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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Marsischer Krieg - Marsyas
Prothallien hervor, beide sind gegenüber den Pro-
thallicn der homosporen Filicineen sehr rndimentär
entwickelt. Die männlichen Protballicn bestehen
nnr ans drei Zellen, von denen zwei zum spcrmato-
zoidenbildendeil Antheridium werden. Auch die
weiblichen Prothallien bestehen nnr ans wenigen
Zellen, die ein Ärchegoninm umschließen und pa-
pillenartig am Scheitel der Makrofpore hervortreten.
Marsischer Krieg, s. Marsen.
Marskanäle, s. Mars (Planet). ' ^ '
Mars-la-Tour <spr. mars latuhr), Dorf im
franz. Tepart. Meurthe-et-Moselle, Arrondissemcnt
Briey, 24 Icm westlich von Metz, bat (1891) 681 E.
nnd ist bekannt dnrch die Schlacht von Vionville-
Mars-la-Tour 16. Äug. 1870. (S. Vionville.)
Marspiter, röm. Gottheit, s. Mars.
Marsrahen, s. Rahe.
Marssegel, s. Segel.
Marsstenge, in der Takelnng der Segelschiffe
das mittelste Stück der dreiteiligen Masten (i. Atast).
Die M. besteht aus Holz und ans einem Stücke, das
im untersten Teile viereckigen, nach oben zu rnnden
Querschnitt hat. Der Topp (die Spitze der Stenge)
trägt auf seinem viereckigen Zapfen das Bramesels-
baupt (s. Eselshaupt) und 1 bis 1^/.. m darunter die
Bramsaling (s. Calings), womit die oberste Stenge,
die Bramstenge, an der M. festgehalten wird. Ein
schwerer Flaschenzug, das Marsdrehreep, dient
zum Aufheihen der Vt. Die M. ist fo hoch wie das
Marssegel (oder wie die beiden anf Kauffahrern ge-
bräuchlichen Marssegel); die Marsrabc wird mit
Hilfe des Mars falls an der M. gebeisit.
Marstal, Flecken anf der dän. Infel Arröe (s. d.).
Marstall (vom altdeutschen m^rcli, mai-^n,
Noß, Mähre), in fürstl. Häusern die Gebäude, in
denen Pferde, Wagen, Geschirre u. s. w. unter-
gebracht sind, auch die Gesamtheit der Pferde der
Hofhaltung. Der M. wird in den Reit- und Fabr-
stall geschieden. In ersterm sind die Reitpferde des
Fürsten besonderer Fürsorge anvertraut; dieselben
werden mitdemNamen Leibstall bezeichnet. Der
Beamte, der dem M. vorstand, hieß srüher Mar-
schalk (von 8(^Ie, Knecht; s. Marschall).
Marston (spr. mahrst'n), John, engl. Drama-
tiker, geb. um 1575 wahrscheinlich zu Covcntrv, stu-
dierte in Orford und war mit Ven Ionfon befrenn-
det, entzweite sich jedoch mit ibm. Vt. starb 25. Juni
1634 in London. Anßer acht Dramen, teils Traner-,
teils Lustspielen: "Antonio ^nä ^loUiäll" (1602),
"^ntonio'ß i'6V6iiZ6" (1602), <c^1i0 malcoutent"
(1604), "'I'lw Dutdi courtoxÄii)) (1603), "I^ra,-
8iw3t6i'" (1606), ((soplwiiiglill" (1606), "^Vliltt )on
>viN" (1607), "^1i6 in3llti3.t6 o0nnt688>> (1603), schrieb
er ein Gedicht "N6will0i'^1w8i8 ol ^i^m^ion's
imasse" (1598), auf das Shakespeare in "Maß für
Maß" anfpielt, und die Satire "'Hie scoui'^ of
Villirni"" (1598). Herausgegeben wurden seine
Werte von Halliwell (3 Bde., Lond. 1856) und
Bullen (3 Bde., ebd. 1887).
Marston (spr. mahrst'n), John Nestland, eugl.
