Iil ll. ci8^1i)inu. (ebd.
1880); Bonfadini, ^lilinw nei 8iioi inoinonti "torici
(3 Bde., ebd. 1883-80); Easati, Xnovo i ivolci/ioni
8ni latti äi Nilano nßl 1847-48 (ebd. 1885); Bon-
^dttll, 1^6 OliFiui <Il)1 Q0INUN8 (1i Uiwno (ebd.
1890); Scbwarz, M.s Lage und Bedeutung als Han-
delsstadt (Köln 1890); L. Beltrami, 1iomini8e6nx6
äi ßtorig, 6 d'arts n^ii^ cittu <U Ni1lrn0 (3 Tle.,
Hitail. 1891-92); G. de Castro, ^lilano 616 coZpii-N-
xioui lomdaiätt 1814 - 20 (ebd. 1891-92); No-
mussi, >lilans> U6' 8N01 nioiuiin6iNi (Tl.1,2.Aufl., ebd.
1893); Beltrami, 11 c^wUo (U Nil^no (ebd. 1894).
Mailänder Gold, platter, auf einer Seite ver-
goldeter Silberdrabt, früber zu Stickereien benutzt.
Mailänder Kohl, s Wirsing.
Mailändifche Rose, s. Pcllagra.
Mailapur, Ort bei Madras (j. d.).
Mailath, Job., Graf, f. Majlätb.
KIa.i1-ooa.ok (engl., fpr. mehl kohtsch), s. ^lail.
Mailehen, s. Maisest.
Maililie, s. ^ouvlUWi-ia.
Mailing, Fisch, s. bische.
Maillart (spr. majabr), Loilis Anne, franz. Kom-
ponist, geb. 24. März 1817 in Montpellier, war
Schüler des Pariser Konservatoriums und bekam
1841 den Nömerpreis. Er starb 26. Mai 1871 in
Moulins (Allier). M. schrieb sechs Opern, von denen
"1^68 äia^on8 äs Vilwr8" (1856; deutsch u. d. T.
"Das Glöckcken des Eremiten") großen Erfolg batte
und auch im Auslande allgemein beliebt geworden ist.
Maillechort (frz., fpr. mäj'sckobr)/Nensilder.
Maillinger,Iosepd Marimilian Fridolin, Ritter
von, bayr. General und Kriegsminister, geb. 4. Okt.
1820 zu Passau, trat 1839 in das 8. bayr. Infau-
terieregimcnt, wurde 1.^40 Offizier, 1844 zum topogr.
Bureau kommandiert und von 1848 ab in vcrfchie-
dencn Adjutautenstelluugen verwendet. M. wurde
1859 in den Generalquartiermeistcrstab versetzt,
1861 Major, 1863 erster Adjutant des Kriegs-
ministers und 1863 - 66 als Landtagstommissar
verwendet. Nachdem er 1866 Oberst geworden war,
trat er an die Spitze des Generalsekretariats und
übernabm im August den Befelü über das 9. In-
fanterieregiment Wrede. 1869 wurde M. General-
major und Truppenkommandant in der Pfalz, führte
die ^. Infantcriebrigade im Deutscb-Französischen
Kriege von 1870 und 1.^71 mit Auszeichnung bei
Weißenburg, Wo'rtd, Sedan, vor Paris, bei Petit
Bicetre, Cbatillon, Bagneur und l'Haye. Als Ge-
nerallieutenant und Commandeur der 2. Armee-
division (seit Nov. 1870) blieb er bis 30. April 1873
bei der Besatzungsarmee in Frankreich. 1873 wurde
M. kommandierender General des 2. Armeekorps
in Würzburg, im April 1875 Kriegsminister und
Ctaatsrat, 1877 zum General der Infanterie be-
fördert, im April 1885 auf sein Ansuchen von der
Leitung des Kriegsministeriums entbunden, 1888
auf Lebenszeit zum Neichsrat ernannt.
Maillon (frz., spr.majöng), Ringe (Zeugringel)
am Webstuhl (s. Weberei).
