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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Mechlinet; Mechow; Mechthild; Mechulle; Meckel; Mecklenburg

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Mechlinet - Mecklenburg

der armenischen Litteratur (Lpz. 1836); Boré, Le convent de St. Lazare à Venise (Par. 1837); Zeitschrift für die histor. Theologie, Heft 1 (Lpz. 1841); F. Scherer, Die M. in Wien (5. Aufl., Wien 1892).

Mechlinet (spr. mecklĭnétt, von Mechlin, der engl. Form für Mecheln), s. Fadengebilde (Bd. 6, S. 516 a).

Mechow, Friedr. Wilh. Alex. von, Afrikaforscher, geb. 9. Dez. 1831 zu Lauban in Schlesien, erhielt seine Erziehung im Kadettenkorps, nahm an den Kriegen von 1866 und von 1870 und 1871 teil und wurde bei Wörth schwer verwundet. Er nahm 1874 als Major seinen Abschied und beteiligte sich an der Loango-Expedition unter Güßfeldt. Die zweite größere Reise unternahm er 1878‒81 nach Angola, wo er den Mittellauf des Kuango erforschte, den «Kaiser-Wilhelms-Fall» entdeckte und den Fluß abwärts bis zur Steinbarre Kingunschi verfolgte. Er veröffentlichte: «Kartenwerk meiner Kuango-Expedition» (28 Blätter, Berlin).

Mechthild, alte Form des Namens Mathilde.

Mechulle (hebr.), Wort der Gaunersprache, soviel wie fertig, bankrott, ruiniert, zu Grunde gerichtet.

Meckel, Joh. Friedr., der Jüngere, Anatom, geb. 17. Okt. 1781 zu Halle, der Sohn Philipp Friedrich Theodor M.s (geb. 30. April 1756, gest. 28. März 1803 als Professor der Chirurgie und Entbindungskunst zu Halle) und der Enkel Johann Friedrich M.s (geb. 31. Juli 1714 zu Wetzlar, gest. 18. Sept. 1774 zu Berlin, bekannt durch seine anatom. Arbeit «De quinto pare nervorum cerebri», Gött. 1748), studierte zu Halle und Göttingen, ging hierauf nach Würzburg und Wien, später nach Paris und endlich nach Italien. 1806 erhielt M., welcher schon durch seine Inauguraldissertation «De cordis conditionibus abnormibus» (Halle 1801) Aufsehen erregt hatte, in Halle die Professur der Chirurgie, die er bald mit der der Anatomie und Physiologie vertauschte. Er starb 31. Okt. 1833 zu Halle. Unter seinen Schriften sind hervorzuheben: die in Verbindung mit Froriep herausgegebene Übersetzung von Cuviers «Vergleichender Anatomie» (4 Bde., Lpz. und Riga 1809‒10), welche in den Anmerkungen einen Schatz der seltensten Kenntnisse enthält, der dieselbe weit über das Original stellt; «Beiträge zur vergleichenden Anatomie» (2 Bde., Lpz. 1809‒12), «System der vergleichenden Anatomie» (6 Tle. in 7 Bdn., Halle 1821‒33); «Handbuch der pathol. Anatomie» (2 Bde., Lpz. 1812‒18), «Handbuch der menschlichen Anatomie» (4 Bde., Halle 1815‒20), «Tabulae anatomico-pathologicae» (4 Hefte, Lpz. 1817‒26), «Descriptio monstrorum nonullorum» (mit Kupfern, ebd. 1826).

Mecklenburg, ein deutsches Land an der Ostsee im ehemaligen niedersächs. Kreise, liegt zwischen 53° 4’ bis 54° 22’ nördl. Br. und 10° 36’ bis 13° 51’ östl. L. von Greenwich, wird umschlossen von den preuß. Provinzen Pommern, Brandenburg, Hannover, Schleswig-Holstein und dem Gebiet der Stadt Lübeck und zerfällt in die zum Deutschen Reiche gehörigen Großherzogtümer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz mit einer Gesamtfläche von 16091,11 qkm. (Hierzu eine Karte: Mecklenburg und Pommern.)