Dramatiker, geb. 30. Jan. 181!) zu Boston iLincoln-
shire), trat 1841 auf mit dem Drama "'liio pati-i-
cian'8 (lauglitßr"; 1842 erschien "(^ei-aiä", 1847
das Schauspiel "^iie Iieait l^ncl tli6 >v0i1cl", 1849
"8ti-atlimoi'6", 1850 "?iiilii) "f I^auce ^nä N^iis
äo N6i-i^ni6", 1866 das Scbauspiel "^d6 lavon-
rite ok foi-wiw", 1869 "I.it^ foi- LilL". In der
Komödie versuchte er sich mit den polit.-satir. "No-
2-0^)^)0)^^5)', al>0nna I>jana" und "I^aineä t'or
Ufev (1871). M. schließt sich vorzugsweise den klassi-
schen engl. Mustern an. Seine Trauerspiele sind
durcb kräftige schwungvolle Sprache, seine Schau-
spiele dnrch effektvollen glänzenden Dialog ausge-
zeichnet. Auch als geistreicher Novellist hat er sich
durch "^V laä^ in Iicr 0^11 riFkt" (1860), "^!i6
fiiinil)- ci'eäit anä otkoi' 1^168" (1861) und "^ii6
^vif6'8 i)0iti'^it" (1869) bekannt gemacht. M. ver-
öffentlichte eine Sammlung seiner "Drain^tic gM
iwLtic^i >v0i'k8'> (2 Bde., 1876). Er starb 5. Jan.
1890 in London.
Marston-Moor (spr. mahrst'n muhr), eine im
Westen von Uork sich hinbreitende Moorfläche, die
nach dem Dorse L 0 ng - Mar st 0 n benannt ist, be-
rühmt durch die Schlacht des Bürgerkrieges unter
Karl I. vom 2. Juli 1644, in der zum erstenmal die
von Cromwell nen geschaffene Neitertruppe den
Ausschlag gab und einen vollen Sieg über die
königlichen nnter dem Prinzen Ruprecht von der
Pfalz herbeifübrte.
Marstrand, Inselstadt an der Westküste Schwe-
dens im Lau Göteborg und Bohus mit (1892)
1547 E., wird wegen der Seebäder und der im
Spätberdst milden Lnft von etwa 3000 Badegästen
jährlich besucht. Dabei befindet sich die jetzt ver-
lassene Festung Karlst^n. M. ist Sitz eines deut-
schen Konsularagenten.
Marstrand, Nilh., dän. Maler, geb. 24. Dez.
1810 zu Kopenbagen, erhielt auf der dortigen Aka-
demie unter (5'ckersberg seine erste künstlerische Vil-
dnng, die er in München und in Nom vervollstän-
digte. M. war ansangs auf dem Gebiete des humo-
ristischen Genres thätig, malte treffliche Bilder nach
Holbergfchen Charakteren, z. V. Die Wochenstube
(Galerie zu Kopenhagen; s. Tafel: Skandina-
vifche Kunst II, Fig. 8), Der polit. Kannegießer
(1852; Hambnrg, Kunsthalle), Erasmus Monta-
nns u. a. und brachte seine Beobachtungen gern in
fignrenreichen Bildern von Volksfesten u. dgl. zur
Darstellung. Als Illustrator hat er "Don Quirote"
meisterbaft verberrlicht. später widmete er sich vor-
züglich der histor. Malerei und leistete auch hierin
Bedeutendes; so malte er die Wandbilder in der
Grabkapelle Christians IV. zu Roeskilde und die
Stiftnng der Kopenhagener Universität in der dor-
tigen Aula. Seit 1848 Professor an der Akademie
zn Kopenhagen, der er auch 1853-59 als Direktor
vorstand, starb er daselbst 25. März 1873.
AI2.r8upi3.i1a. llat.), s. Beuteltiere.
Nl2.r8upite3 5/o?^/., eine ungestielte Crinoiden-
oder Seelilienform der Kreidezeit, die wegen der
Wiederkehr von Verhältnissen, welche den alten
Paläocrinoideen (s. d.) eigen sind, merkwürdig ist.
Der hoch kesfelförmige, aus 11 großen pentagonalen,
radialgerippten Kalktafeln gebildete Kelch ist höher
als die schwächlichen, diesem aufgefetzten Arme lang
find. N. war über die ganze Erde verbreitet.
Marsyas, Sohn des Hyagnis, ein Eilen der
phryg. Sage, zugleich ein Vertreter des im Kybele-
dienste gebräuchlichen Flötenspiels, ist wegen seines
Wettkampfes mit Apollon bekannt. Als Athena
die von ihr erfundene Flöte, weil sie beim Spielen
das Gesicht entstelle, weggeworfen hatte, hob M. sie
auf und erlernte das Flötenspiel. M. wagte es, mit
seinem Flötenspiel den Apollon znm Wettkampf her-
auszufordern; aber die Musen als Kampfrichterinnen
entfchieden zu Gunsten des Kitharaspiels des Gottes,
der den Vermessenen an einer Fichte aufhing und
ihm die Haut abzog. NrsMwglvch w<nM. dn GvN