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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Maixent - Majestätsbeleidigung
I)i-03cai-l^eu8 ^.); dieser ist etwa 2 cni lang,
bläulichschwarz und lommt im Frühjahr schon im
April im Grase und an Wegen häufig vor. Er
nährt sich von Blättern verschiedener Pflanzen und
legt seine ">-4000 Eier klumpenweise in sclbst-
gegrabene Löcher von über 5 cm Tiefe in die Erde.
Eine and ere Art ist der bunte Ölkäfer (Noio^ v^rie-
Faw3^., s.Tafel: Käfer II, Fig. 12). DieLarven,
die unter dem Namen Bienenläuse bekannt sind,
durchlaufen eine Hypermetamorphose (s. Metamor-
pbose). Der Käfer sondert bei der Berührung eine
ölige, gelbe, blasenziehende Flüssigkeit in den Ge-
lenken der Beine aus, die Kantharidin enthält. In
frühern Zeiten galt Baumöl, in dem M. digeriert
waren, als ein Specifikum gegen die Tollwut.
Maixent, Saint, s. Samt Mairent.
Maizena, soviel wie Maisstärke, s. Stärkemehl.
AlaHa., Seespinne, s. Krabben.
Maja, der 06. Planetoid.
Maja, rechter Zufluß des Aloan im russ.-sibir.
Gebiet Iakutsk, entspringt am nordwestl. Abhang
des Stanowoigcbirges, unweit der Küste des
Ochotskischen 3Ncers, ist über 1000 kin lang und
auf 470 kin schiffbar.
Maja tgrch. Maia, das Mütterchen oder die
Amme), in der griech. Mythologie die älteste Tochter
des Atlas und der Ple'ione, wurde durch Zeus
Mutter des Hermes (s. d.). Bei den Römern hieß
M. (auch Majcsta) die Tochter des Faunus und
Gemahlin des Vulcanus, eine Göttin des Wachs-
tums im Frühling, die mit der Erdgöttin oder
"guten Göttin", DoiiH dea, verwandt war und auch
für identisch mit derselben gehalten wurde. An den
Kalendcn des Monats Mai, der denselben Namen
bat wie die Göttin, opferte man ihr eine trächtige
Sau. Sie wurde dann wegen der Ähnlichkeit der
Namen mit der griechischen M. identifiziert.
Majälto, Benedetto da, ital. Bildhauer und
Baumeister, geb. 1444 zu Majano in Toscana, gest.
1497, begann seine Laufbahn als Intarsiaarbeiter,
wovon noch eine Thür im Palazzo Vecchio in Flo-
renz Zeugnis giebt. Neben Ghiberti und Donatello
war er der Begründer der florentin. Plastik. Seine
vorzüglichsten Skulpturen sind das Grabmal des
Filippo Strozzi in Sta. Maria Novella in Florenz,
die Marmorkanzcl in Sta. Croce daselbst (s. Tafel:
Italienische Kunst IV, Fig. 4), eine Madonna
im Tom zu Prato, eine andere im Museum zu
Berlin, das Tabernakel im Dom zu San Gimi-
gnano, eine Verkündigung in Monte-Oliveto. Der
Palast Strozzi in Florenz, in harmonischer Gesamt-
wirkung wie im Detail der schönste der Zeit, wurde
nach seinem Plane 1489 begonnen; auch die zier-
liche Säulenhalle der Kirche Sta. Maria delle
Grazie bei Arezzo ist wahrscheinlich von ihm.
Sein älterer Bruder, Giuliano da M., geb.
1432 zu Majano, gest. nach 1491 in Neapel, war
ebenfalls sowohl als Bildhauer wie als Baumeister
thätig. Er leitete einige Zeit den Bau des Doms
in Florenz, arbeitete in Rom unter Papst Panl II.,
in Recanati für den Kardinal Venier, in Neapel,
wohin er nach 1470 ging, ferner für König Alsonsl.;
seine Beteiligung an dessen Triumphbogen in Neapel
ist unwahrscheinlich, während die Porta-(5apuana
daselbst ohne Zweifel fein Werk ist.
Majdan Kucajna, Bergwerk, s. Kucajna.
