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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Meeraale - Meergrundeln

nin), in der großfigurigen Trinkscene (1656; Dresden). Zuweilen stellt er auch Straßen und Höfe dar.

Meeraale (Conger), Gattung schuppenloser Aale mit ziemlich weit gespaltenem Maule und weiten Kiemenöffnungen. Zu ihnen gehört der ganz schuppenlose gemeine graue Meeraal (Conger vulgaris Cuv.), der in der Nordsee und dem Ocean die Dicke eines Mannsschenkels erreicht; sein Fleisch wird, weil unschmackhaft, nur selten gegessen. Auch die Muräne (s. d.) ist ein Meeraal.

Meeralpen, Gebirge, s. Westalpen; M. (Aples Maritimes), franz. Departement, s. Seealpen.

Meerane, Stadt in der Amtshauptmannschaft Glauchau der sächs. Kreishauptmannschaft Zwickau, in den Schönburgschen Receß-Herrschaften, an der Linie Gößnitz-Glauchau der Sächs. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Zwickau) und einer Reichsbanknebenstelle, hatte 1834: 4172, 1890: 22 446 (10 812 männl., 11 634 weibl.) E., darunter 220 Katholiken und 25 Israeliten, 1895: 23 003 E., Postamt erster Klasse, Real-, Handels-, gewerbliche Fortbildungs- und Webschule, Filiale der Sächsischen Bank, Vorschußverein und ist einer der wichtigsten deutschen Plätze für die Fabrikation von wollenen, halbwollenen und aus Wolle, Baumwolle und Seide gemischten Kleiderstoffen (9 mechan. Webereien und Hausindustrie in und außerhalb der Stadt), ferner bestehen eine bedeutende Kammgarnspinnerei, Maschinen- und Dampfkesselfabriken, Eisengießereien und Schuhwarenfabrik (1893: etwa 4500 Arbeiter). - Vgl. Leopold, Chronik und Beschreibung der Fabrik- und Handelsstadt M. (Meerane)

Meeranemonen, s. Aktinien.

Meeräschen (Mugilidae), eine Familie meist das Meer bewohnender Stachelflosser von seitlich zusammengedrücktem, ziemlich langem barschähnlichem Körper, mit mittelgroßen Schlippen und weiter Kiemenöffnung. Einer der bekanntesten M. ist der Harder (Mugil cephalus Cuv. ital. cefalo, s. Tafel: Fische I, Fig. 5), ein sehr häufiger und beliebter Speisefisch des Mittelmeers, gegen einen halben Meter lang, auf dem Rücken graubraun mit fünf dunklern Längsstreifen jederseits, Bauch silberig.

Meeraugen, Alpenseen in den Karpaten (s. d.), insbesondere in der Hohen Tatra (s. d. und Fischsee).

Meerbälle, s. Zostera.

Meerbarben (Mullidae), eine kleine Familie stachelflossiger Knochenfische, mit länglichem, seitlich zusammengedrücktem Körper, großen Schuppen und zwei langen Barteln am Unterkiefer gleich hinter dem Kinn. Sie bewohnen die Meere der Tropen und gemäßigten Zonen. Die gemeine Meerbarbe (Mullus barbatus L., s. Tafel: Fische II, Fig. 9) wird gegen 30 cm lang; die Streifenbarbe oder der Rotbart (Mullus surmuletus L.), die gelegentlich bis in die Ostsee geht, war im Altertum berühmt und große Exemplare wurden mit enormen Preisen (Martial, X, 31) bezahlt. Es war nicht nur das wohlschmeckende Fleisch, welches die Römer reizte, sondern namentlich das Farbenspiel des sterbenden Fisches. Wahrscheinlich ist Mullus surmuletus das Weibcben von Mullus barbatus. Die prachtvolle Rotfärbung, welche die Römer durch den Todeskampf erzielten, erreichen jetzt die Fischer durch das Abschuppen gleich nach dem Fange.

