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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Maltathal - Maltitz
nannten und mit einer geringen Unterbrechung bis
1090 besahen, wo sie die sicil. Normannen einnah-
men und mit Sicilien verbanden, dessen Schicksale
sie bis 1530 teilte. Karl V. gab die Insel dem Io-
hanniterorden (s. d.), der dann den Namen Mal-
teserorden erhielt, als ein Lehn des Königreichs
Sicilien. Bonaparte nahm M. ans seinem Znge
nach Ltgypten 1798 unter dem Großmeister von
Hompesch dnrch Verrat ein; doch mußte sich die
franz. Besatzung 1800 an die Engländer ergeben,
in deren Besitz M. seitdem geblieben ist.
Vgl. Tullack, N. unäei- t1i6 I>n06niciHN8, Xni"M8
anä ^n^iisli (Lond. 1861); Nohlfs, Land und Volk
in Afrika (Bremen 1870); Winterberg, M., Ge-
schichte und Gegenwart (Wien 1879); H. Prutz, Die
Insel M. (in "Unserer Zeid>, Jahrg. 1883,1); Mur-
ray, 11^6 Nalt68618ianä8 (im "8c0tti8ii (r60gr5l,p1ii'
c^I NaF^ine", 1890); Rodenberg, Eine Frühlings-
fahrt nach M. (Berl. 1893).
Maltathal, Malteinthal, Hochgebirgsthal
in Kärnten, Bezirkshauptmannschaft Epittal, Ge-
richtsbezirk Gmünd, 36 km lang, beginnt unter
den Gletschern des Ankogcl und der Hochalmspitze
(3355 m), mündet bei Gmünd in das Lieserthal.
Hauptort ist Malta (Maltein) mit 269, als Ge-
meinde 1338 E. Is. Isouard.
Malte (spr. malt), Nicolo de, Opernkomponist,
Maltebrun(spr.malt'bröng), Konrad, eigentlich
Malte Bruun, Geograph und polit. Schriftsteller,
geb. 12. Aug. 1775 zu Thisted in Iütland, studierte
in Kopenhagen und schrieb nach Ausbruch der Fran-
zösischen Revolution eine heftige Satire gegen die
Aristokraten u. d. T. "Katechismus der Aristokraten"
(dänisch 1795), wurde deshalb 1800 in contumaciam
zur Verbannung verurteilt. M. ging nun nach Paris,
wo er sich der Publizistik widmete und 14. Dez. 1826
starb. Seit 1806 war er Hauptmitarbeiter am "lonr-
nai äo i'I^mpii's", unternahm die "^miHi68 ä68
v0)^68, äe 1a F60ArHi)ni6 6 t äo 1'tli8t0ir6v (24 Bde.,
Par. 1808 -15), und mit Eyries die "^0uv6ii68
^.nnai68 ll63 V0MF68" (30 Bde., ebd. 1819-26).
Diese wertvolle Zeitschrift ging 1870 ein. Nach Na-
poleons Sturze gab er das Blatt "1^6 ^LctatLni-"
(3 Bde., Par. 1814-15) heraus, wurde 1815 Mit-
arbeiter der ultraroyalistischen cc(^u0tiäi6nn6", spä-
ter des "^ournÄi ä68 Dc;I)Ht8)). Im Verein mit
Mentelle veröffentlichte er eine "(^^oZr^InL mlitlic-
matiliue, i>n)8i(in6 6t po1iti<in6" (16 Bde., Par.
1803^7). Sein Hauptwerk jedoch ist der "?i-6ci8
äe 860^rapui6 nniv6i'8o1i6)) (8 Bde., Par. 1810-
29, mit Atlas; deutsch von E. A. W. von Zimmcr-
mann, Bd. 1, Lpz. 1812), dessen zwei letzte Bände
Huot lieferte, welcher dann auch die 2. Austage
(12 Bde., 1831-37) besorgte. Seine "Nölan^s
8ci6ntiüqn65 6t 1itt6i-cTii68)) (3Vde., Par. 1828)
gab Nachet heraus.
Victor Adolphe M., Sohn des vorigen, geb.
25. Nov. 1816 zu Paris, war Professor an ver-
schiedenen Lehranstalten, widmete sich seit 1847 ganz
geogr. Arbeiten und starb 16. April 1889 zu Paris.
Außer einer neuen Bearbeitung des "I'i'6ci8 äs
F^oFrapliiL " seines Vaters u. d. T.: "(^ossi-ÄpIiiö
00llip1^t6 6t univ6i-86ii6" (8 Bde., Par. 1852-56)
veröffentlichte M. u. a. "Itin^ii-s ni8t0i-i<iu6 6t
g.1'Cii60i0^i(1U6 66 ?di1i^I)6Vi1i6 il. ^0N8tHNtiN6 )>
(ebd. 1858), "1.^ ^i^nco i11u8tr66" (2 Bde., ebd.
