Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

703
Mechanisch-technische Lehrwerkstätten - Mechitaristen
Derselbe ist unabhängig von dem ver-
wendeten Material und gilt also für einen beliebi-
gen Stoff, der einen Wärmeprozeß zwischen den-
selben Temperatnren durchmackt. Der Maverscke
Satz von der 'Äquivalenz der Wärme und Arbeit
wird von Clausius als der erste Hauptsatz, der mo-
difizierte Carnotsche Satz als der zweite Hauptsatz
der M. W. bezeichnet. Da kaum ein plwsik. Vorgang
ohne mechanische und Temperatnränderungen statt-
findet, io ip'ieü heute die M. W. in der Pbvfik eine
bedentende Rolle. (S. Kreisprozeß, Entropie.)
Vgl. Eazin, I'H clialoni- <Par. 1866; deutsck von
Carl, Münch. 1870); Tyndall, Iloat consiäercä az
9. inoäo ot'motion (3. Aufl., Lond. 1868; deutsch von ,
Helmboltz und Wiedemann, 4. Aufl., Braunschw. !
1894); Röntgen, Grundlehren der M. W. (Jena!
1871-74); R.Mayer, Mechanik der Wärme (3.Aufl.,
Stuttg. 1893); Marwell, I'lwoi'v s>t' Iioat (3. Aufl., '
Lond. 1875; deutsch von Auerback, Bresl. 1877, und
von Neesen, Brannschw. 1878); Hirn, M^oris nu'-
^ani^uo äo 1^ clilUonr (3. Aufl., 2 Bde., Par. 1875)
-76), und viele andere Werke Hirns (s. d.); Rübl-
mann, Handbuch der M. W. (Brauuschw. 1876-85); ^
Zeuner, Grnndzüge der M.W. (2. Aufl., Lpz. 1877;
3.Aufl.u.d.T. Technische Tbermodvnaniit, ebd. 1887
-90); Herrmann, Die grapbische Behandlung der
M. W. (Berl. 1885); Elausiu'd, Die M. W. (Bd.1,
3. Aufl., Braunschw. 1887; Bd. 2 u. 3, 2. Aufl. 1879
-91); Prcston, 'Iiw tiieoi-)- of iie^t <Lond. 1894).
Mechanisch-technische Lehrwerkstätten,
s. Metallindustrieschulen. !
Mechanismus, im gewöhnlichen Sinne die
innere Einrichtung einer Maschine, ^eines Ubr-
werks u. s. w.; im wissenschaftlichen Sinne soviel
wie Bewegung^mechauismus (s. d.). ,
Mechanotherapie (grch.), die Behandlung der !
Krankheiten durch meckan. ^tittel lGvmnastik, Mas-
sage, orthopäd. Ätaschinen u. dgl.). ^
VIeolK3.nt lfrz., spr. mesckang), in verdeutschter
Form meschant, bosbaft, schändlich, niederträchtig.
Mechanurgie (grch.), Lehre von den unblutigen
Operationen.
Mecheln, frz. Atalines, Stadt in der belg.
Provinz Antwerpen, an der Dvle und an der Eisen-
habn Äl.-Terneuzen <67 1<m)
' und den Staatsbabnlinien
Brüssel-Antwerpen und Löwen-
Dendernionde, früber ^itz de^
höchsten Gerickts der Öster-
reichischen Niederlande, noch
gegenwärtig der Sitz eines Erz-
bischofs (des Primas von Bel-
gien), hat (1888) 51014 E.
gegen 42381 im I. 1880. M. ist von zahlreichen
Kußläufen durchzogen (35 Brücken), rings von
Boulevards umgeben, besitzt ansehnliche Plätze, wie
den sog. Großen Platz nnt dem Denkmal Margare-
tens von Österreich, palastartige Gebäude, darunter
viele mittelalterliche Bauten, wie das jetzige Leib-
haus, das Gasthaus zum Salm und das Tribunal
ls.Tafel: NicderländifcheKunst II, 5ig.1). Die
bedeutendsten Gebäude sind die got. Kathedrale des
Heiligen Romuald, aus dem 12. bis 15. Jahrh., mit
99 in bohem Turm und herrlichen Gemälden (van
Dyck, Wouters) im Innern; die Johanniskirche und
die Liebfrauentirche mit Gemälden von Rubens;
das Stadtbaus, der Bayard genannt, aus dem
15. Icchch., und der erzbischöst. Palast. Die Stadt
bat zwei erzbischöfl. Seminare, einen botan. Gar-
ten, eine Kupferschmelze, eine Stückgießerei, wichtige
Manufakturen in Spitzen, Hüten, Wollwaren, Tep-
picken, Möbelfabriten, Flachs- und Hanfspinnerei.