Meerbohne, s. Entada.

Meerbrassen (Sparidae) heißen die zahlreichen (gegen 160) Arten einer in allen tropischen und gemäßigten Meeren vorkommenden Familie barschartiger Fische mit schöner, meist metallischer Färbung. Die M. werden nicht sehr groß, haben einen länglichen, seitlich zusammengedrückten Körper, eine kontinuierliche Rückenflosse, deren weicher und stachliger Teil von gleicher Länge sind. Sehr sonderbar ist die Vezahnung dieser Fische, die ganz an die Wiederkäuer erinnert. Das Fleisch der meisten ist wohlschmeckend. Zu dieser Familie, und zwar zur Gattung der Goldbrassen, gehört die echte Dorade (Chrysophrys aurata L., s. Tafel: Fische II, Fig. 3), ein 40 cm langer, häusiger und gern gegessener Fisch des Mittelmeers mit prachtvollen Farben, namentlich zahlreichen goldglänzenden Längsstreifen. Der Schafbrassen (sargus ovis L.), der von Schaltieren lebt, ist wegen seines köstlichen Fleisches besonders in Neuyork unter dem Namen sheeps-head Gegenstand eines eifrigen Fischfangs.

Meerbricke, Fisch, s. Lamprete.

Meerbusen, s. Bai. M. des Thronfolgers, s. Mertwyj Kultúk. M. Peters des Großen, s. Peter des Großen Bai.

Meerdrachen (Myliobatidae), Adlerrochen, Riesen - Teufelrochen, eine Familie der Rochen, mit sehr langem, peitschenförmigem Schwanze, der häufig einen aus Stacheln und Drüsen bestehenden Giftapparat trägt. Die lebendig gebärenden Tiere werden groß, manche sebr groß; bei Messina wurde einer von 625 kg Gewicht, bei Barbadoes ein anderer gefangen, zu dessen Transport sieben Paar Ochsen nötig waren. Ein aus der Mutter geschnittenes Junges, das sich im Britischen Museum befindet, ist 1,5 m lang, ja man berichtet von einem bei Neuyork gefangenen Tier von 5000 kg Gewicht. (S. auch Halisaurier.)

Meerechse (Amblyrhynchus cristatusBell., f. Tafel: Echsen II, Fig. 3), gekämmte M., eine große (über 80 cm) Eidechse aus der Familie der Leguanen, mit breitem Kopf, kurzer Schnauze, kräftigen Beinen und stark bekrallten Zehen. Die M. bewohnt in Herden die Galapagosinseln, schwimmt gut, lebt mehr im Meere als auf dem Lande und nährt sich allein von Seetang.

Meereicheln, s. Rankenfüßer.

Meerenge, f. Meer (S. 722 a).

Meerengel, Engelfisch, Engelshai (Rhina squatina L.), ein Knorpelfisch, der den Übergang zwischen Rochen und Haien bildet, mit flackgedrücktem Rumpf und Kopf, großen nach vorn zu verlängerten Brustflossen, die aber nicht mit den Seiten des Körpers verwachsen. Der 2 m lang werdende Fisch ist kosmopolitisch.

Meeresleuchten, s. Meer (E. 723b), Geißeltierchen und Leuchtende Pflanzen und Tiere.

Meeresmolasse, s. Molasse.

Meeresströmungen, s. Meer.

Meerfenchel, s. Crithmum.

Meerforelle, s. Forellen.

Meergans, s. Bernicla.

Meergebiet, s. Flüsse (Bd. 6, S. 936b).

Meergras, s. Zostera.

Meergrundeln (Gobiidae), eine zahlreiche gegen 300 Arten) Familie der stachelflossigen Knochenfische, mit kleinem (selten über 20 cm langem), gestrecktem, etwas flachgedrücktem Körper, mit Schuppen oder nackthäutig. Sie nähren sich von