1855), "1.63 ^Wt3-Uni8 6t 16 N6xi<in6)> (ebd. 1862),
"I^H 8oN0lH 6t 863 IN1N68" (ebd. 1864), "(^60^1-^1)1116
univ6r86ii6v (ebd. 1874). Außerdem erfckienen
zahlreiche Auffätze in den von ihm bis 1870 re-
digierten tt^0UV6ii63 ^NNÄl68 ^68 V0^HF63".
^Malteinthal, s. Maltatbal.
^Malten, Therese, eigentlich Müller, dramat.
Sängerin, geb. 21. Juni 1855 zu Insterburg in
der preuß. Provinz Ostpreußen, studierte in Berlin
Gesang bei Gustav Engel und dramat. Darstellung
bei Kahle. 1873 trat sie als Mitglied in den Ver- -
band des Dresdener Zoftheaters, 1881 wurde ihr
der Titel Kammersängerin verliehen. Als Wagner-
Sängerin ist Therese M. besonders hervorragend;
sie beherrscht jugendlich-dramat. Partien (Elisabeth,
Elsa, Eva) und hochdramatische (Isolde, Vrunhilde,
Kundry) in gleicher Vollendung.
Malter (frz. 8ac; ital. saeco), älteres schweiz.
Getreidemaß von 150 1 oder 1,5 kl, geteilt in 10
Viertel oder bester ((Hnart6i-0N8. L0i886aux). Vor
1872 war das M. auch ein Getreidemaß vieler deut-
scher Staaten; es hatte in Baden 10 Sester zu 10 Meß-
lein und war wie in der Schweiz - 150 1. Im
übrigen Deutschland hatte es meist 12 Scheffel.
Malteser, seidenhaarigerLurnshund, mit spitzer
Schnauze, schwarzer Nase und Äugen, rein weißer
Farbe, langer und weicher Behaarung ohne Kräuse-
lung. Gewicht 2-3 Ic^. Soll aus Malta, nach an-
dern von der Insel Domingo stammen.
Malteserkreuz, ein Kreuz, dessen vier Arme
mit je zwei Spitzen sich gegen die Mitte des Kreuzes
verjüngen, wie es die Malteserritter (s. Johanniter-
orden) trugen. Auch viele andere Ordenszcichen,
z. B. das der heutigen Johanniterritter und der
Orden I'oiii' 1s iu6iit6, zeigen diese Kreuzform.
(S. Tertsigur 14 beim Artikel Kreuz und die Tafeln:
Die wichtigsten Orden I, Fig. 15.)
Malteserorden, s. Johanniterorden.
Malteser Schwamm, s. (^nomoi-wui.
Malteser Taube, s. Huhntauben.
Nlaitlis vsspertilio ^., Fledermausfisch,
s. Armflosser.
Malthus, Thom. Rob., engl. Nationalokonom,
geb. 14. Febr. 1766 zu Dorking in der Grafschaft
Surrey, gest. 29. Dez. 1834 zu Bath. Er studierte
in Cambridge, wo er nachher eine Lehrerstelle be-
kleidete, und kam 1805 als Professor der Gefchichte
und polit. Ökonomie an das Kollegium der Ost-
indischen Compagnie zu Haileybury. Noch ehe er
dahin abging, hatte er seinen berühmten Versuch
über die Principien der Bevölkerung: "^n ^38^
0n tlik i>i-iiicipi6 ok i)0pnlllti0n" (Lond. 1798;
9. Aufl. 1888; deutsch von Hegewisch, 2 Bde., Altona
1807; von Stöpel, Berl. 1879) veröffentlicht und
1800 den Kontinent bereist, um die gründlichsten
Untersuchungen über die Vevölkerungsverhältnisse
anzustellen. ((H. Bevölkerungstheorie.) Außerdem
schrieb M. "^rincipl^ ok political 6con0N)" (Lond.
1820; 2. Aufl. 1826) und "I)6tinition8 in political
6c0Q0iQ7" (ebd. 1827; 3. Anfl. 1853). - Vgl.
Vonar, ^1. anä I113 nork (Lond. 1885).
NIa.1tkU8ia.n I.oa.Fus (engl., spr.mälltühsch'n
ligh'), s. Bevölkerungstheorie (Bd. 2, S. 931a).
Maltitz, Friedr. Franz, Freiherr von, dramat.
und lyrischer Dichter, geb. 6. Juni 1794 zu Nürnberg,
war 1826 - 27 russ. Geschäftsträger bei den Ver-
einigten Staaten, seit 1832 am prenß. Hofe, seit
1837 außerordentlicher Gesandter und bevollmäch-
tigter Minister im Haag. 1854 zog er sich nach
Boppard am Rhein zurück, wo er ^5. April 1857
starb. M. hat sich besonders durch seine Fortsetzung
des Schillerschen "Demetrius" (Karlsr. 1817) einen