Ⅰ. Das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, dem Flächenraum nach der 7., der Einwohnerzahl nach der 9. Bundesstaat des Deutschen Reichs, bildet, abgesehen von einigen Exklaven (Rossow und Schönberg-Netzeband in der Prignitz, Ahrensberg in Mecklenburg-Strelitz), ein wohl abgerundetes Ganzes. Die 161 km lange Ostseeküste ist im allgemeinen flach und durch Dünen geschützt, nur an wenigen Stellen steil, besonders bei Doberan, wo die Kühlung (128 m) bis ans Meer tritt. Hier befindet sich auch der sog. Heiligendamm (s. d.). Die wichtigsten Küsteneinschnitte sind an der Westgrenze die Travemündung mit dem Pötenitzer Wiek und Dassower See, die Wismarer Bucht mit der Insel Poel, das flache durch die Halbinsel Wustrow abgeschnittene Salzhaff, die verbreiterte untere Warnow (Breitling) mit dem Hafen von Rostock, endlich an der Ostgrenze der Ribnitzer See, ein Teil des Saaler Boddens. Nur die Wismarer Bucht und die Warnowmündung bieten größern Schiffen Fahrwasser. Das vorherrschend flache Land durchzieht von Südosten nach Nordwesten ein niedriger und breiter Landrücken (Mecklenburger Seenplatte) mit einzelnen Seitenverzweigungen, der bis zu 140 m aufsteigt (Hohe Burg nordöstlich Warin 144 m) und die Wasserscheide zwischen Ostsee und Elbe bildet. Außerhalb dieses Landrückens ist teils Heideebene, teils fruchtbares Flachland, welches mit niedrigen Hügeln und zahlreichen Wiesenniederungen abwechselt. An der Südgrenze gegen die Prignitz erheben sich die Ruhner Berge zu 178 m. Man zählt über 300 Landseen, von denen der Müritzsee (133 qkm) und der Schweriner See (61 qkm) die größten sind. Von den Flüssen sind zu nennen die Warnow, welche bei Warnemünde, dem Vorhafen von Rostock, in die Ostsee, und die Elde, welche bei Dömitz in die Elbe mündet, ferner die Stepenitz an der West- und die Recknitz sowie die Peene mit Trebel an der Ostgrenze. Die wichtigsten Kanäle sind der Störkanal, Ludwigsluster Kanal und die Neue Elde. An Mineralquellen hat M. die Stahlquellen zu Doberan und Goldberg und die Saline, zugleich Solbad, zu Sülze. Seebäder sind Arendsee, Boltenhagen, Brunshausen, Heiligendamm, Fulgen, Alt-Gaarz, Müritz, Warnemünde, Wendorf bei Wismar und Wustrow. Der Boden ist, je nachdem er aus Sand, Lehm oder einer Mischung von beiden besteht, an Fruchtbarkeit sehr ungleich. Etwa sieben Zehntel der Fläche wird landwirtschaftlich benutzt, während die Waldungen 2337 qkm betragen. Das Klima ist im ganzen feucht und verhältnismäßig mild, mit vorherrschendem Westwind. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt nach dem Durchschnitt der J. 1853 bis 1893 +7,9° C., die jährliche Regen- und Schneemenge reichlich 55 cm.

Größe und Bevölkerung. Von dem Gesamtflächenraum (13161,61 qkm, darunter 666,8 qkm Wasserfläche) kommen 5592,59 qkm auf den landesherrlichen Grundbesitz, 5598,81 qkm auf die ritterschaftlichen Güter, 450,26 qkm auf die Klostergüter und 1519,95 qkm auf die Städte und deren Güter. Das Großherzogtum hatte 1885: 575152, 1890: 578342 (285092 männl., 293250 weibl.) E., d. i. 43,9 E. auf 1 qkm, darunter 570200 Lutherische, 5034 Katholiken, 492 Reformierte, 434 sonstige Christen und 2182 Israeliten, 1895: 596883 (296740 männl., 300143 weibl.) E. Das landesherrliche Domanium (mit Einschluß der 76 sog. inkamerierten, d. h. früher ritterschaftlichen, später durch käufliche Erwerbung u. s. w. in landesherrlichen Besitz gelangten und der Verwaltung durch die großherzogl. Kammer einverleibten, seit 1894 einer Abteilung des Finanzministeriums unterstellten Güter) hatte 191195 E. Aller übrige ländliche Grundbesitz gehört den Mitgliedern der Ritterschaft (118477 E.), den Klöstern (8095 E.) und 42 Städten (278134 E.).