Nl2.i1-8tb2.lnsr (engl., spr. mehl stibmer), NI2.1I-
tr2.il! (spr. mehl trehn), s. Nail.
Maimakterion, der sünfte Monat des attischen
Kalenders, in welchem zu Ehren des Zeus, der als
Gott der Winde den Beinamen Maimaktcs, "der
Tobende", hatte, das Fest der Maimakterien ge-
Maimana, s. Maimene. feiert wurde.
Maimansing, ind. Distrikt, s. Tbaka.
Maimatschi'n (chines. Mai-mai-tschön, d. i.
Handelsplatz), allgemeiner Ausdruck, der von Euro-
päern vorzugsweise auf den Kiachta gegenüber lie-
genden chines. Grenzort angewandt wird. M. gebort
zum Gebiete des Khutuktu-Ehans inUrga. Es wurde
1727 durch Vertrag zu dem Orte bestimmt, wo der
Grenzverkehr gestattet sein sollte.
Maimene oder Maimana, Gebirgsland am
Nordrande von Iran, im nordl. Asgbanistan, seit
1875 selbständig, etwa 12300 t^km groß, mit 100000
E., teils ansässige, teils nomadisch lebende Usbeken
und Tadschik. Außer 10 Dörfern bat das Land die
von einer betürmten, 7 m hohen Mauer umgebene,
zwifchen Bergen gelegene Hauptstadt M., jetzt
nur ein Nuiuenhaufen, mit 2500 E.
Maimon, f. Mandrill.
Maimonides (Maimuui), eigentlich Mofes
ben Vtaimon ben Iofeph, arab. Abu Amran Musa
ibn Maimun obaid Allah, jüd. Philosopd und Ge-
lebrter, geb. 30. März 1135 in Cordoba, studierte
die damalige Wissenschaft der Juden und Araber
und die gricch. Pbilosophie, namentlich des Aristo-
teles, in arab. Übersetzungen, hörte arab. Philosophen
und lernte die .Heilkunde. Durch die Neügionsver-
folgungen der Almohaden gegen die Juden in Anda-
lusien 1148 aus seinen Studien gerissen, wendete er
sicb mit seinem Vater nocb vor 1160 nach Fes, reiste
später nach Jerusalem, wo er sich 1165 befand, und
nahm bald darauf feinen bleibenden Aufenthalt in
Fostat, Kairo gegenüber. Hier wurde er Leibarzt
des Sultans Saladiu von 'Ägypten und Vorsteher
der jüd. Gemeinde. Er starb 13^ Dez. 1201. M. bat
als Theolog und Gesetzlebrer großen Einfluß auf die
ganze Entwiälllng des Judentums gehabt. In bcbr.
Sprache schrieb er 1170 - 80: "Äi8c>m6 r^iora",
eine aus 11 Büchern ldaber l^f6i-II:i'.ji,<I, später.Ia<I
Ilacwl^aiv^ genannt) bestehende systematische Dar-
stellung des jüd. Gesetzes nach talmud. Auffafsung
(zum Teil ins Lateinische und Deutsche übersetzt).
Die bedeutendsten Schriften des M. in arab. Sprache
find: "Kommentar zur Misckna" (1168; hebr. in
den meisten Talmudausgaben, einzelne Partien ara-
bisch und lateinisch in Pocockes "I^orta Nosis"),
aMNot In^ss^oii') (Kompendium der Logik), "Hster
ini^^vov) (die 613 mosaischen Gesetze, als Einleitung
zu "Ni8c1lN6 tlioi'l^)) und "Dolaillt aidaii-in" iara-
bisch und französisch l"^6 (^uid6 äe8 I^Mi^s"^ von
Munk, Par. 185li--6<i; bebr. von Samuel ibn
Tibbon 1/^1 oi'6 ii(ü)u1c1niii"^, lateinisch von Burtorf
jccDocwi' 1'('i'pi6xoi-uni"j, Bas. 162l>: die erste lat.