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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Mimischer Nerv; Mimnermus; Mimodrama; Mimographen; Mimosaceen; Mimose; Mimosenrinden; Mimulus; Mimus; Min; Mina; Mîna; Minäer; Minaret

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Mimischer Nerv - Minaret

rative Dehnung des Gesichtsnerven zu versuchen oder endlich die Durchschneidung des nervus trigeminus oder des nervus zygomaticus zu versuchen. Wichtig ist ferner, etwaige sonstige Krankheiten des Gesichts, besonders der Gesichtshöhlen (Nasenhöhle), zu beseitigen.

Mimischer Nerv, s. Facialis nervus und Gehirn (Bd. 7, S. 678 a).

Mimnermus aus Kolophon, griech. lyrischer Dichter, lebte um 630 v. Chr. zu Kolophon oder Smyrna als älterer Zeitgenosse Solons. Er galt bei den Alten für den ersten und den größten Meister der erotischen Poesie wegen seiner Elegien, in denen er über seine unerwiderte Liebe zu der schönen Flötenspielerin Nanno klagte, deren Namen auch die Sammlung der Elegien trug. Sie dienten der erotischen Poesie der alexandrinischen Dichter zum Vorbild. Weniger berühmt waren seine Elegien auf den Kampf der Smyrnäer gegen Gyges. Die noch vorhandenen Bruchstücke sind in den Sammlungen von Gaisford und Boissonade sowie von Schneidewin im "Delectus poesis Graecorum elegiaceae " (Gött. 1838) und von Bergk in den "Poetae lyrici graeci" (4. Aufl., Lpz. 1882) zusammengestellt und erläutert, von Bach (ebd. 1826) besonders herausgegeben und von Herder in den "Zerstreuten Blättern", von W. E. Weber in den "Elegischen Dichtern der Hellenen" (Frankf. 1826) und Hartung in den "Griech. Elegikern" (griechisch und deutsch, Bd. 1, Lpz. 1859) übersetzt worden.

Mimodrama, die Darstellung eines Dramas durch Pantomimen, ein Drama ohne Worte.

Mimographen, Verfasser von Mimen (s. d.).

Mimosaceen (Minnosacěae), Abteilung der Leguminosen (s. d., S. 29 b).

Mimose, Scham- oder Sinnpflanze (Mimōsa L.), eine zur Familie der Leguminosen (s. d.), Abteilung der Mimosaceen gehörende Pflanzengattung. Man kennt über 200 Arten, die größtenteils in den Tropengegenden Amerikas vorkommen, Bäume und Sträucher oder krautartige Gewächse, deren Blätter zweizählig, fingerig oder doppelt gefiedert sind und deren kleine weiße oder rosenrote Blüten in kugeligen Köpfchen stehen. Am bekanntesten ist die in Brasilien einheimische Mimosa pudica L. wegen der starken Reizbarkeit ihrer Blätter. Diese besitzen vier fingerförmig gestellte Fiedern, deren zahlreiche kleine Blättchen sich bei der Berührung sogleich aufwärts aneinander legen; bei wiederholter oder stärkerer Berührung legen sich auch die Blättchen der benachbarten Fiedern zusammen, dann senken sich die ganzen Fiedern hinunter und endlich biegt sich auch der gemeinschaftliche Blattstiel herab, so daß das ganze Blatt dann wie verwelkt herabhängt. (S. Tafel: Leguminosen III, Mimosaceen, Fig. 3 B.) Wird der ganze Stamm erschüttert, so zeigen alle Blätter dieselbe Erscheinung plötzlich. Nach einiger Zeit richten sich die Stiele wieder auf, und die Blättchen breiten sich wieder aus (Fig. 3 A). Wegen dieses Phänomens wird die Pflanze bei uns häufig in Gewächshäusern, doch meist einjährig kultiviert. Auch viele andere Arten zeigen diese Reizbarkeit der Blätter in hohem Grade. Der Sitz der Bewegung ist das am Grunde der Haupt- und Nebenblattstiele befindliche Gelenk (Fig. 3 Bc). (S. Reizbewegungen.)