Auck ist M. der Centralpunkt der königl. Eisenbahn-
wertstätten. - M., im Mittelalter Naclüiina oder
^laiwaz, kam von den frank. Königen an Lotbringen
und im Anfange des 10. Jahrb. an die Bischöfe
von Lüttick, in deren Namen es bis 1333 von der
Familie Bertdoud verwaltet wurde. Nach ihrem
Erlöscken ward die Herrschaft M. 1336 zwischen
dem Herzog von Brabant, dessen Oberhoheit sie
sckon seit dem 11. Iabrh. untergeben gewesen war,
nnd dem Grafen von Flandern verteilt. Diese Ge-
meinschaft wurde 1346 vertragsmäßig zu Gunsten
Brabants aufgehoben.
Mechernich, Dorf im Kreis Schleiden des preuß.
Neg.-Bez. Aacken, an der Linie Köln-Trier der Preuß.
Staatsbadnen, bat<1895) 3817 l1890: 4049) meist
kath. E., Postamt zweiter Klasse, Telegraph, alte
roman., nicht mebr benutzte Kirche (11. bis i 2. Jahrh.),
einen Bergwevksaktienverein mit den bedeutendsten
Bleibergwerken des Festlandes sowie Kupfer- und
Eisenerzgruben, 2700 Arbeitern und einer jährlichen
Ausbeute von etwa 25000 t Blei und 35 t Silber.
Dem Verein gehören eine Speise- und Schlafanstalt
und ein Krankenbans. In der Nähe die mittelalter-
liche Ruine Burgfey mit einer gewaltigen Eiche (7 m
Umfang) und Reste einer röm. Wasserleitung.
MechernicherBergwerksbahnen(24,8)I(in),
von der Station Mechernich der preuß. Staatsbahn-
ftrecke Köln-Trier abzweigende, 15. Febr. 1869 für
den Güteroerkebr und 1. Juni 1875 für den Per-
sonenverkebr eröffnete Privatbahn; dient hauptsäch-
lich dem Verkebr des Mechernicber Bergwerks-
Aktienvereins.
Mechitaristen beißen nach ihrem Stifter Me-
chitar, d. b. der Tröster, die Mitglieder einer Kon-
gregation der röm.-kath. Kirche. Der Armenier
Petro Mechitar, geb. 7. Febr. 1676 zu Sebaste,
gest. 29. April 1749 auf San Lazzaro, gründete 1701
zu Konftantinopel eine Kongregation, deren Mit-
glieder sich verpflichteten, für die wissenschaftliche
Neubelebung der armenischen Kirche thätig zu sein.
In Konstantinopel wegen Hinwendnng zur röm.
Kirche angefeindet, siedelten sie 1702 nach Morea
<damals unter der Herrschaft von Venedig) über
und gründeten in Modon ein Kloster. Papst Cle-
mens XI. bestätigte 1712 die Kongregation, gab ihr
eine Regel nach den Vorschriften des heil. Venedikt
und ernannte Mecbitar zum Abt. Der Krieg zwischen
Venedig und der Türkei nötigte die M. 1715 nach
Venedig überzusiedeln, wo ihnen 1717 die Insel
San Lazzaro angewiesen wurde. Hier gründeten sie
ein Kloster, dao durch Schenknngen sehr reich wurde.
Filialen entstanden in Italien, in der Türkei, in
Rußland, in Frankreich, vor allem in Österreich und
Ungarn. Eine Spaltung unter den M. zu San
Lazzaro veranlaßte 1773 einige, ihr Kloster zu ver-
lassen. Sie ließen sich znnächft in Trieft, dann 1810
zu Wien nieder, wo sie unter einem eigenen Abt
steben. Die M. in San Lazzaro haben sich große
Verdienste erworben durch den Druck zahlreicher
Werke der alten armenischen Litteratur; die arme-
nische Bibclübersctzuug wurde schon 1734 und seit-
dem wiederbolt gedrnät. Die M. in Wien errichte-
ten eine (dentsche) Buchhandlung und leiteten 1830
-50 einen "Verein zur Vcrbreitlmg guter /deutscher)
Bücher". - Vgl. Neumann, Versuch einer Geschichte