Majdanpek(Meidan-Pek), die ansehnlichste
Bergstadt Serbiens, im Kreis Kraina, Bezirk Porec,
115 icin im ^SO. von Belgrad, im romantischen
Thale des Pekflusses, zählt 1056 meist rumän. E.
Die Majdanpeker Gebirge bergen einen großen
Reichtum an Kupfer- und Eisenerzen, die schon im
Altertum ausgebeutet wurden. Die serb. Regie-
rung nahm den Bau erst 1848 auf, doch wurde
derfelbe 1860 einer franz. Gesellschaft und 1868 auf
90 Jahre einer engl. Gesellschaft überlassen. Etwa
11(w von M. entfernt befindet sich eine große Eifen-
hütte, 5 km weiter Zwei Kupferhütten.
Majebashi, Stadt in der japan. Provinz Kot-
snke, auf Honshiu, 1111<m im NNW. von Tokio,
an der Eisenbahn, hat (1890) 32129 E. M. ist
Mittelpunkt der intensivsten Seidenzucht und liefert
die beste japan. Nohfeide.
Majella, Gebirgsstock der Abruzzen in der ital.
Provinz Chieti, im Monte-Amaro 2795 m hoch.
Majesta, s. Maja (mytholog.).
NlaHestHs (lat.), s. Majestät.
Majestät (lat. ni^'68t^8, "Hoheit", "Erhaben-
heit") bezeichnete in der Republik Rom die höchste
Macht und Würde, welche man der gesamten Vürger-
gemeinde, dem Volke, zuschrieb. Mit dem Umsturz
der Volksregierung ging Würde, Macht und Name
der M. auf die röm. Imperatoren l^uguzti) und
von diesen auf die Kaiser des westl. Europas über.
Dell Königen wurde dieser Titel erst viel später zu-
gestanden. In Frankreich führten ihn unter Hein-
rich II. die Hofleute ein, aber noch bei dem West-
fälischen Frieden gab es darüber Streitigkeiten. In
dem Friedensvertrage von Cambrai 1529 wird
nur Kaiser Karl V. M. genannt. Beim Frieden
zu Crespy von 1544 heißt Kaiser Karl V. kaiserliche
und Franz I. königliche M., und in dem Frieden
zu Cateau-Cambresis von 1559 findet man zum
erstenmal die Titel allerchristlichste und katholische
M. gebraucht. In England legte sich Heinrich VIII.
zuerst den Titel M. bei, der jetzt allen europ. Köni-
gen gegeben wird. Von den: Titel der M. ist die
Sache, d. i. die persönliche Würde, unterschieden,
welche einem jeden unabhängigen und selbständigen
Monarchen zusteht. Daher legt man auch denjeni-
gen Monarchen, welche im europ. Kanzleiceremo-
niell den Titel nicht erhalten, doch die persönliche
M. bei, wenn sie nur als wirkliche (erbliche oder
gewählte) Monarchen an der Spitze eines Staates
stehen. Ein Ausfluß dieser persönlichen Würde sind
die Majestätsrechte, die, insofern man sie von
den Staatshoheitsrechten unterscheidet, wesentlich in
der Unverletzlichkeit und Heiligkeit der Person des
Monarchen bestehen. Vermöge der erstern gilt der
Monarch als unverantwortlich, der (Htrafgerichts-
barkeit des Staates nicht unterworfen, und zwar nicht
nur in Bezug auf feine Regierungshandlungen, für
welche statt feiner die Verantwortüchlevtder Minister
(s. d.) eintritt, sondern sogar in Bezug auf rein per-
sönliche Handlungen. Die im monarchischen Staate
als Axiom aufgestellte fog. Heiligkeit der Person des
Staatsoberhauptes bedingt andererseits die größere
Strafbarkeit aller gegen dasselbe begangenen oder
versuchten Verbrechen, der sog. Majestäts ver-
brechen. Die Ausklagung des Monarchen wegen
privatrechtlicher Ansprüche ist gestattet, zwar nicht
gegen die Person, aber gegen das Vermögen des
Monarchen, welches wie eine jurist. Person behan-
delt wird (Kronside'l'komnüh-Verwaltung, Kabinetts-
kasse, Domänenkasse, Schatulle).
Majestätsbeleidigung. Von der M. handeln
die ߧ. 94-104 des Rcichsstrafgesetzbuches. Nach
der Art der M. werden unterschieden Thätlichkeiten