Mimosenrinden, verschiedenen südamerik. Akazienarten entstammend, finden ihres Gerbstoffs halber Verwendung. Hauptimporthafen ist Hamburg.

Mimulus L., Gauklerblume, Maskenblume, Pflanzengattung aus der Familie der Scrophulariaceen (s. d.) mit gegen 40 amerik. Arten, vorzugsweise in gebirgigen Gegenden, schönblühende krautartige Gewächse mit aufrechtem oder niederliegendem Stengel. Die bekannteste Art ist die chilenische, in den meisten Gebirgsgegenden Deutschlands verwilderte, gelbblühende M. luteus L. Sowohl diese wie andere Arten mit zahlreichen Varietäten sind sehr beliebte Zierpflanzen. Am häufigsten werden kultiviert: M. variegatus Hort., 30-40 cm hoch, mit verhältnismäßig großen Blumen, auf gelbem oder weißem Grunde mit unregelmäßigen, mordoréfarbigen oder purpurnen Flecken verziert, bisweilen gleichmäßig gelb oder rötlich; M. guttatus Dec., von manchen als bloße Varietät der vorigen betrachtet, aber in Kalifornien heimisch, mit gelben, purpurbraun getupften Blumen; M. eupreus Hook., ganz niedrig, mit leuchtend dunkelbraun-scharlachroten, ungefleckten Blumen; M. quinquevulnerus Hort., Blumen auf goldgelbem Grunde prächtig gefleckt und gestreift, und M. moschatus Dougl., mit kleinen gelben Blüten, die ganze Pflanze in der Sonne einen starken Moschusduft aushauchend, mit Ausnahme von M. guttatus alle aus Chile stammend. Mehrere dieser Arten haben sich geschlechtlich miteinander vermischt und fruchtbare Blendlinge (M. hybrdus Hort.) mit meist größern, prächtiger gefärbten und gezeichneten Blumen hervorgebracht, z. B. hybridus tigrinus (pardinus) mit schönen Pantherflecken auf goldgelbem Grunde; hybridus albus duplex, deren Blumen weißgrundig, verschiedenartig gefleckt und deren Kelch ebenfalls zu einer Korolle entwickelt ist, so daß zwei Blumen übereinander stehen (s. Textfig. 3 zum Artikel Gefüllte Blumen); hybridus moschatus, mit grünen Blättern mit einer dunklern Zone in der Mitte, großen gelben Blumen mit dunkelkarmoisinroten Flecken, nach Moschus duftend. Alle diese Arten und Blendlinge sind ausdauernd und können als Topfgewächse im Gewächshause und in Zimmern, im Sommer auch im freien Lande gezogen werden. Man kann sie auch als einjährige Gewächse behandeln und in diesem Falle im März in einem warmen Kasten ansäen und später ins Freie pflanzen.

Mimus, s. Mimen.

Mimus, s. Spottvögel.

Min, ägypt. Gott, s. Chem.

Min., Abkürzung für Minimum.

Mina, (lat.), Gewicht und Münze, s. Mine.

Mina, Maß, s. Emine.

Mîna (im Sanskrit mina), ein den Bhil ähnlicher und verwandter, der Urbevölkerung Indiens vor der arischen Einwanderung zugehöriger Volksstamm, der den Gebirgszug bewohnt von Adschmir bis zur Dschamna. Der Stamm der Mera ist ein Zweig der M. Wild und räuberisch von Art, haben sich die M. im Laufe dieses Jahrhunderts mehr und mehr dem Ackerbau zugewandt und sind gesitteter geworden. Sie bilden den Hauptteil der Bevölkerung des Râjpûtenstaates Jaipur, dessen König durch das Stirnzeichen (ţikâ) eines M. als Herrscher anerkannt wird.

Mina, Negerstamm an der Sklavenküste (s. d.).

Minäer, südarab. Volk im Altertum, s. Sabäer.

Minaret, richtiger Manârat (arab., d. i. Leuchtturm), die schlanken Türme, die sich an der Seite der Moscheen erheben und in ihrem obern Teile mit einer Galerie versehen sind, von welcher herab der Muezzin die Gläubigen zum Gebet ruft.